Könnte ein Hydrodispersionsgel so gelingen?

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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nommh

Könnte ein Hydrodispersionsgel so gelingen?

Ungelesener Beitrag von nommh »

Lange bin ich um das Jiagulan-Hydrogel herumgeschlichen, aber es ging mir wie Juniper, ich wollte es alles ganz schlicht haben. Um es gleich vorweg zu sagen, es ist nicht ein Hauch an Konservierung dabei, ich weiß. Ich habe vor, das Gel in kleinen Portionen einzufrieren (Silikon-Pralinenform).

Nur deshalb habe ich gewagt, den Schwebstoffhorror Schwarztee in das Rezept zu bringen. Aber seit ich hier in der Rührküche den Tipp gelesen habe, Schwarztee gegen Juckreiz einzusetzen bin ich einfach begeistert davon und stelle es mir großartig vor, es den ganzen Tag 'dabei' zu haben.

Phase A
• 6,0 g Glycerin
• 1,0 g Xanthan
• 50,0 g Schwarzer Tee
• 32,0 g Wasser
Phase C
• 8,0 g Öl aus der B-0-Gruppe
• 1,5 g Baobaböl
• 1,5 g Walnussöl

Eigentlich wollte ich als B-0-Öl Marulaöl nehmen, aber das vertrage ich wahrscheinlich nicht. Als nächstes probiere ich Jojoba aus und dann vielleicht noch Squalan dazu?

Aber die Auswahl der Öle ist ein Kinderspaziergang im Vergleich zu der Frage, ob das Gel überhaupt etwas werden kann - schließlich habe ich die gesamte Phase B aus dem Originalrezept unter den Teppich gekehrt. Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem das Lipodermin einen wichtigen Beitrag zur Konsistenz des Gels leistet.

Während ich beim Essen wirklich probierfreudig bin, merke ich, dasss ich bei der Ernährung meiner Haut wohl doch eher ängstlich bin. Klar, um einen Emulgator komme ich auf Dauer nicht herum, aber bei einem Gel?

Ich habe auf 100g berechnet, weil mein Zauberstab im 250ml-Becherglas bei 50ml sowieso leerlaufen würde.

Ich habe oft nässende Neuro-Stellen (Augenlid und hinterm Ohr), deshalb will ich nicht mal Alkohol und insgesamt ein Produkt, das ich überall hinschmieren kann, auch ans Kinn und die Mundwinkel (gern auch eingerissen), wo die Neurodermitis eher schuppig ist und eine minimale Tendenz zur Verhornung hat.

Hoffentlich bin ich nicht allzusehr auf dem Holzweg. Vielen Dank schon jetzt für Eure Hilfe

MissyP

Ungelesener Beitrag von MissyP »

Guten Morgen,

ich selber bin auch gebeutelt von neurodermitischen Hautveränderungen im Gesicht...

Was daher super wichtig und unerlässlich für mich ist, ist die Konservierung!!! Die Haut ist eh schon kaputt/gestresst, daher gehört es für mich unabdingbar dazu, wenigstens die potentielle Keimbelastung auf ein Minimum reduzieren.

Ich kann Alkohol in denen von uns zur Konservierung verwendeten Konzentrationen gut vertragen. Alternativ könntest Du doch auch mit Rokonsal oder ähnlichem konservieren.

Ich würde Schwarztee eher frisch, als eine Art Gesichtswasser oder so verwenden - nicht jedoch in eine Creme oder in ein Gel einarbeiten.

Warum möchtest Du ein Gel herstellen??? Ich habe, für mich festgestellt, dass meine Haut damit langfristig nicht zufrieden ist - gerade die neurodermitischen Stellen. Daher kann ich leider auch keine Aussage zu dem Gel an und für sich machen. Sorry

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

Schwarztee wirkt am effektivsten als Kompresse, frisch zubereitet. Leider oxidieren seine Bestandteile sehr schnell (man sieht das auch an der Verfärbung: Tee, der lange steht, wird ganz dunkel und verliert seine schöne rötliche Tönung).

1 % Gelbildner macht ganz sicher ein Gel. Ob es sich gut auf der Haut anfühlt, ist eine andere Geschichte. :-) Xanthan tranparent ist schön, oder Natrosol® 250 HX, am besten autoklaviert im Dampfdrucktopf (macht sterile Gele und verbessert die Haptik). Viele Gelbildner kann man sehr gut kombinieren, und man braucht weniger für die gleiche Stabilität, weil sie synergistisch wirken.

