Befeuchtende Nasensalbe
Moderator: Helga
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Panax
Befeuchtende Nasensalbe
Hallo Rührgemeinde,
Ich war vor kurzem auf einer Geschäftsreise in wärmeren und deutlich trockenen Regionen (Wüste/Steppe).
Während meines Aufenthalts hatte ich Beschwerden mit meiner Nase, weil die trockene Luft (unter 20% Luftfeuchtigkeit) die Schleimhäute austrockenete. Das Resultat waren harte und blutige Krusten.
Für meinen nächsten Trip möchte ich mich besser vorbereiten und eine super Nasencreme rühren.
Die anderen Threads bezüglich Nasenpflege, vor allem der Pflösch haben mich zu diesem Entwurf inspiriert:
Wasserphase:
70% Wasser oder Aloe-Vera Lösung
Fettphase:
5% Neutralöl
5% Sesamöl
5% Sheabutter
5% Jojoba Öl
Konsistenzgeber
Xanthan
Emulgator:
Lecithin und/oder Wollwachs(-Alkohol)
Wirkstoffe
3% Glycerin
2% Dexpanthenol
0,9% NaCl
Konservierung:
Kaliumsorbat
Duft:
Salbei (Öl oder Auszug)
Das ist erstmal nur die grobe Version. Über Tipps und Anregungen freue ich mich sehr!
Ich war vor kurzem auf einer Geschäftsreise in wärmeren und deutlich trockenen Regionen (Wüste/Steppe).
Während meines Aufenthalts hatte ich Beschwerden mit meiner Nase, weil die trockene Luft (unter 20% Luftfeuchtigkeit) die Schleimhäute austrockenete. Das Resultat waren harte und blutige Krusten.
Für meinen nächsten Trip möchte ich mich besser vorbereiten und eine super Nasencreme rühren.
Die anderen Threads bezüglich Nasenpflege, vor allem der Pflösch haben mich zu diesem Entwurf inspiriert:
Wasserphase:
70% Wasser oder Aloe-Vera Lösung
Fettphase:
5% Neutralöl
5% Sesamöl
5% Sheabutter
5% Jojoba Öl
Konsistenzgeber
Xanthan
Emulgator:
Lecithin und/oder Wollwachs(-Alkohol)
Wirkstoffe
3% Glycerin
2% Dexpanthenol
0,9% NaCl
Konservierung:
Kaliumsorbat
Duft:
Salbei (Öl oder Auszug)
Das ist erstmal nur die grobe Version. Über Tipps und Anregungen freue ich mich sehr!
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Panax
In welcher Dosierung?Violette hat geschrieben:Ich baue auch noch Ectoin ein.
- Judy
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Also ich habe auch manchmal eine trockene Nase und Krusten.
Meine Ärztin meinte lapidar 'Vaseline' benutzen.
So habe ich mir eine pflanzliche Version gerührt und bin sehr zufrieden damit.
Allerdings rein fettbasiert.
Liebe Grüße,
Judy
Meine Ärztin meinte lapidar 'Vaseline' benutzen.
So habe ich mir eine pflanzliche Version gerührt und bin sehr zufrieden damit.
Allerdings rein fettbasiert.
Liebe Grüße,
Judy
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Panax
@Judy
Interessante Idee. Ich weiß nur nicht, ob das allen Anwendern gefällt.
Ein leichtes "Serum" stelle ich mir angenehmer in der Nase vor.
Interessante Idee. Ich weiß nur nicht, ob das allen Anwendern gefällt.
Ein leichtes "Serum" stelle ich mir angenehmer in der Nase vor.
- pflanzenölscheich
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Und es kommt vor allem auch in die Nebenhöhlen, die mitunter auch Befeuchtung vertragen. Das klassische Konzept einer Nasensalbe ist auf den Bereich beschränkt, den man von außen (mit Fingern oder Wattestäbchen) erreichen kann - und greift damit zu kurz.Panax hat geschrieben:Ein leichtes "Serum" stelle ich mir angenehmer in der Nase vor.
