Wasserphase - Gehalt an Salzen & Wirkstoffen verursacht Brennen auf der Haut?

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

Antworten
Panda

Wasserphase - Gehalt an Salzen & Wirkstoffen verursacht Brennen auf der Haut?

Ungelesener Beitrag von Panda »

Hallo ihr Lieben,

ich rühre in verschiedenen Varianten eine Pflegecreme für meinen Sohn mit inzwischen leichter Neurodermitis. Im Gesicht hat er aber immer wieder leicht gerötete, trockene Stellen. Dort scheinen die Cremes häufig zu brennen.
Als erstes dachte ich an den Alkohol - also konsveriert ohne Alkohol - immer noch.
Dann ah: pH-Wert liegt unter 5 (eher bei 4,5) also nicht mehr so viel Milchsäure --> pH 5-5,5 - brennt immer noch!
**********************************
Jetzt frage ich mich, ob nicht einfach der Salzgehalt der Cremes zu hoch ist?
Drin sind meistens:
  • Glycerin 2%
    D-Panthenol 2%
    Natriumlactat 2%
    Sodium PCA 2%
    Milchsäure 0,4%
Heike weist ja z.B. hier darauf hin, das ein zu hoher osmotischer Druck zu Irritationen führen kann. Auch kennt mein Mann das Brennen der Haut z.B. beim Baden in salzhaltigem Wasser (z.B. bei 3% Salzgehalt).
In der Creme sind dann ja schon 4% Salze drin! Isotonische Kochsalzlösung hat 0,9% Salzgehalt - das sollte also ok sein. Hat jemand von euch Erfahrugen mit der Konzentration der hydratisierenden Salze und ob das die Ursache sein könnte?

Ich würde in meiner nächsten Creme, vielleicht speziell für die geröteten Stellen, den Glycerinanteil erhöhen und dafür die Salze reduzieren. Die Kombi Natriumlactat/Milchsäure würde ich gerne behalten - als Bakterienhemmer...
  • Glycerin 5%
    D-Panthenol 3%
    Natriumlactat 1%
    Milchsäure 0,2%
Hättet ihr noch einen anderen Tipp - Hydratisierung ja, Brennen nein...

Benutzeravatar
Kunstblume
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 11379
Registriert: Sonntag, 10. März 2013, 19:42
13
Wohnort: Breisgau-Hochschwarzwald
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

Ich würde ganz rigoros wenigstens eine Mini-Charge auf Milchsäure und sein Salz verzichten. Es könnte auch die Milchsäure nicht verträglich sein...
Liebe Grüße Nina

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ich verlinke Dir mal die Seite von Dr. Lautenschläger, an dem wir uns gerne orientieren :) Problemhaut Babypflege
Auszug aus o. a. Link:
Leichte Reaktionen

Trockene Haut entsteht bei Kleinkindern eigentlich nur durch übertriebene Hygienemaßnahmen. Der Einsatz von feuchtigkeitsbindenden Wirkstoffen in Babypräparaten ist daher generell nicht notwendig, wobei multifunktionelle Stoffe wie Harnstoff, Allantoin, Glycerin und Phosphatidylcholin ohnehin einen diesbezüglichen Beitrag leisten.
Wenn bei Hautrötungen harnstoffhaltige Präparate appliziert werden, kann es kurzzeitig zu einem kurzen Brennen auf der Haut kommen. Das ist unangenehm, aber nicht problematisch. Versuchen Sie einmal, das Präparat vor der Applikation in der Hand mit Wasser zu verreiben und nach und nach aufzutragen. Dadurch wird der Konzentrationseffekt gemildert. Die Resorption von Stoffen über die Haut ist bei Kleinkindern ein wichtiges Thema, denn sie geschieht wesentlich leichter als bei Erwachsenen. Daher kommt es leichter zu Reaktionen - natürlich auch bei Kosmetika, die für Erwachsene konzipiert sind. Reaktionen auf Konservierungsstoffe & Co treten schon bei niedrigen Dosierungen ein.
Auszug aus o. a. Link: Kriterien für kindgerechte Pflege
Konservierungsmittelfreie Produkte zeichnen sich mitunter durch eine relativ hohe Konzentration an wasserlöslichen Stoffen aus. Dies kann bei kleinen oberflächlichen Verletzungen der Haut zu einem kurzzeitigen leichten Brennen führen. Dies ist zwar völlig harmlos, kann aber von Kindern als unangenehm empfunden werden. In diesem Fall kann auf Oleogele ausgewichen werden, die die Pflegestoffe der oben genannten Barrierecremes enthalten, aber wasserfrei sind.
Zu den emulgatorfreien Produkten zählen auch Hydrogele. Im Gegensatz zu den Oleogelen besteht die Matrix dieser Produkte aus einer rein wässrigen Basis.
Welchen Emulgator verwendest Du? Dr. Lautenschläger empfiehlt Lecithine, das wäre z. B. Phospholipon 80H (1%) das zusammen mit einem Co-Emulgator (2%) verwendet werden kann.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Panda

