klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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Schnattie
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klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Hallo :winkewinke:

Zu kurzzeitigen Behandlung (1-2 Wochen) von trockener, spröder, entzündlicher Haut bzw auch zur Versorgungen von leichten (Brand)Wunden möchte ich eine einfache Ringelblumensalbe herstellen (Heikes Rohstoffbuch S. 229):
10 g getrocknete (20 g frische) Calendulablüten in 100ml Öl unter Rühren 15 min. im Topf bei ca. 50°C ausziehen. Öl abfiltern, mit 10 g Bienenwachs und 10 g Pflanzenbutter aufschmelzen, kalt rühren. Nach dem Abkühlen in Töpfchen abfüllen; diese erst nach Erkalten verschließen.
Der Vorteil ist, dass sie sich im Kühlschrank lange hält, was ja wichtig ist, da sie nicht regelmäßig verwendet wird.
Der Nachteil: Das Aufliegende und Einhüllende ist im Besonderen bei Brandwunden nachteilig und ungeeignet.

Nun überlege ich, wie man die Rezeptur "veredeln" könnte, ohne dabei die natürliche Haltbarbeit zu verlieren.
Die Rezeptur solle "leichter" werden. Und Hydratisierer wären wünschenswert. Durch Zugabe von Kamille und Beiwell (zusammen mit Ringelblume im Öl ausziehen; Mengenanteile entsprechend wählen) wird die Heilwirkung verstärkt (Beinwell hat eine stark zellgenerierende Wirkung).

Nun ja, die Rezeptur hat keine WasserPhase. Aber sobald man diese einplanen würde, um Hydratisierer einzubauen, würde doch die Haltbarkeit darunter leiden und man müßte mit Konservierung arbeiten, was ich jedoch in dieser Heilsalbe nicht möchte. Als Hydratisierer hatte ich Panthenol oder Glycerin im Kopf. TEGO Natural Betaine hätte ich auch zur Hand. Soweit ich das überschaue, benötigen diese doch aber eine Wasserphase, oder?
Desweiteren würde ich den Bienenwachsanteil auf 5 g Reduzieren und den Anteil der Pflanzenbutter (in meinem Fall eine Shea) auf 15 g erhöhen, um das Einhüllende etwas zu schwächen.

Was meint ihr dazu? Habt ihr Ideen - vor allem bzgl. der Hydratisierer?
Liebe Grüße sendet
Anja


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fortunella
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Ja, ich hätte da eine Idee: wenn du eine eine einfache Feuchtigkeitscreme (O/W) mit den Hydratisierern deiner Wahl machst, mit einem Calendula-Ölauszug als Grundlage, und diese einfach ein kleinen 10ml-Tiegeln portionsweise einfrierst, wie wäre das? Hast du bei Bedarf immer ruckzuck frisch aufgetaut parat.
Bei Brandwunden würde ich allerdings auf jedwede ölige Bestandteile verzichten und eher so etwas wie ein Brandgel auf Wasserbasis mit z.B. Aloe vera konzipieren (habe da jetzt aber leider auch kein fertiges Rezept in der Tasche).
Liebe Grüße, fortunella

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Ame
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Ame »

Hallo!
Glycerin erhält nur einen ganz geringen Wasseranteil, wenn man 96 prozentiges nimmt. Daher wird die Haltbarkeit nicht beeinträchtigt. Einige Wirkstoffe lassen sich auch in Glycerin lösen ohne H2O in die Rezeptur einarbeiten zu müssen :-a
Gutes Gelingen!
Liebe Grüße,
Ame

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Heike
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Heike »

Ich finde es schwierig, diese Salben auf Vorrat herzustellen. Zeitweise hatte ich alles zuhause … Rotöl, Ringelblumen-, Beinwellsalbe usw., und nach einem Jahr konnte ich alles in die Tonne kloppen, weil sich (zum Glück) niemand verbrannt, verstaucht oder verzerrt hat. ;-)

Das ist aber nicht Deine Frage. :-)

Im Vordergerund einer Heilanwendung steht immer die gewünschte Funktion im Vordergrund, aus der sich dann die Galenik ergibt, d. h., welche Anwendungsform (der Pharmazeut würde »Vehikel« sagen) sich dazu eignet.