Ich glaube, es gibt nichts was alle angenehm finden 
Liebe Grüße, Andrea-
- Judy
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Stimmt, und ich habe einfach nur den Rat der Ärztin befolgt - eben auf NK-Ebene.Andrea- hat geschrieben:Ich glaube, es gibt nichts was alle angenehm finden
Mit WP brauche ich ja Konservierer, und da es ja (wie Pflösch beschreibt) in die Nasennebenhöhlen geraten kann, wäre ich da vorsichtig beim Selbermachen und eher etwas aus der Apotheke holen...
Liebe Grüße,
Judy
PS: Mir fällt gerade ein dass man ja auch als Feuchthaltemittel etwas Glyzerin in die 'Vaseline' einarbeiten könnte - würde das funktionieren, lieber Harald?
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Ich sehe nichts Emulgierendes im Rezept.Judy hat geschrieben:PS: Mir fällt gerade ein dass man ja auch als Feuchthaltemittel etwas Glyzerin in die 'Vaseline' einarbeiten könnte - würde das funktionieren, lieber Harald?
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Es gibt Sheasahnerezepturen die etwas Glyzerin beinhalten - so dachte ich könnte man es bei der Vaseline versuchen (beim Abkühlen mit einrühren?).
Vielleicht liege ich aber auch ganz falsch...
Liebe Grüße,
Judy
PS: Oder etwas Lecithin!?
Vielleicht liege ich aber auch ganz falsch...
Liebe Grüße,
Judy
PS: Oder etwas Lecithin!?
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Shea kann ein bisschen Wasserlösliches aufnehmen. Das kann ich bestätigen. Ob Dermofeel Viscolid das auch kann, weiß ich allerdings nicht.Judy hat geschrieben:Es gibt Sheasahnerezepturen die etwas Glyzerin beinhalten - so dachte ich könnte man es bei der Vaseline versuchen (beim Abkühlen mit einrühren?).
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Gute Idee, lieber Pflösch - einfach Shea in die Vaseline einarbeiten (allerdings muss dann wahrscheinlich Viscolid anders dosiert werden um die gleiche Konsistenz zu erhalten - mein Produkt ist nämlich in einem kleinen Airless-Spender).
Oder eben mit einem Lecithin als Emulgator arbeiten?
Liebe Grüße und danke für deinen Input,
Judy

Oder eben mit einem Lecithin als Emulgator arbeiten?
Liebe Grüße und danke für deinen Input,
Judy
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Panax
Ich habe ein wenig gestöbert und bin auf diese Rezeptur gestoßen:
Auf 50g
Phase A
1,5 g Glycerin
0,4 g Xanthan
0,1 g Hyaluronsäure
23,0 g Jiaogulanhydrolat
Phase B
16,5 g Jiaogulantinktur (70 Vol-%l.)
1,5 g Lipodermin
1,5 g Urea
0,5 g Panthenol
1 gtt. Sanddornfruchtfleischöl
3 gtt. ätherische Öle: Karottensamen, Cistrose, Weihrauch
Phase C
2,0 g Arganöl
1,0 g Jojobaöl
1,0 g Amaranthöl
1,0g Granatapfelsamenöl
Diese werde ich für meine Zwecke abändern und auf 100g erweitern.
Auf 50g
Phase A
1,5 g Glycerin
0,4 g Xanthan
0,1 g Hyaluronsäure
23,0 g Jiaogulanhydrolat
Phase B
16,5 g Jiaogulantinktur (70 Vol-%l.)
1,5 g Lipodermin
1,5 g Urea
0,5 g Panthenol
1 gtt. Sanddornfruchtfleischöl
3 gtt. ätherische Öle: Karottensamen, Cistrose, Weihrauch
Phase C
2,0 g Arganöl
1,0 g Jojobaöl
1,0 g Amaranthöl
1,0g Granatapfelsamenöl
Diese werde ich für meine Zwecke abändern und auf 100g erweitern.