Ungelesener Beitrag von Panda »

Kunstblume hat geschrieben: Ich würde ganz rigoros wenigstens eine Mini-Charge auf Milchsäure und sein Salz verzichten. Es könnte auch die Milchsäure nicht verträglich sein...
Ja, das könnte auch noch sein... was nehme ich denn dann zum pH-Wert einstellen? Citronensäure?
Helga hat geschrieben: Welchen Emulgator verwendest Du? Dr. Lautenschläger empfiehlt Lecithine, das wäre z. B. Phospholipon 80H (1%) das zusammen mit einem Co-Emulgator (2%) verwendet werden kann.
Hallo Helga,

ich habe folgende Grob-Varianten probiert:
O/W
- mit 2-3% Emulsan + 1% Glycerinstearat
- mit 2,5% Sucrose stearat + 1% Glycerinstearat (+ 1,8%WWA & 0,5% Fluidlecithin Super mehr als Wirkstoffe)

W/O
- mit 3-4% Dermofeel PR + 1%Sucrose Stearat
- mit 3% Dermofeel PR + 1% Sucrose stearat + 1,5% Glycerinstearat

Die W/O scheinen keine Sofort-Reaktion zu haben - mein Schatz meinte aber, dass Brennen kommt verzögert - eben mit der verzögerten Wasserfreigabe...

Ansonsten verbessert sich die Haut mit den Cremes schon - es scheint also keine langfristige Irritation der Haut zu sein...
Vor Phospholipon 80H habe ich noch "Schiss" vor der Verarbeitung

Benutzeravatar
Kunstblume
Master of Emulsifying
Master of Emulsifying
Beiträge: 11379
Registriert: Sonntag, 10. März 2013, 19:42
13
Wohnort: Breisgau-Hochschwarzwald
Kontaktdaten:

Ungelesener Beitrag von Kunstblume »

PHP 80 kannst du auch ganz normal über die Fettphase einbringen. Und Zitronensäure zum PH-Wert einstellen, falls erforderlich.
Liebe Grüße Nina

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Panda hat geschrieben: Vor Phospholipon 80H habe ich noch "Schiss" vor der Verarbeitung
Worin besteht der genau? Vielleicht kann ich helfen?
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

P.S.: Bei einem Erwachsenen - Dein Schatz? - würde ich die Hautbarriere stärken mit der Barriereschutzbasis, oder als erste Hilfe "Phytosterol Macadamiate" dem Rezept zugeben, Du bekommst es bei Aliacura. Ist ein ganz, ganz toller Rohstoff und kann sogar pur aufgetragen werden. Das "brennen" hat mich darauf gebracht; ich habe mal zu lange ein Gesichtswasser mit einem für mich falschen Ph-Wert verwendet und kenne das Gefühl :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

mrnielsen
Beiträge: 42
Registriert: Dienstag, 5. April 2016, 18:51
10

Ungelesener Beitrag von mrnielsen »

Hi Panda,
ich tüftle seit 135 Rezepten an einer Pflege für neurodermitsgeplagte Gesichtshaut (meine). Folgende Entdeckungen, die in diesem Fall natürlich nur meine Haut wiederspiegeln, habe ich gemacht:

Emulgatoren bzw. Verdicker
Das Thema Emulgatoren ist für mich – zumindest im Gesicht – ein super kompliziertes Thema. Ich persönlich liebe das einhüllende, schützende Gefühl von Fettalkoholen auf der Haut. Leider kann ich inzwischen meinen gefühlstechnisch lieblings Fettalkohol Cetearyl Alcohol (Lanette O, Montanov 68 etc.) mehr verwenden, da ich davon ein hochrotes, juckendes Gesicht mit Wunderwasser, Pickeln und allem Drum und Dran bekomme.