Bei einer Brandwunde will man zunächst kühlen, es ist in der Regel ein akuter Zustand, und dann wird man zu einem wässrigen Umschlag oder einem Gel greifen.

In anderen Situationen sind andere Funktionen gefragt. Ein typisches Einsatzgebiet einer Salbe ist kein akuter, sondern ein chronischer Zustand; man sucht Okklusion, durch die Wirkstoffe besser in die Haut eindringen. Das macht die klassische fettbasierte Salbe wunderbar, denn aus ihr können die lipophilen Substanzen sehr gut in die Epidermis penetrieren.

Emulsionen liegen in ihrem Wirkspektrum dazwischen, können je nach Konzeption stärker okkludieren oder kühlen – O/W, W/O, Wasserphase, Planung der Fettphase, eben diese Faktoren spielen eine Rolle.

Die Frage ist: Was willst Du erreichen? Hydratisieren ist zunächst eine kosmetische Funktion (bei trockener Haut natürlich auch eine dermatologisch sinnvolle und therapeutisch unterstützende), aber keine klassische Funktion aus dem Heilbereich. Man kann Urea in eine Fettsalbe einarbeiten. Dort wird es – das weiß man von diesem dermatologisch sehr gut dokumentierten Wirkstoff – sehr gut in die Haut penetrieren und dort Wasser binden. Bei offenen Stellen wird es brennen (»stinging« nennt man das). Ansonsten ist hier seine gute Wirkung belegt und wird in der dermatolgischen Praxis auch angewendet.
Glycerin in reinen Fettphasen … ausprobieren. Ich finde es effektiver in wasserbasierten Vehikeln.
Liebe Grüße
Heike

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Schnattie
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

vielen dank euch. Ihr habt mir geholfen. Die Rezeptur auf Brandwunden zu optimieren, ist aufgrund der fehlenden Wasserphase wirklich fast unmöglich. Später, wenn bei der Brandwunde die Hitze nachgelassen hat, dann ist es was anderes - da kann dann so eine Heilsalbe sinnvoll sein. Nur zur direkten Behandlung nach Verbrennung ist Kühlung angesagt und das geht mit einer "salbigen" Heilsalbe nunmal nicht. Das wäre geklärt. Danke Euch
:knicks:

Und wenn ich so drüber nachdenke, dann brauchen wir eine Salbe für Verbrennungen auch so gut wie nie :kicher: - da war wohl die Rezeptplanungs- und Rührlust größer, als der realistische Bedarf ;)

An Urea mag ich mich nicht so recht rantrauen - das hat so einen intensiven, eigenen Geruch. Ich mußte früher mal Ureacreme benutzen und ich fand die sowas von bäähhh.

Oki doki - dann probiere ich eine Heilsalbe mit 3% Glycerin und 3% Panthenol aus - ohne WP. So benötige ich hoffentlich keinen Emulgator und keine zusätzliche Konservierung. Die Salbe kann/sollte dann sinnvollerweise in Verbindung mit einem Hydrolat (z.B. Kamille) angewendet werden. Anwendungsbereich: Trockene, rissige, spröde (mitunter sogar entzündliche) Hautstellen. Also wird die Salbe mehr ausgerichtet sein in Richtung unterstützdende Hautpflege mit Heilwirkung ausgewählter Pflanzenkräfte. Und für Verbrennungen muss im unwahrscheinlichen Bedarfsfall kühles Wasser reichen. 1-2 Tage später darf dann nachgesalbt werden, um die Heilung zu unterstützen.

Herstellungsmenge: Wenig (30 - 50g) - dass kann man dann gut aufbrauchen innerhalb adäquater Zeit (so 3-6 Monate??)