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Panax
Hier ist die modifizierte Version auf 100g:
Nasensalbe (100 g)
Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:
19.7 % Fettphase (19.7 g)
Öle, Buttern und Wachse (16.7 g | 16.7 %):
11.2 g Neutralöl (11.2 %)
1 g Jojoba Öl (1 %)
1 g squalan (1 %)
3.5 g sheabutter (3.5 %)
Emulgatoren/Konsistenzgeber (3 g | 3 % | 15.2 % der Fettphase¹)
3 g Lipodermin (3 %)
80.3 % Wasserphase (80.3 g)
Wirkstoffe (9.2 g | 9.2 %):
3 g dexpanthenol (3 %)
0.2 g hyaluronsäure (0.2 %)
0.9 g nacl (0.9 %)
0.1 g enzyme (0.1 %)
3 g glycerin (3 %)
1 g urea (1 %)
1 g ectoin (1 %)
Hilfs- und Zusatzstoffe (1.1 g | 1.1 %):
0.8 g Xanthan (0.8 %)
0.2 g Kaliumsorbat (0.2 %)
0.1 g salbei-öl (0.1 %, das sind ca. 2 Tr.)
70 g Wasser (70 %)
Nasensalbe (100 g)
Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:
19.7 % Fettphase (19.7 g)
Öle, Buttern und Wachse (16.7 g | 16.7 %):
11.2 g Neutralöl (11.2 %)
1 g Jojoba Öl (1 %)
1 g squalan (1 %)
3.5 g sheabutter (3.5 %)
Emulgatoren/Konsistenzgeber (3 g | 3 % | 15.2 % der Fettphase¹)
3 g Lipodermin (3 %)
80.3 % Wasserphase (80.3 g)
Wirkstoffe (9.2 g | 9.2 %):
3 g dexpanthenol (3 %)
0.2 g hyaluronsäure (0.2 %)
0.9 g nacl (0.9 %)
0.1 g enzyme (0.1 %)
3 g glycerin (3 %)
1 g urea (1 %)
1 g ectoin (1 %)
Hilfs- und Zusatzstoffe (1.1 g | 1.1 %):
0.8 g Xanthan (0.8 %)
0.2 g Kaliumsorbat (0.2 %)
0.1 g salbei-öl (0.1 %, das sind ca. 2 Tr.)
70 g Wasser (70 %)
- Violette
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Ich habe gerade einen interessanten Hinweis gefunden:Judy hat geschrieben:Also ich habe auch manchmal eine trockene Nase und Krusten.
Meine Ärztin meinte lapidar 'Vaseline' benutzen.
So habe ich mir eine pflanzliche Version gerührt und bin sehr zufrieden damit.
Allerdings rein fettbasiert.
Liebe Grüße,
Judy
Zum Thema Vaseline in der Nase steht bei Wikipedia: 'Von der Anwendung im Inneren der Nase sollte jedoch abgeraten werden, da dadurch das Risiko einer Lipid-Pneumonie gegeben ist.'
Und auch hier wird vor lipidhaltigen Nasentropfen/-cremes gewarnt.
LG Petra
- Judy
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Danke für den Hinweis!Violette hat geschrieben:Ich habe gerade einen interessanten Hinweis gefunden:Judy hat geschrieben:Also ich habe auch manchmal eine trockene Nase und Krusten.
Meine Ärztin meinte lapidar 'Vaseline' benutzen.
So habe ich mir eine pflanzliche Version gerührt und bin sehr zufrieden damit.
Allerdings rein fettbasiert.
Liebe Grüße,
Judy
Zum Thema Vaseline in der Nase steht bei Wikipedia: 'Von der Anwendung im Inneren der Nase sollte jedoch abgeraten werden, da dadurch das Risiko einer Lipid-Pneumonie gegeben ist.'
Und auch hier wird vor lipidhaltigen Nasentropfen/-cremes gewarnt.
Das dürfte ja dann auch für alle anderen Nasensalben, auch Pflösch's gelten...
Also dann vielleicht doch nur Meerwassernasenspray verwenden?
Allerdings bezieht sich die Empfehlung vom 2.Link nicht auf den Nasenvorhof.
Wo befinden sich da aber die Grenzen? Es könnten ja auch lipidhaltige Produkte ins Innere der Nase weiter wandern?
Liebe Grüße,
Judy
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Judy, ich kenne Pflöschi's Rezeptur nicht, aber in dem unteren Link beziehen sie sich ja auch auf fette Öle.