Ich habe eine komplette Schublade voll mit Emulgatoren, die ich getestet und nicht vertragen habe – alles was *****, aliacura & co so zu bieten haben. D.h. da kann schon das erste Problem begraben sein. Übrigens sind auch Sucrose Stearat und Glyzerin Stearat bei mir durchgefallen.

Gerade halte ich mich mit Montanov 202 über Wasser aber auch der ist eine ordentliche Mischung aus Fettalkoholen und Arachidyl Glucosiden und ich weiß jetzt schon, dass der Montanov 202 rausfallen wird und ich mich noch einmal mit der Lecithinabteilung auseinandersetzen muss (Phospholipon 80H etc).

Natriumlactat
Tolles Zeug. Bei mir leider wegen Juckreiz aus den Rezepten geflogen. Mein Ersatz: Aquaxyl. Juckt bei mir auch, aber nur beim ersten Auftragen nach längerer "Trockenzeit" und hält sehr lange feucht. Ich nutze eine Kombination aus Panthenol, Glyzerin, Aquaxyl, Trimethylglycine (Natural Betaine), Pentylen- bzw. Butylenglykol (Pentylenglykol ist für mich auch ein zweischneidiges Schwert, macht aber die Haut schön glatt und hält die Feuchtigkeit lange fest – das mag ich) als Feuchtigkeitsmix. Urea ist eher nicht so meines. Ich kenne Berichte von Leuten, die total darauf abfahren und welche, die auch von einem Initialjuckreiz berichten.

Öle
Ganz schweres Thema für mich. Ich habe eine weitere Schublade mit vielen tollen Ölen, die ich alle nicht vertrage. Die meisten Öle trocknen meine Haut einfach nur aus. Was ich aber wirklich schon richtig lange nutze und sehr gut vertrage ist Squalan.

Wirkstoffe
Phytosteryl Macadamiate – da kann ich Helga nur zustimmen! Phytosteryl Macadamiate ist ein absoluter Kracher für geschundene Neurodermitis Haut. Was ich auch mag, muss aber individuell geschaut werden, ob es vertragen wird, ist Bisabolol. Juckreiztechnisch bin ich gerade am Testen von Nicotinamid (Vitamin B3) und bilde mir ein, dass es ein wenig Hilft – niedrig dosieren (1 % und weniger), sonst kann es dazu führen, dass sich die Haut trockener anfühlt ;). Weitere Kandidaten, die ich auf meiner Testliste habe sind definitiv Ceramide, Retinol, Reservatol, Vitamin B12 (Regividerm-Geschichte, hatte ich mir vor Jahren mal von einer Apotheke anrühren lassen, war aber nichts. Nachdem ich mit aktuellem Wissen mir das Rezept noch einmal angeschaut habe, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Rezept problematischer als der Wirkstoff war ;).

Womit ich persönlich sehr, sehr vorsichtig bin, ist Allantoin – macht bei mir aber auch Sinn, da ich ja auch Urea meide.

ph-Wert
Der ph-Wert variiert je nach Körperregion und Alter (Klick) Seite 4 und 5 für einen schnellen Überblick. Hierbei handelt es sich natürlich nur um eine Statistik. Außreißer gibt es immer und Neurodermitiker sind sowieso noch einmal anders (Klick). Ich habe für mich persönlich herausgefunden, dass mir meine Cremes am besten bekommen, wenn sie im bereich zwischen ph 5,6 – ph 5,8 liegen. Bei ph 5,3 und drunter, verabschiedet sich meine Haut.

Je nach Menge der Creme die Du machst, können 0,2% ganz schön schwierig zu wiegen sein. Ich mache meistens 20 g Creme, wenn ich ein neues Rezept probiere. Da wären 0,2 % 0,04 g, was bei meinen Wagen im Bereich der Wahrsagerei liegt ;). Ich dosiere meine Milchsäure mit einer Insulinspitze inkl. Kanüle aus der Apotheke. Bei 20 g Creme und meiner Rezeptur 3-4 winzig kleine Tröpfchen aus der Nadel.

