Gesichtswasser mit Apfelessig

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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Clarimort
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Gesichtswasser mit Apfelessig

Ungelesener Beitrag von Clarimort »

Hallo ihr Lieben,


ich meld mich nach einer ganzen Weile mal wieder, nach dem ich lange nur stumm viel mitgelesen habe. :)

Ich tüftel momentan an einem Gesichtswasser und habe viele Fragen.

Bisher habe ich lange verdünnten Apfelessig genommen, da das gegen die Pickel und Pickelnarben mindern soll.
Jetzt würde ich das gerne aber bisschen modifizieren... Hab aber irgendwie nichts dazu gefunden.
Nun die Frage: Spricht irgendwas dagegen, da wirkende ätherische Öle reinzumischen (Lavendel, Zitrusöle, Teebaum)? Und statt Wasser ein Hydrolat zu nehmen oder ist das nicht sinnvoll das mit dem Apfelessig zu mischen?
Wie sieht es aus mit der Konservieren - habe Weingeist da. Wie viel ist viel sollte da rein und wie lange wäre das dann haltbar? Hab's bisher jede Woche neu gemacht, zur Sicherheit.

Das war's erstmal an Fragen. Wenn jemand noch Tipps oder Ideen für ein Gesichtswasser gegen leicht unreine, aber nicht fettige Haut hat, gerne her damit! :bingo:

Ich danke euch!

LG
Clary

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Wenn Du ätherische Öle in ein Gesichtswasser mit Apfelessig mischen möchtest, benötigst Du einen sogenannten Lösungsvermittler, der die ätherischen Öle feinst dispergiert, z. B. Dermofeel® G 10 LW. Ohne Lösungsvermittler schwimmen die ätherischen Öle in großen Batzen im Wasser und treffen möglicherweise auch unverdünnt auf Deine Haut.

Wässriges sollte in jedem Fall konserviert werden. Mit Alkohol bist Du bei rein wässrigen Lösungen mit 15 – 18 % auf die Wasserphase auf der sicheren Seite. Ein gut konserviertes Produkt, z. B. in einer Sprühflasche aufgehoben, hält erfahrungsgemäß Monate.

Hydrolate lassen sich gut mit einem Essigwasser mischen. Da sie meist einen sauren pH-Wert aufweisen, ist der Essig vermutlich gar nicht mehr notwendig. :-)
Liebe Grüße
Heike

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Eine Basisrezeptur könnte sein:

Gesichtswasser für Clarimort (100 g/ml)

Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:

Wirkstoffe (83.5 g | 83.5 %):
4 g Nicotinamid (4 %)
5 g Urea (5 %)
2 g Natriumlaktat (2 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (16.5 g | 16.5 %):
16 g Ethanol, 95 Vol.-% (16 %)
0.5 g Milchsäure (0.5 %)

ad 100 Hydrolat

Ich würde erst die Wirkstoffe in eine Flasche geben und dann mit Hydrolat auffüllen. :-) pH-Wert messen und eventuell mit Milchsäure auf pH 5,5 korrigieren.
Liebe Grüße
Heike

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Mütterchen
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Ungelesener Beitrag von Mütterchen »

Clarimort hat geschrieben:............
Wenn jemand noch Tipps oder Ideen für ein Gesichtswasser gegen leicht unreine, aber nicht fettige Haut hat, gerne her damit! :bingo:
...
klickstdu :D

findest du mein rezept und das worauf ich aufgebaut habe, mittlerweile hab ich kein betain mehr, nehme stattdessen panthenol

ich hab auch ein paar tropfen öl drin, kräftig schütteln vorm auftragen funktioniert wunderbar. Allerdings hab ich auch keine ätherischen öle drin. Würde ich in einer schüttelemulsion wohl auch nicht tun weil die verteilung, wie Heike bereits bemerkt hat, suboptimal ist.
Niacin/nicotinamid ist meine wunderwaffe gegen unreine haut, ich kann zusehen wie alles abheilt :yeah:

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petitigre
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Ungelesener Beitrag von petitigre »

Heike hat geschrieben:Eine Basisrezeptur könnte sein:

Gesichtswasser für Clarimort (100 g/ml)

Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:

Wirkstoffe (83.5 g | 83.5 %):
4 g Nicotinamid (4 %)
5 g Urea (5 %)
2 g Natriumlaktat (2 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (16.5 g | 16.5 %):
16 g Ethanol, 95 Vol.-% (16 %)
0.5 g Milchsäure (0.5 %)

ad 100 Hydrolat

Ich würde erst die Wirkstoffe in eine Flasche geben und dann mit Hydrolat auffüllen. :-) pH-Wert messen und eventuell mit Milchsäure auf pH 5,5 korrigieren.
Ich tüftele im Moment auch noch an einem geeigneten Gesichtswasser herum, welches ich nur ab und zu mal verwenden möchte, wenn meine Gesichtshaut "unruhig" ist. Ist das Natriumlaktat als "Puffer" für das Urea (aus dieser Kombination kenne ich es) oder hast Du es als Feuchtigkeitsspender/-binder eingesetzt? Warum dieses oder nicht einen anderen?
Und reicht Ethanol als Konservierer? Bietet Kaliumsorbat zusätzlichen Schutz oder ist das dann "zu viel des Guten"? Und wie wäre es mit einer Tinktur statt reinem Ethanol?
Fragen über Fragen... :-a
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Clarimort
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Ungelesener Beitrag von Clarimort »