Liebe Grüße
Manjusha
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- Judy
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Hallo Liebes!Manjusha hat geschrieben:Judy, ich kenne Pflöschi's Rezeptur nicht, aber in dem unteren Link beziehen sie sich ja auch auf fette Öle.
Es ist der Nasenbalsam 'Gut Schnauf'.
Liebe Grüße,
Judy
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Danke dir, also ich würde mich schon trauen den Balsam oder auch ähnliches anzuwenden, aber halt immer nur vorübergehend und mit dem oben verlinkten im Hinterkopf, also eventuell vorbelastete Menschen eher nicht damit behandeln, oder meinst du ganz und grundsätzlich die Finger davon lassen ist besser?
Liebe Grüße
Manjusha
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Ach, ich bin jetzt echt verunsichert...
Im Moment lasse ich mal die Finger davon und werde ein Salzwasserspray versuchen - ich habe nämlich oft eine trockene Nase...
Liebe Grüße,
Judy
Im Moment lasse ich mal die Finger davon und werde ein Salzwasserspray versuchen - ich habe nämlich oft eine trockene Nase...
Liebe Grüße,
Judy
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Sissy
Ich kann am IPad nicht verlinken, aber ein Geheimtipp ist das Nasya Öl aus dem Ayuvedischen.
Schau mal bei....eh.....Maharishi oder so ähnlich. Das ist Sesamöl mit Sandelholz, Kardamom, Vetiver u. v. m. Ich hab das schon viele Jahre u. das könnte man bestimmt leicht selbst fertigen. Ist ganz mild.
Die Äth. Öle sind da wirklich in Micromenge vorhanden.
Schau mal bei....eh.....Maharishi oder so ähnlich. Das ist Sesamöl mit Sandelholz, Kardamom, Vetiver u. v. m. Ich hab das schon viele Jahre u. das könnte man bestimmt leicht selbst fertigen. Ist ganz mild.
Die Äth. Öle sind da wirklich in Micromenge vorhanden.
Das verstehe ich gut, dauerhaft würde ich auch vorsichtig sein. Weißt du denn warum dein Näschen oft trocken ist?Judy hat geschrieben:Ach, ich bin jetzt echt verunsichert...
Im Moment lasse ich mal die Finger davon und werde ein Salzwasserspray versuchen - ich habe nämlich oft eine trockene Nase...
Liebe Grüße,
Judy
Habt ihr Klimaanlagen im Haus? Ich kenne das Gott sei Dank nur daher.
Liebe Grüße
Manjusha
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Nein, glücklicherweise brauchen wir keine Klimaanlage. Ich denke, es ist auch ein Alterungsprozess, frau trocknet langsam aus... (ganz so schlimm ist es dann nicht). Ich merke es eher, wenn die Luftfeuchtigkeit recht gering ist.Manjusha hat geschrieben:Das verstehe ich gut, dauerhaft würde ich auch vorsichtig sein. Weißt du denn warum dein Näschen oft trocken ist?Judy hat geschrieben:Ach, ich bin jetzt echt verunsichert...
Im Moment lasse ich mal die Finger davon und werde ein Salzwasserspray versuchen - ich habe nämlich oft eine trockene Nase...
Liebe Grüße,
Judy
Habt ihr Klimaanlagen im Haus? Ich kenne das Gott sei Dank nur daher.
Wird schon werden!
Liebe Grüße,
Judy
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Sorry, habe eben festgestellt dass es nicht Pflösch's Rezept ist, dass ich weiter oben verlinkt habe, sondern ein alter Thread von Margit...
Liebe Grüße,
Judy
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Das Folgende ist wieder einmal sehr lang geworden, und ich habe versucht, meine Ausführungen zu komprimieren. Falls sie dadurch unverständlich geworden sind, bitte einfach nachfragen.