Ich hoffe, dass Du ein paar nützliche Dinge aus dem Geschriebenen entnehmen kannst und wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Schatztherapie ;).

Viele Grüße
mrnielsen

Nachtrag: Bezüglich der Dosierung... ich bin da ja mehr der Typ für's Grobe... 7 % Glyzerin, 5 % Panthenol... ;) Natriumlaktat 1–1,5 %. Mit Sodium PCA habe ich keine Erfahrungen.
Zuletzt geändert von Pialina am Sonntag, 29. Januar 2017, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Links versteckt

Benutzeravatar
Pialina
Moderator
Moderator
Beiträge: 7423
Registriert: Dienstag, 18. Januar 2011, 16:47
15
Wohnort: Berlin

Ungelesener Beitrag von Pialina »

mrnielsen hat geschrieben: Emulgatoren bzw. Verdicker
Das Thema Emulgatoren ist für mich – zumindest im Gesicht – ein super kompliziertes Thema. Ich persönlich liebe das einhüllende, schützende Gefühl von Fettalkoholen auf der Haut. Leider kann ich inzwischen meinen gefühlstechnisch lieblings Fettalkohol Cetearyl Alcohol (Lanette O, Montanov 68 etc.) mehr verwenden, da ich davon ein hochrotes, juckendes Gesicht mit Wunderwasser, Pickeln und allem Drum und Dran bekomme.
Hast Du auch mal Tego MM versucht? Es ist ein Wachs, und ich vertrage es gut im Gesicht im Gegensatz zu Fettalkoholen.
mrnielsen hat geschrieben: Öle
Ganz schweres Thema für mich. Ich habe eine weitere Schublade mit vielen tollen Ölen, die ich alle nicht vertrage. Die meisten Öle trocknen meine Haut einfach nur aus. Was ich aber wirklich schon richtig lange nutze und sehr gut vertrage ist Squalan.
Woher rührt dieser Eindruck, dass die meisten Öle Deine Haut austrocknen? Hast Du sie pur getestet? Reine Fettpflege kann die Haut austrocknen, wie Du vielleicht weißt.... die Wirkung von Emulsionen aber beruht auf einem Zusammenspiel vieler Faktoren: das Spreitverhalten, die Fettsäurespektren der Öle, das Emulsionssystem (O/W oder W/O), Auswahl und Kombination der Emulgatoren etc. pp. Ich stelle es mir schwierig vor, die Ursache für die eventuell austrocknende Wirkung einer Emulsion einem speziellen Öl zuzuordnen - deswegen frage ich. ;-)
Zuletzt geändert von Pialina am Sonntag, 29. Januar 2017, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Wörter ergänzt
Liebe Grüße,
Pialina

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Hier noch ein paar Links zu Dr. Lautenschläger :)

Pflege bei Neurodermitis - Barriere unterstützen

Neurodermitis - gezielte Prävention

Barriereschutz-Basis, Rezept (Avocadin ersetzen durch Phytosteryl Macadamiate).
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

mrnielsen
Beiträge: 42
Registriert: Dienstag, 5. April 2016, 18:51
10

Ungelesener Beitrag von mrnielsen »

Hallo Pialina,
Myristyl Myristate habe ich tatsächlich mal ausprobiert aber das ist auch schon 58 Rezepte her. Allerdings nicht solo und nur in Verbindung mit Glyceryl Stearate und Imwitor 375. Benutzt Du das MM einfach mit einem lecithinbasierten Emulgator, Imwitor 375 oder irgend einem Glucosid Emulgator?

Bezüglich der Öle muss ich einmal kurz in lückenhaften Stichpunkten ausholen:
Seit drittem Lebensjahr Neurodermitis.
Immer zu Hautärzten und Co.
Kortison topisch und systemisch und Antibiosen, Immunsuppresion, Photochemotherapie
Hautklinik mit Cremes wie Cold Cream (Erdnussöl), Physiogel, Unguentum Emulsificans, Unguentum Cordes, Zinkpasen, Teersalben
Kuraufenthalte mit dem feucht/fett "Pflegesystem"
Dann war ich irgendwann "Aus-therapiert" und hab immer wenn es schlimm wurde Dermatop Creme mit Prednicarbat genutzt. Zur Pflege zwischen Dermatop hatte ich viele Geschichten aus Apotheke, Reformhaus & Co. probiert. Von Bienenwachs über Olivenölpflege – die ganze Palette halt. Wirklich angenehm fand ich nichts davon.

