Ich glaube, ich habe ein Konservierungsproblem …

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Heike
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Ich glaube, ich habe ein Konservierungsproblem …

Ungelesener Beitrag von Heike » 29. März 2008, 13:11

Tja, ich ziehe für mich gerade ein Fazit nach einem Prozess, den ich bisher vollkommen anders eingeschätzt habe. Wobei: natürlich spielen klimatische Einflüsse eine Rolle … dennoch:

Seit einigen Wochen verwende ich meine Creme … nach 2, 3 Wochen wird die Haut unruhig, spannt, wirkt trockener unter den Augen. »Ui«, denke ich, »ja, der Winter, ich brauche mehr gesättigte Fette.« Rühre neu (Rest der alten Creme kommt auf die Beine), das gleiche Spiel nach 2, 3 Wochen erneut. Jetzt wieder, meine schöne Emulmetik-Creme, die mir super gut tut – nach 2, 3 Wochen unruhige Haut. Sobald die neue Ration kommt, beruhigt sie sich meine Haut wieder. Alle Cremes waren auch nach 3 Wochen optisch, geruchlich usw. einwandfrei.

Ich glaube mittlerweile, ich habe ein Konservierungsproblem, das meiner sehr sensibel reagierenden Gesichtshaut ordentlich zusetzt. Ich rühre gleich neu, werde alles vorher im Dampftopf sterilisieren, neue Pumpköpfe verwenden und 10 % Alk auf Wasserphase und Kaliumsorbat nehmen. Manno. :/
Liebe Grüße
Heike


Rosmarina
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Ungelesener Beitrag von Rosmarina » 29. März 2008, 13:58

Tendenziell kenne ich das Problem. Ich verwende schon lange 10% Alc. bezogen auf die Wasserphase und damit klappt es deutlich besser. Leider vertrage ich kein Kaliumsorbat oder Akons, daher gibt es für mich keine Alternative. Ich mache winzige Portionen um öfter frische Chargen zu benutzen.

Mit Paraben ist das alles anders, aber wenn man das nicht möchte....

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Ute
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Ungelesener Beitrag von Ute » 29. März 2008, 14:54

Rosmarina hat geschrieben: Mit Paraben ist das alles anders, aber wenn man das nicht möchte....
...dachte ich auch immer.
Aber PHB-Ester ( = Parabene ) verteilen sich schön aus der WP in die FP hinein und lassen dann die Wasserphase " nackicht " , bzw. unzureichend konserviert.

Ich verweise da immer gerne auf die Seite der Pharmazeutischen Zeitung , in der Rezeptdatenbank unter " Konservierung " und "PHB-Ester ".

Und nach wie vor habe ich für die Verunreinigung mancher Cremes unraffinierte Rohstoffe in Verdacht.

Mal ganz übertrieben böse formuliert:
Wer sich Bilder anschaut, wie in Afrika Shea Butter hergestellt wird - uralte Pressen in Holzhütten mit Lehmboden, fröhliches herummatschen mit bloßen Händen , abfüllen in unsterile Behälter - das Ganze dann in Containern wochenlang unterwegs durch die Weltgeschichte - ja, wer möchte da eigentlich nicht erst einmal alles abkochen?

Aber nein, wir schonen den Rohstoff und erwärmen ihn maximal auf 40°C :) .

Ich habe enorme Probleme mit unraffinierter Shea Butter und hatte mehrere Chargen verschiedener Hersteller .
Allerdings reagiere ich wohl auch allergisch auf Candida albicans ( sagte einer der diversen Allergieteste ) , und das ist in Spuren in fast jeder unraffinierten Shea zu finden.

Raffinierte Butter , zum Schluß mit in die FP gegeben und alles ist gut.

Dies nur mal so eingeworfen, da ich keinen Zweifel daran hege, das Heike sauber arbeitet :D .
Liebe Grüße, Ute

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Ungelesener Beitrag von Heike » 29. März 2008, 17:04

Ja, Ute, da ist sicher was dran. Aus gleichem Grund habe ich ja vor einiger Zeit so nachhaltig versucht, das Problem nativer Buttern und fehlender Analysezertifikate deutlich zu machen. Es ist exakt das, was Du sagst: die Herstellung und Abfüllung erfolgt oft nach einheimischen Standards, mit schmutzigem Wasser aus der Dorfpfütze und und und. Die Kontaminationen sind erheblich (und die Regel), und die alarmierenden Zahlen, die ich nannte, kamen aus einer seriösen Quelle.