Im DAZ-Artikel werden unten die besonderen Risikogruppen genannt. Ihnen ist gemeinsam, dass der kontrollierte Abfluss eines Lipidüberschusses aus der Nase in den Rachen und schließlich in den Magen nicht gewährleistet ist. Wie ich im letzten Absatz angedeutet habe, halte ich Zubereitungen auf Fettbasis nicht für ein geeignetes Mittel zur Feuchthaltung der Schleimhäute. Der DAZ-Artikel lässt uns wissen, dass einer derartigen Wirkung noch am Nachweis mangelt. Weiter unten gehe ich auf die nach meiner Erfahrung gut geeigneten Nasenfeuchthaltemittel ein - allesamt keine Fette.
Wenn ich also meine Mischung aus Schwarzkümmelöl, ätherischem Palmarosa- und Cistrosenöl benutze, tue ich es wegen der entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften der Zutaten - nicht zur Befeuchtung. Das ist wichtig.
Zu den Anwendungsarten fetthaltiger Präparate: Eine solche Mixtur zu sprühen, würde ein Aerosol erzeugen, das sich viel leichter versehentlich einatmen lässt als etwas an den Schleimhäuten Entlangfließendes und gelegentlich in den Rachenraum Tropfendes. Die Anwendung zu großer Mengen auf einmal begünstigt ebenfalls das Aspirationsrisko. Deshalb bin ich, auch wenn es unbequem ist, dazu übergegangen, keine Pipette, sondern ein gewöhnliches Wattestäbchen zu verwenden, um die oben genannte entzündungshemmende Ölmischung in kontrollierten Kleinstmengen in die Nase einzubringen.
Ein weiterer Hinweis, dass es auf die Menge ankommt, ist der Rat, den die behandelnden Ärzte damals meiner Mutter gaben, die meinen Vater pflegte, der in der letzten Phase seines Lebens wegen Schluckstörungen und sich daraus ergebender Aspirationspneumonien eine PEG-Sonde hatte - also durch die Bachdecke von außen künstlich ernährt wurde. Damit ihm nicht jeglicher Speisengeschmack entgehe, sollte meine Mutter seine Zunge und Mundschleimhaut ab und zu mit ein wenig Bratensaft oder einer aromatischen Soße benetzen, damit er etwas schmecken konnte. Das Risiko einer Aspiration war durch die Vermeidung eines frei fließenden Überschusses selbst in diesem Fall so gut wie ausgeschlossen.
Drittens ist bei der Anwendung fetthaltiger Nasenpräparate selbstverständlich auf die Nasenatmung zu verzichten, bis sich das Produkt ausreichend verteilt (das heißt: die Schleimhäute benetzt) hat - siehe den vorigen Absatz. Eher flache Atmung durch den Mund erlaubt es dem Produktüberschuss, in den Mundraum und/oder durch die Speiseröhre in den Magen abzutropfen, ohne in die Luftröhre gesaugt zu werden.
Ihr seht: Man muss wissen, was man tut, und braucht auch Disziplin dazu. Deshalb verbietet sich die Anwendung lipophiler Nasenpräparate bei Kindern, dementen Menschen, und so weiter.
Nun zu den geeigneten Feuchthaltemitteln: Manche Stoffe werden von der Schleimhaut viel zu zügig aufgenommen und taugen folglich nicht zur Befeuchtung ihrer Oberfläche. Dexpanthenol wird vermutlich auch recht hurtig aufgenommen, senkt dabei aber den Irritationsgrad der Schleimhaut, wodurch sie nun auch ohne ein weiteres Feuchthaltemittel besser funktioniert. Sodium PCA, das ich für meine Haut verworfen hatte, weil es kaum einzuziehen schien, erwies sich an den Nasenschleimhäuten als ein wunderbares Mittel, um das Austrocknen der natürlichen Sekretion zu bremsen. Darüber hinaus gibt es befeuchtende Nasensprays mit Hyaluronsäure - die entsprechend auch durch hygroskopische Filmbildung wirken.
Stichwort "hygroskopisch": Gesunder Nasenschleim ist wässrig, nicht ölig. Öle können als spezielle WIrkstoffträger von Nutzen sein (siehe meine oben erklärte Spezialanwendung), aber zur Feuchterhaltung der Nasenschleimhaut sollte man nicht auf lipophile Okklusion, sondern auf hydrophile Wasserbindung setzen. Um die Reizung der Schleimhaut zu vermeiden, ist der pH-Wert idealerweise mindestens 7 und nicht höher als 8.