Heike hat geschrieben:Eine Basisrezeptur könnte sein:

Gesichtswasser für Clarimort (100 g/ml)

Die Rezeptur besteht aus folgenden Ingredienzien:

Wirkstoffe (83.5 g | 83.5 %):
4 g Nicotinamid (4 %)
5 g Urea (5 %)
2 g Natriumlaktat (2 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (16.5 g | 16.5 %):
16 g Ethanol, 95 Vol.-% (16 %)
0.5 g Milchsäure (0.5 %)

ad 100 Hydrolat

Ich würde erst die Wirkstoffe in eine Flasche geben und dann mit Hydrolat auffüllen. :-) pH-Wert messen und eventuell mit Milchsäure auf pH 5,5 korrigieren.
Ooh, da sind teilweise Rohstoffe drin, die ich gar nich kenne...Da muss ich mich wohl noch etwas mehr ins Thema rein lesen. :) Das wird noch spannend!

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

petitigre hat geschrieben:Ich tüftele im Moment auch noch an einem geeigneten Gesichtswasser herum, welches ich nur ab und zu mal verwenden möchte, wenn meine Gesichtshaut "unruhig" ist. Ist das Natriumlaktat als "Puffer" für das Urea (aus dieser Kombination kenne ich es) oder hast Du es als Feuchtigkeitsspender/-binder eingesetzt? Warum dieses oder nicht einen anderen?
Ja, genau, in diesem Fall puffert es das Endprodukt. Urea zersetzt sich nachweislich in wässrigen Lösungen und verändert dabei den pH-Wert. Das Puffersystem Natrumlaktat (das Salz der Milchsäure) plus Milchsäure sorgen dafür, dass der eingestellte pH-Wert weitgehend stabil bleibt. In diesem Fall wäre eine pH-Wert-Änderung konservierungstechnisch kein Problem, da Ethanol pH-wert-unabhängig konserviert, aber wir wünschen uns einen stabilen pH-Wert auch aus hautphysiologischen Gründen.

Natriumlaktat ist das »salzige Pendant« zur Milchsäure. Bei einer pH-Wert-Änderung wird (je nachdem in welche Richtung diese geht) Milchsäure zum Salz (und hebt diesen) oder aus dem Salz wieder als Milchsäure frei (und senkt diesen). Daher braucht man diese beiden als Partner etwa im Verhältnis 4:1 (Laktat:Säure). Pharmazeutisch werden Natriumlaktat 50 % und Milchsäure 90 % verwendet. Wo kein Urea in der Rezeptur ist, gibt es keine Pufferwirkung, da Natriumlaktat und Milchsäure konstant so bleiben wie sie sind.

Vergleichbares gibt es mit Natriumcitrat und Zitronensäure, hier kombiniert man beide meines Wissens im Verhältnis 1:1. Hier gibt es eine Tabelle für den Einsatz.

Man kann sich solche Pufferlösungen auch auf Vorrat herstellen; in der Apotheke geht man aber von einer 6-monatigen Aufbrauchfrist aus, und man muss konservieren. Daher verwende ich Puffer immer nur gezielt und frisch.
Und reicht Ethanol als Konservierer? Bietet Kaliumsorbat zusätzlichen Schutz oder ist das dann "zu viel des Guten"? Und wie wäre es mit einer Tinktur statt reinem Ethanol?
Man kann mit dem Zusatz von Kaliumsorbat noch ein wenig weiter gehen, z. B. wenn man das Kosmetikprodukt mit in den Urlaub nimmt (Koffer, Wärme) oder zuhause viel Sonneneinstrahlung und Wärme hat. »Für zuhause« unter normalen Bedingungen reicht Ethanol normalerweise aus, wenn er hoch genug konzentriert ist.
Liebe Grüße
Heike

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Ungelesener Beitrag von Heike »

Clarimort hat geschrieben:Ooh, da sind teilweise Rohstoffe drin, die ich gar nich kenne...Da muss ich mich wohl noch etwas mehr ins Thema rein lesen. :) Das wird noch spannend!
Du findest alle als Portrait auf Olionatura.de – insofern steht dem Einlesen nichts entgegen. :-)
Liebe Grüße
Heike

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petitigre
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Ungelesener Beitrag von petitigre »

Danke für die ausführliche Antwort, Heike! Jetzt habe ich alles verstanden, denke ich. :)
Aber da ich eine 60 %ige Natriumlaktat-Lösung zu Hause habe, brauche ich wohl nur 1,6 % (laut Angaben auf Olionatura). Und Kaliumsorbat werde ich weglassen - "weniger ist mehr"...
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

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Ungelesener Beitrag von Heike »

petitigre hat geschrieben:Aber da ich eine 60 %ige Natriumlaktat-Lösung zu Hause habe, brauche ich wohl nur 1,6 % (laut Angaben auf Olionatura).
Ja, das habe ich damals unter Vorbehalt so errechnet. Für Korrekturen bin ich immer offen. :schmatz:
Liebe Grüße
Heike

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