Dann habe ich Bedan Creme gefunden und das ging eine ganze Zeit gut war aber auch nur so la la. Irgendwann, durch Zufall, habe ich dann mal bei Penny Markt eine Omnisan Panthenol Creme probiert. Diese 3 € pro 100 ml Creme war so gut, dass ich es damit ganze 8 Jahre ohne größere Probleme, mit sehr wenig Kortison und zum ersten Mal mit glatter, weicher Gesichtshaut ausgehalten habe. Dann hat sich Penny leider entschieden das Produkt auszulisten...

Wieder habe ich einiges aus den Apotheken probiert. Inkl. den vorher gemiedenen Dingen wie Avenne und La Roche Possay und dort Toleraine Ultra angeraten bekommen – Sündhaft teuer und mit PEG und ALUMINUM STARCH OCTENYLSUCCINATE aber gutes Hautgefühl.

Dann habe ich angefangen selber Cremes zu basteln. Erste Intention: So natürlich wie möglich, gute Öle, Buttern, Wachse etc – meine Haut fand's richtig kacke... sogar Geschichten wie Jojoba-Wachs, wo ich echt dachte, dass das der Kracher sein würde, waren nichts, bis ich angefangen habe, die Penny Creme nachzubauen. Leider hat sich inzwischen eine Sensitivität bezüglich der Fettalkohle eingestellt, sodass ich nun wieder einige Schritte auf dem Spielbrett zurück gehen darf ;).

Das Muster was sich aus all den Jahren verschiedener Cremes ergeben hat ist, dass (in einem gewissen Rahmen) je weniger echte, natürliche Öle, desto "besser" für meine Haut.

Hast Du auch Neurodermitis? Was benutzt Du?

LG
mrnielsen

P.S.: Sorry für den Roman :D

P.P.S.: Hier die Inhaltsstoffe der erwähnten Cremes

Omnisan Panthenol Creme: aqua, Glycerin, Panthenol, Butylene Glycol, Cetearyl Alcohol, Alcohol denat., Caprylic/ Capric Triglyceride, Cetearyl Isononanoate, Isopropyl Palitate, Proglyceryl-3 Methylglucose Distearate, Octyldodecanol, Tocopheryl Acetate, Ethylhexyglycerin, Dimethicone, Carbomer, Lactic Acid, Sodium Hydroxide, Pentadecalactone

Bedan: Aqua, Petrolatum, Propylene Glycol, Caprylic/Capric Triglyceride, PEG-20 Glyceryl Stearate, Cetyl Alcohol, Glyceryl Stearate, Panthenol, Phenoxyethanol, Hypericum Perforatum Extract, Tocopherol, Tocopheryl Acetate, Allantoin

Toleraine Ultra: AQUA / WATER, ISOCETYL STEARATE, SQUALANE, BUTYROSPERMUM PARKII BUTTER / SHEA BUTTER, DIMETHICONE, GLYCERIN, ALUMINUM STARCH OCTENYLSUCCINATE, PENTYLENE GLYCOL, PEG-100 STEARATE, GLYCERYL STEARATE, CETYL ALCOHOL, DIMETHICONOL, SODIUM HYDROXIDE, ACETYL DIPEPTIDE-1 CETYL ESTER, ACRYLATES/C10-30 ALKYL ACRYLATE CROSSPOLYMER

mrnielsen
Beiträge: 42
Registriert: Dienstag, 5. April 2016, 18:51
10

Ungelesener Beitrag von mrnielsen »

Hallo Helga,
danke für die Links. Die sind mir schon mal über den Weg gelaufen, bei meinen Streifzügen durch's Internet. Hast Du ne Ahnung, ob man bei der Barriereschutzbasis das Neutralöl auch durch Squalan ersetzen kann? Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Ceramide so gut im Squalan lösen?!