Ich hoffe, meine Ausführungen sind halbwegs verständlich und helfen Euch weiter.
Wie schon weiter oben festgestellt, ist das Rezept nicht von mir. Das enthaltene Lanolin sehe ich kritisch, weil es unter physiologischen Bedingungen nicht so leicht hydrolysiert wird und darum länger aspiriert werden kann. Es "verschwindet" eben nicht so schnell wie andere Lipide und ist hier anscheinend ausdrücklich als lipophiler Filmbildner eingeplant. Ich würde sowieso nicht versuchen, die Nasenschleimhäute okklusiv feucht zu halten - naturkosmetisch lehnen wir ein solches Prinzip doch auch für unsere Epidermis ab.Judy hat geschrieben:Es ist der Nasenbalsam 'Gut Schnauf'.
Im DAZ-Artikel werden unten die besonderen Risikogruppen genannt. Ihnen ist gemeinsam, dass der kontrollierte Abfluss eines Lipidüberschusses aus der Nase in den Rachen und schließlich in den Magen nicht gewährleistet ist. Wie ich im letzten Absatz angedeutet habe, halte ich Zubereitungen auf Fettbasis nicht für ein geeignetes Mittel zur Feuchthaltung der Schleimhäute. Der DAZ-Artikel lässt uns wissen, dass einer derartigen Wirkung noch am Nachweis mangelt. Weiter unten gehe ich auf die nach meiner Erfahrung gut geeigneten Nasenfeuchthaltemittel ein - allesamt keine Fette.
Wenn ich also meine Mischung aus Schwarzkümmelöl, ätherischem Palmarosa- und Cistrosenöl benutze, tue ich es wegen der entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften der Zutaten - nicht zur Befeuchtung. Das ist wichtig.
Zu den Anwendungsarten fetthaltiger Präparate: Eine solche Mixtur zu sprühen, würde ein Aerosol erzeugen, das sich viel leichter versehentlich einatmen lässt als etwas an den Schleimhäuten Entlangfließendes und gelegentlich in den Rachenraum Tropfendes. Die Anwendung zu großer Mengen auf einmal begünstigt ebenfalls das Aspirationsrisko. Deshalb bin ich, auch wenn es unbequem ist, dazu übergegangen, keine Pipette, sondern ein gewöhnliches Wattestäbchen zu verwenden, um die oben genannte entzündungshemmende Ölmischung in kontrollierten Kleinstmengen in die Nase einzubringen.
Ein weiterer Hinweis, dass es auf die Menge ankommt, ist der Rat, den die behandelnden Ärzte damals meiner Mutter gaben, die meinen Vater pflegte, der in der letzten Phase seines Lebens wegen Schluckstörungen und sich daraus ergebender Aspirationspneumonien eine PEG-Sonde hatte - also durch die Bachdecke von außen künstlich ernährt wurde. Damit ihm nicht jeglicher Speisengeschmack entgehe, sollte meine Mutter seine Zunge und Mundschleimhaut ab und zu mit ein wenig Bratensaft oder einer aromatischen Soße benetzen, damit er etwas schmecken konnte. Das Risiko einer Aspiration war durch die Vermeidung eines frei fließenden Überschusses selbst in diesem Fall so gut wie ausgeschlossen.
Drittens ist bei der Anwendung fetthaltiger Nasenpräparate selbstverständlich auf die Nasenatmung zu verzichten, bis sich das Produkt ausreichend verteilt (das heißt: die Schleimhäute benetzt) hat - siehe den vorigen Absatz. Eher flache Atmung durch den Mund erlaubt es dem Produktüberschuss, in den Mundraum und/oder durch die Speiseröhre in den Magen abzutropfen, ohne in die Luftröhre gesaugt zu werden.
Ihr seht: Man muss wissen, was man tut, und braucht auch Disziplin dazu. Deshalb verbietet sich die Anwendung lipophiler Nasenpräparate bei Kindern, dementen Menschen, und so weiter.