Ich werde die genaue Rezeptur dann posten und berichten, wie sie geworden ist und wie sie wirkt.
Liebe Grüße sendet
Anja


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Heike
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Heike »

Schnattie hat geschrieben:Und wenn ich so drüber nachdenke, dann brauchen wir eine Salbe für Verbrennungen auch so gut wie nie :kicher: - da war wohl die Rezeptplanungs- und Rührlust größer, als der realistische Bedarf ;)
Ich kann Dich gut verstehen, zumal diese Salben einfach herzustellen sind – man hat so schnell ein Erfolgserlebnis.
An Urea mag ich mich nicht so recht rantrauen - das hat so einen intensiven, eigenen Geruch. Ich mußte früher mal Ureacreme benutzen und ich fand die sowas von bäähhh.
:gruebel: An sich riecht es nicht. Es ist nur in wässrigen Zubereitungen hydrolysegefährdet. Vermutlich war sie nicht genügend gepuffert (z. B. mit Natriumlaktat/Milchsäure, 4 Teile zu 1 Teil), dann zersetzt sich Urea, und die basischen Abbauprodukte beschleunigen zusätzlich den Zerfall. Urea braucht optimal einen pH-Wert um pH 6,2. Ein saurer pH-Wert macht ihm nicht soviel aus wie ein basischer, alles über 7 ist sehr schlecht für die Stabilität.
Oki doki - dann probiere ich eine Heilsalbe mit 3% Glycerin und 3% Panthenol aus - ohne WP. So benötige ich hoffentlich keinen Emulgator und keine zusätzliche Konservierung. Die Salbe kann/sollte dann sinnvollerweise in Verbindung mit einem Hydrolat (z.B. Kamille) angewendet werden. Anwendungsbereich: Trockene, rissige, spröde (mitunter sogar entzündliche) Hautstellen. Also wird die Salbe mehr ausgerichtet sein in Richtung unterstützdende Hautpflege mit Heilwirkung ausgewählter Pflanzenkräfte. Und für Verbrennungen muss im unwahrscheinlichen Bedarfsfall kühles Wasser reichen. 1-2 Tage später darf dann nachgesalbt werden, um die Heilung zu unterstützen.
Ja, das wäre eine Lösung, die vermutlich das tut, was Du Dir wünschst. :-)

Herstellungsmenge: Wenig (30 - 50g) - dass kann man dann gut aufbrauchen innerhalb adäquater Zeit (so 3-6 Monate??)

Ich werde die genaue Rezeptur dann posten und berichten, wie sie geworden ist und wie sie wirkt.[/quote]
Liebe Grüße
Heike

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Welche Öle würdet Ihr zum Ausziehen der Kräuter empfehlen?

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

Oha - da fällt mir noch was ein:
Welche Öle würdet Ihr zum Ausziehen der Kräuter empfehlen?
Jojobaöl wäre ja ne Möglichkeit, das läßt sich ja erhitzen - nur da hab ich nicht mehr so viel.
Aber das (Erhitzbarkeit) trifft ja nicht auf alle Basisöle zu, oder? Welche anderen Öle wären denn noch gut geeignet, um darin siedender Art Kräuter auszuziehen??

danke vorab
Liebe Grüße sendet
Anja


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Helga
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Helga »

Vielleicht findest Du hier
ein paar Antworten.

:)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Schnattie
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

vielen Dank für den Link, Helga - ich kenne den Artikel bereits :)
Meine Frage zielte ganz konret auf Empfehlungen für Öle, die für einen Warmauszug geeignet sind. Kann man jedes oxidativ stabile Öl 15 min - 30 min simmern lassen? Was nehmt ihr, wenn ihr Warmauszüge (wie z.B. bei der Herstellung der Ringelblumensalbe) macht?
Liebe Grüße sendet
Anja


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Birgit Rita
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Birgit Rita »

Liebe Schnattie,
Mandel, Olivenöl und Jojoba sind meine bevorzugten Auszugsöle (Wachse), weil ich die auch gern verwende.
Ich nehme gerne hochwertige Öle, bio kaltgepresst-
Lieben Gruß
Birgit Rita :-)

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Schnattie
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Re: klassische Ringelblumensalbe mit Hydratisierern??

Ungelesener Beitrag von Schnattie »

dankeschön RitaRose :knicks:
das scheinen wirklich die Favoriten zu sein. Mal sehen, ob noch andere Öle benannt werden.
Aber ich ahne schon, dass ich wohl meinen bescheidenen Vorrat von 100 ml hochwertigem, gutem Jojobaöl aufstocken muss :D
Liebe Grüße sendet
Anja


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