LG
mrnielsen

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Im Rohstoffportrait von Neutral ist vermerkt, dass es sich durch Squalan ersetzen lässt. klick. Ob sich diese Aussage nur auf Fluids/Cremen bezieht - ich weiß es nicht :) und nehme immer Neutralöl.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Eine andere Möglichkeit wäre "Innen" zu arbeiten :wink: Ich bin sehr offen für diese Art der Wiederherstellung der Gesundheit ohne Chemie aber ich kenne auch einige, die das kategorisch ablehnen, ich respektiere das, möchte niemanden missionieren :)

Falls Du jedoch offen für alternative Heilmethoden bist, dann such Dir einen guten TCM-Arzt; nicht jemanden der das schnell in einem Wochenendseminar erlernt hat, sondern jemanden, der das schon lange praktiziert und eine fundierte Ausbildung hat. Billig ist es nicht.
Meine Ärztin z. B. hat das Grundwissen in China erlernt und besucht hier laufend Fortbildungen. Mit ein paar sehr bitteren chinesischen Kräuter-Pillen ohne Chemie (!) für 2-3 Monate eingenommen und einer Umstellung der Ernährung (zumindest großteils) bekommst Du das in den Griff, ich habe in der Praxis meiner Ärztin schon ein paar kennen gelernt. Cremen ausprobieren ist letztlich ja nur eine Bekämpfung der Symptome, keine Ursachenbeseitigung, es ist so als wäre dauernd eine Lampe kaputt, man schraubt immer wieder eine neue Birne hinein, dabei ist das Kabel oder die Fassung defekt.

Ich versuche es hier mal - sehr laienhaft - grob im Kleinen zu beschreiben :) Die Chin. Medizin geht bei Neurodermitis davon aus, dass es sich entweder um eine angeborene Schwäche oder um erworbene Schwäche von Milz- und Magen-Qi handelt die zu "feuchter Hitze" führt, also eine mangelhafte Verdauung, der Stoffwechsel funktioniert nicht optimal. Die Umsetzung, Verwertung der Nahrung ist nicht ausreichend und "Feuchtigkeit" (wir sagen "Schlacken" dazu) bleiben im Körper zurück. Durch die längere Verweildauer im Körper entsteht durch unsere Körpertemperatur "Hitze". Stell Dir einen Misthaufen vor, der ist innen meist auch noch übere längere Zeit warm. Apropos Misthaufen :wink: - Besonders die Ernährung von zu vielem Süßem, viel Fettem und von allem zuviel begünstigt die Entstehung von "feuchter Hitze". Diese möchte irgendwann doch aus dem Körper heraus, sucht sich einen Weg, bei einem Neurodermitiker eben die Haut. Hautrötung ist ein Zeichen der Hitze. Es kommen dann auch noch die äußeren und inneren Faktoren dazu, aber ich bin ja keine Therapeutin, das würde zu sehr ins Detail führen, es gäbe noch viel mehr, welche Organe z. B. noch mit spielen, etc.

Ein TCM-Arzt wird sich von Dir die Zunge zeigen lassen, anhand derer er schon sehen kann was los ist (weiß oder rot, dies hinten, vorne oder seitlich, trocken, feucht oder schmierig, Zahneindrücke, Risse, etc.) und er wird auch Deinen Puls messen der weiters aufschlussreich ist. Ich bekomme dann jedesmal zur Beratung noch ein paar Nadeln gesetzt (Akkupunktur) und muss 20 Min. liegen, aber das macht glaube ich nicht jeder Arzt. Du könntest Dir aber einen Akkupunkt-Massage-Therapeuten suchen, die haben durch Erfahrung auch sehr gute Tipps und kennen gute Ärzte.

Wie schon zuvor gesagt, ich möchte niemanden missionieren bzw. überzeugen, sieh es einfach als gezeigte Möglichkeit an :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

mrnielsen
Beiträge: 42
Registriert: Dienstag, 5. April 2016, 18:51
10

Ungelesener Beitrag von mrnielsen »

Hallo Helga,
natürlich hast Du recht mit dem von innen heilen! Ich habe wegen der Neurodermitis seit einem knappen Jahrzehnt kein Arzt mehr aufgesucht und genau so lange nehme ich keine Antibiotika mehr. Von daher habe ich schon einen weiten Weg hinter mir. Und mein Hautstatus ist nicht mit dem von vor 10 Jahren zu vergleichen – viel besser. Meine Ernährung ist inzwischen sehr viel ausgewogener und Dinge mit Logo (Maggi und Co.) gibt es nur als Ausnahme. Entzündungen, offene Stellen etc. habe ich alles so wegbekommen.