Ansonsten wäre es gut, wenn Betroffene sich äußern würden, denn persönliche Erfahrungen sind besser als meine Theorie.
Liebe Grüße
Heike

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Petunie
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Ungelesener Beitrag von Petunie »

Gleich vorweg: ich bin Psoriatikerin, habe demnach keine Erfahrung mit Neurodermitis.
Kenne aber das Problem im Gesicht: für meine Aknehaut genügt tagsüber nur ein Feuchtigkeitsgel - für die Psoriasisstellen (Stirn und Schläfe) ist ein Gel definitiv viel zu wenig - da ergänze ich mit einer fettreicheren Creme.
Abends benutze ich ein Hydrodispersionsgel und die Pso-herde profitieren da sehr davon.
Ich würde dir wirklich empfehlen mal an kleinen Stellen Cremen mit Emulgatoren auszuprobieren, damit du die Palette an möglichen Konzepten erweitern kannst.
Alles Gute deiner Haut! :hallihallo:
Ein herzliches Lächeln ist das schönste Make-up.....

nommh

Ungelesener Beitrag von nommh »

Vielen Dank für Eure Antworten!
MissyP hat geschrieben: Warum möchtest Du ein Gel herstellen??? Ich habe, für mich festgestellt, dass meine Haut damit langfristig nicht zufrieden ist - gerade die neurodermitischen Stellen. Daher kann ich leider auch keine Aussage zu dem Gel an und für sich machen. Sorry
Ich dachte mir, ein Gel, das müsste für eine absolute Anfängerin wie mich leichter zu bewerkstelligen sein als eine Creme. Eine überschaubare Menge von Zutaten und der Gelbildner gibt die Konsistenz. Wenn ich mir nichts Falsches gemerkt habe, unabhängig von der Temperatur.

Es ist überhaupt keine Frage, dass meine Haut mit einem Gel allein nicht zufrieden sein wird. Aber Augenlider und Ohren sind nicht ganz so fetthungrig. Und wenn meine Haut gerade so richtig zickt, kann es durchaus sein, dass sie bei zuviel Fett klaustrophobische Anfälle bekommt. Also dachte ich, lösche ich erstmal nur den Durst und kümmere mich dann um den Hunger (was habe ich nicht alles auf dem Zettel: Lippenpomade, Tages- und Nachtpflege, Reinigungslotion usw.).
Heike hat geschrieben:Schwarztee wirkt am effektivsten als Kompresse, frisch zubereitet. Leider oxidieren seine Bestandteile sehr schnell (man sieht das auch an der Verfärbung: Tee, der lange steht, wird ganz dunkel und verliert seine schöne rötliche Tönung).
.

Ich weiß, aus schönem Schwarztee wird nur allzuschnell eine widerliche schlammfarbene Brühe. Ich hatte einfach gehofft, wenn ich das ganze so schnell wie möglich einfriere, dass ich die Oxidation wenn nicht stoppen, dann doch wenigstens massiv verlangsamen kann. Ich werde mal experimentieren - Tee schnell runterkühlen und ab ins Gefrierfach. Oder hat das schon jemand versucht?

Natürlich kann ich auch einfach Wasser nehmen. Oder hat jemand einen Tipp für ein käuflich erwerbbares Hydrolat?
Heike hat geschrieben: 1 % Gelbildner macht ganz sicher ein Gel. Ob es sich gut auf der Haut anfühlt, ist eine andere Geschichte. :-)
Ist 1% zu viel? Ich habe versucht, mich an dem Rezept für das Jiaogulan-Hydrogel zu orientieren, das hat 0,4g Xanthan und 0,1g Hyaluronsäure, also 1%. Ich habe ja keine Ahnung, wie die einzelnen Wirkstoffe miteinander reagieren, was die Konsistenz angeht. Wäre 1% in meinem Entwurf zu pappig, weil ich weder Lipodermin noch Alkohol an Bord hätte? Es ist ja wirklich nur ein Entwurf...

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Heike
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Ungelesener Beitrag von Heike »

nommh hat geschrieben:Ist 1% zu viel? Ich habe versucht, mich an dem Rezept für das Jiaogulan-Hydrogel zu orientieren, das hat 0,4g Xanthan und 0,1g Hyaluronsäure, also 1%. Ich habe ja keine Ahnung, wie die einzelnen Wirkstoffe miteinander reagieren, was die Konsistenz angeht. Wäre 1% in meinem Entwurf zu pappig, weil ich weder Lipodermin noch Alkohol an Bord hätte? Es ist ja wirklich nur ein Entwurf...
Nein, in keinem Fall, manchen nehmen auch 1,2 % Gelbildner. Nur kommt es stark auf den verwendeten Gelbildner, die gesamte Konzeption des Produkts und das persönliche Empfinden nach dem Auftrag an, daher geht kein Weg am persönlichen Testen vorbei. :-)
Liebe Grüße
Heike

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