Nun zu den geeigneten Feuchthaltemitteln: Manche Stoffe werden von der Schleimhaut viel zu zügig aufgenommen und taugen folglich nicht zur Befeuchtung ihrer Oberfläche. Dexpanthenol wird vermutlich auch recht hurtig aufgenommen, senkt dabei aber den Irritationsgrad der Schleimhaut, wodurch sie nun auch ohne ein weiteres Feuchthaltemittel besser funktioniert. Sodium PCA, das ich für meine Haut verworfen hatte, weil es kaum einzuziehen schien, erwies sich an den Nasenschleimhäuten als ein wunderbares Mittel, um das Austrocknen der natürlichen Sekretion zu bremsen. Darüber hinaus gibt es befeuchtende Nasensprays mit Hyaluronsäure - die entsprechend auch durch hygroskopische Filmbildung wirken.
Stichwort "hygroskopisch": Gesunder Nasenschleim ist wässrig, nicht ölig. Öle können als spezielle WIrkstoffträger von Nutzen sein (siehe meine oben erklärte Spezialanwendung), aber zur Feuchterhaltung der Nasenschleimhaut sollte man nicht auf lipophile Okklusion, sondern auf hydrophile Wasserbindung setzen. Um die Reizung der Schleimhaut zu vermeiden, ist der pH-Wert idealerweise mindestens 7 und nicht höher als 8.
Ich hoffe, meine Ausführungen sind halbwegs verständlich und helfen Euch weiter.
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Ganz arg toll, lieber Harald
Super gut erklärt und ausgeführt, danke
Schwarzkümmelöl habe ich da, nur nicht die ÄÖ's - werde mal behutsam mit Wattestäbchen versuchen (arbeite ohnehin nur damit).
Dazu habe ich mir eine isotonische Salzlösung erstellt mit Hyaluronsäure (davon hatte ich nämlich auch gelesen) und Ectoin. Nur eine kleine Menge, die alle paar Tage ausgewechselt wird.
Liebe Grüße,
Judy
Super gut erklärt und ausgeführt, danke
Schwarzkümmelöl habe ich da, nur nicht die ÄÖ's - werde mal behutsam mit Wattestäbchen versuchen (arbeite ohnehin nur damit).
Dazu habe ich mir eine isotonische Salzlösung erstellt mit Hyaluronsäure (davon hatte ich nämlich auch gelesen) und Ectoin. Nur eine kleine Menge, die alle paar Tage ausgewechselt wird.
Liebe Grüße,
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Lieber Harald, ich schließe mich an, danke für die tolle Erklärung.Judy hat geschrieben:Ganz arg toll, lieber Harald
![]()
Super gut erklärt und ausgeführt, danke
...
Dazu habe ich mir eine isotonische Salzlösung erstellt mit Hyaluronsäure (davon hatte ich nämlich auch gelesen) und Ectoin.
Judy, könntest du mir bitte sagen, wie hoch du Salz und Hyaluronsäure dosierst? Meine Nasenschleimhäute leiden auch schon wieder unter der "Heizungsluft" - obwohl ich erst vorgestern die Heizung ganz leicht aufgedreht habe.
Liebe Grüße,
bibib
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- Judy
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Liebe Bibib,
hier gibt es eine Erklärung für die isotonische Lösung (0,9% Salz) - dazu habe ich ca. 0,3% Hyaluronsäure (ist bisschen viel rausgeflutscht) und mal mit 0,5% Ectoin (habe nicht mehr viel und ist zu teuer) angefangen.
Heute zweimal benutzt, vorhin dann noch bisschen Schwarzkümmelöl auf Wattestäbchen.
Im Moment fühlt sich meine Nase recht angenehm an...mal sehen...
Liebe Grüße,
Judy
hier gibt es eine Erklärung für die isotonische Lösung (0,9% Salz) - dazu habe ich ca. 0,3% Hyaluronsäure (ist bisschen viel rausgeflutscht) und mal mit 0,5% Ectoin (habe nicht mehr viel und ist zu teuer) angefangen.
Heute zweimal benutzt, vorhin dann noch bisschen Schwarzkümmelöl auf Wattestäbchen.
Im Moment fühlt sich meine Nase recht angenehm an...mal sehen...
Liebe Grüße,
Judy
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