Aber trotzdem habe ich, besonders nach dem Duschen, sehr trockene Haut und brauche eine für mich optimale Pflege ;). Vielleicht würde ich mit einer noch kontrollierteren Ernährung auch meine trockene Haut in den Griff bekommen aber darunter würde dann meine Lebensqualität noch mehr leiden. Für mich gibt's so schon kaum etwas zum Essen, was man im normalen Supermarkt bekommen kann und man kann ja nicht nur in Askese leben – also kann man schon, will ich aber nicht ;).

LG
mrnielsen

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

Es tut mir leid, dass Du mich falsch verstanden hast :)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

mrnielsen
Beiträge: 42
Registriert: Dienstag, 5. April 2016, 18:51
10

Ungelesener Beitrag von mrnielsen »

Hab ich? Ich habe verstanden, dass Du mir einen gutgemeinten Tipp für eine Heilung von innen heraus gegeben hast – ein Konzept, was ich seit langem verfolge und Dir somit komplett zustimme.

Das ich nicht weiter auf die TCM eingegangen bin, liegt einfach daran, dass ich 36 Jahre bin und dementsprechend viele Therapiekonzepte in einem sehr breitem Spektrum ausprobiert habe und inzwischen damit einfach durch bin ;). EDIT: Durch damit bin, Behandlungskonzepte welcher Art auch immer auszuprobieren.

Ich habe für mich gelernt, dass das was hier als Neurodermitis bezeichnet wird eine systemische Stoffwechselproblematik ist, die viel mit Leber und Darm zu tun hat und ein komplexitätsprektrum von Ernährung, Fettstoffwechsel über Umweltgifte bis hin zu Hormonen und der korrekten Besiedlung des Darmes aufweist.

Viele Wege führen nach Rom. Viele Begriffe sagen das gleiche ;).

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 24949
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
18
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Ungelesener Beitrag von Helga »

mrnielsen hat geschrieben:Hab ich? Ich habe verstanden, dass Du mir einen gutgemeinten Tipp für eine Heilung von innen heraus gegeben hast – ein Konzept, was ich seit langem verfolge und Dir somit komplett zustimme.
Ah - OK :) alles gut
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Panda

Ungelesener Beitrag von Panda »

Hallo ihr Lieben,

ja, wir versuchen auch den Kleinen so gut es geht gesund zu ernähren... Bei uns liegen die "Ursachen" wohl relativ klar in der Genetik: der Papa schon - jetzt der Sohnemann :-(
Sogar die Sachen, auf die er reagiert sind gleich... Aber das Thema ist wohl so vielschichtig, dass es keine einfachen Lösungen gibt.

Mit meinen bisherigen Cremes bin ich eigentlich ganz zufrieden. Die Haut fühlt sich gut versorgt und seidig an - auch einen Tag später. Eine Stelle an seinem Finger (die fast 2 Jahre immer wieder Probleme machte) ist komplett weg und verheilt. :hanf: Ich glaube aber, wir haben "Neurodermitis light" und damit sind die Probleme bei der Cremekomposition nicht ganz so kompliziert. Die Ölkomposition habe ich nach Vorbild von Pflösch und anhand der ca. Fettsäure-Zusammensetzung der Haut gemacht (aus Avocadoöl, Jojobaöl, Nachtkerzenöl, Sheabutter, Kakaobutter und Kokosöl). Bisher habe ich Squalan noch nicht drin - aber da - ich war mir unsicher, da auch berichtet wird, dass es auf der Haut aufliegt.

Phystosteryl Macadamiate ist schon für meine nächste Bestellung vermerkt! Ich glaube nämlich, dass der Große den Wollwachsalkohol, den ich bisher als Sterolquelle getestet habe, nicht verträgt...

Hallo Mr. Nielson,

Danke für die vielen Tipps! :blumenfuerdich: Die Sache mit dem pH-Wert genau messen und einstellen werde ich auf jeden Fall umsetzen.
Die Milchsäure gebe ich mit einer Pipette aus dem Laborbedarf zu - allerdings mache ich auch immer nur 25g und da reichen dann schon 2 Tr.

Antworten