petitigre hat geschrieben:Ich tüftele im Moment auch noch an einem geeigneten Gesichtswasser herum, welches ich nur ab und zu mal verwenden möchte, wenn meine Gesichtshaut "unruhig" ist. Ist das Natriumlaktat als "Puffer" für das Urea (aus dieser Kombination kenne ich es) oder hast Du es als Feuchtigkeitsspender/-binder eingesetzt? Warum dieses oder nicht einen anderen?
Ja, genau, in diesem Fall puffert es das Endprodukt. Urea zersetzt sich nachweislich in wässrigen Lösungen und verändert dabei den pH-Wert. Das Puffersystem Natrumlaktat (das Salz der Milchsäure) plus Milchsäure sorgen dafür, dass der eingestellte pH-Wert weitgehend stabil bleibt. In diesem Fall wäre eine pH-Wert-Änderung konservierungstechnisch kein Problem, da Ethanol pH-wert-unabhängig konserviert, aber wir wünschen uns einen stabilen pH-Wert auch aus hautphysiologischen Gründen.
Natriumlaktat ist das »salzige Pendant« zur Milchsäure. Bei einer pH-Wert-Änderung wird (je nachdem in welche Richtung diese geht) Milchsäure zum Salz (und hebt diesen) oder aus dem Salz wieder als Milchsäure frei (und senkt diesen). Daher braucht man diese beiden als Partner etwa im Verhältnis 4:1 (Laktat:Säure). Pharmazeutisch werden Natriumlaktat 50 % und Milchsäure 90 % verwendet. Wo kein Urea in der Rezeptur ist, gibt es keine Pufferwirkung, da Natriumlaktat und Milchsäure konstant so bleiben wie sie sind.
Vergleichbares gibt es mit Natriumcitrat und Zitronensäure, hier kombiniert man beide meines Wissens im Verhältnis 1:1.
Hier gibt es eine Tabelle für den Einsatz.
Man kann sich solche Pufferlösungen auch auf Vorrat herstellen; in der Apotheke geht man aber von einer 6-monatigen Aufbrauchfrist aus, und man muss konservieren. Daher verwende ich Puffer immer nur gezielt und frisch.
Und reicht Ethanol als Konservierer? Bietet Kaliumsorbat zusätzlichen Schutz oder ist das dann "zu viel des Guten"? Und wie wäre es mit einer Tinktur statt reinem Ethanol?
Man kann mit dem Zusatz von Kaliumsorbat noch ein wenig weiter gehen, z. B. wenn man das Kosmetikprodukt mit in den Urlaub nimmt (Koffer, Wärme) oder zuhause viel Sonneneinstrahlung und Wärme hat. »Für zuhause« unter normalen Bedingungen reicht Ethanol normalerweise aus, wenn er hoch genug konzentriert ist.