Ich habe die Shea von sheabutter-ghana.de, mit Analysezertifikat eines deutschen Labors und aus einer Herstellung, die vor Ort begleitet und kontrolliert wird, da der Händler dort mit seiner einheimischen Frau lebt.
Die Kooperation mit den einheimischen Frauen war anfangs nicht leicht, aber nachdem er sich konsequent weigerte, unsachgemäß hergestellte Butter anzukaufen, hält man sich heute an Verarbeitungsmethoden »made in Germany« – sonst stehen die Frauen nämlich ohne Einkommen da. Die Butter sieht sehr appetitlich aus: Hellgelb, absolut homogen, nicht grau-grün-griesig:

[ externes Bild ]


Das ist das Problem vieler Händler: sie kaufen das Endprodukt, wissen aber nicht, was vor Ort geschieht. Lebt man mit den Frauen vor Ort, hat man eine ganz andere Kontrolle. Im Zweifelsfall würde ich einer unraffinierten ohne Papiere immer raffinierte Butter mit Papieren vorziehen.

Naja, kleiner Schlenker. :-D Ich wollte nur sagen, Ute, dass ich das Problem und die Gefahr genauso wahrnehme wie Du, im Moment bei meinen Cremes allerdings eher Stabilitätsprobleme sehe, die aus anderen Ursachen der Verkeimung rühren. 5 % Alk auf Wasserphase ist im warmen Badezimmer vielleicht nicht so optimal? Und pH 5,5 für Kaliumsorbat hart an der Grenze … ?

Ich habe eben gerührt, mit vorher im Dampftopf sterilisierten Bechergläsern, mit Alkohol großzügig eingesprühten und lufttrockneten Utensilien, 10 Minuten mit Alk gefüllten und abgetropften Cremetöpfen und Spendern. Haha. :-D

Ein Feuchtigkeitsserum (15 ml):
12,0 gr Rosenhydrolat (Rosenwasser von Behawe, vorkonserviert, jawohl! :zickig:)
0,75 gr Urea (5 %)
0,75 gr Glycerin (5 %)
0,3 gr Sorbit (2 %)
0,3 gr Panthenol (2 %)
5 Körnchen Steinsalz
0,3 gr Lipodermin (2 %)
0,2 gr Hyaluronsäure (ein halber kleiner ML)
1 Tropfen Milchsäure
4 Tropfen Granatapfelsamenöl (ca. 0,2 gr)

Und ein barrierschützendes Emulmetik-Cremchen mit 12 % Alk auf Wasserphase (das wird nun spannend), 35:65 % Fett-/Wasserphase:

Fettphase:

6,0 gr Öle (Mandel, Jojoba, Avocado, Wildrose)
1,5 gr Sheabutter
0,5 gr Red Palm (:argverlegen: bin im Bioladen letztens schwach geworden)
1,5 gr UdA (5 %, volle Barriere-Dröhnung)
2 Pellets Bienenwachs (0,2 gr)
0,5 gr Squalan

1,2 gr Emulmetik® 320 (4 %)
0,1 gr Lysolecithin (zum Lösen des Ascorbylpalmitats, siehe unten)

Wasserphase:
16,4 gr Wasser (abgekocht)
2,6 gr Rosentinktur, 70%ig (macht 12 % reinen Weingeist auf die Wasserphase)

1,0 gr Niacin
0,3 gr Ascorbylpalmitat
1,0 gr Lipodermin

Es ist eine leichte Creme, die jetzt, nach 2 Stunden, bereits angezogen ist und so nicht mehr in einen Pumpspender will. Ich sage Euch was: Serum und Creme aufgetragen und meine Haut hört schlagartig auf zu spannen, wird rosig und schnurrt sprichwörtlich. Mal sehen, ob sie in 2 Wochen mit 12 % Alk auf Wasserphase immer noch schnurrt. :kicher: Mann, ich war heute schon nahe dran, 70 Eurönchen für Laveré auszugeben. :eek:

Zum Ascorbylplamitat schreibe ich nun etwas in den dazugehörigen, aktuellen -> Thread.
Liebe Grüße
Heike


Gitta

Ungelesener Beitrag von Gitta » 29. März 2008, 17:19

Ute hat geschrieben:
...dachte ich auch immer.
Aber PHB-Ester ( = Parabene ) verteilen sich schön aus der WP in die FP hinein und lassen dann die Wasserphase " nackicht " , bzw. unzureichend konserviert.
das gilt aber nur für die reinen PHB-Ester. Unser Paraben K ist eine Mischung aus Methylparaben, Propylparaben, Farnesol und Benzylalkohol. Die ersten beiden sind die reinen PHB-Ester und schlecht wasserlöslich. Benzylalkohol hingegen löst sich gut in Wasser und verbessert die Wasserlöslichkeit der PHB-Ester. In dem Buch Kosmetiklexikon von Aggy und Frank Burczyk steht zu dem Thema, dass man durch geringe Zugabe (ca. 3-5%) von Propylenglykol die Wasserlöslichkeit weiter verbessern kann. Sie werden dadurch in der Wasserphase besser zurückgehalten.

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Ungelesener Beitrag von Heike » 30. März 2008, 09:42

Eindruck heute morgen: meine Haut juckt nicht, spannt nicht und sieht deutlich ruhiger und entspannter aus. Das Auftragen des Feuchtigkeitsserums hat heute morgen auch nicht mehr gebrannt (ja, es brannte gestern ganz schön, obwohl da kein Alkohol drin ist. Ich denke, das war Urea). Heute rühre ich die Creme noch einmal, ohne Avocadoöl. Das war gestern die Verzweiflung, aber ich kann es geruchlich einfach nicht ertragen. :schreck:

Die 12 % Alk spüre ich nun erstmal nicht; man riecht sie auch nicht raus. :-)
Liebe Grüße
Heike


Tabea

Ungelesener Beitrag von Tabea » 30. März 2008, 11:08

Heike hat geschrieben:Es ist exakt das, was Du sagst: die Herstellung und Abfüllung erfolgt oft nach einheimischen Standards, mit schmutzigem Wasser aus der Dorfpfütze und und und. Die Kontaminationen sind erheblich (und die Regel), und die alarmierenden Zahlen, die ich nannte, kamen aus einer seriösen Quelle.

Ich habe die Shea von sheabutter-ghana.de, mit Analysezertifikat eines deutschen Labors und aus einer Herstellung, die vor Ort begleitet und kontrolliert wird, da der Händler dort mit seiner einheimischen Frau lebt.
Die Kooperation mit den einheimischen Frauen war anfangs nicht leicht, aber nachdem er sich konsequent weigerte, unsachgemäß hergestellte Butter anzukaufen, hält man sich heute an Verarbeitungsmethoden »made in Germany« – sonst stehen die Frauen nämlich ohne Einkommen da. Die Butter sieht sehr appetitlich aus: Hellgelb, absolut homogen, nicht grau-grün-griesig
Ich habe auch noch einen 400 g Topf voll grünlicher Sheabutter, den werde ich über den Jordan schmeißen (oder für die Fußsohlen nehmen :evil: ;D ) . Danke für den Link für eine "reine" Sheabutter, die werde ich dort bestellen. Da sind doch manchmal wohl raff. Zutaten besser, aber die besten Wirkungen sind dann leider hinüber.

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Ungelesener Beitrag von Heike » 30. März 2008, 11:35

Tabea hat geschrieben:Ich habe auch noch einen 400 g Topf voll grünlicher Sheabutter, den werde ich über den Jordan schmeißen (oder für die Fußsohlen nehmen :evil: ;D ) . Danke für den Link für eine "reine" Sheabutter, die werde ich dort bestellen. Da sind doch manchmal wohl raff. Zutaten besser, aber die besten Wirkungen sind dann leider hinüber.
Die muss nicht kontaminiert sein, es gibt Sheas in vielen Schattierungen; sicher aber ist der Herstellungsprozess ein anderer. Hast Du ein Analysezertifikat? Sonst würde ich einfach beim Händler nachfragen.
Liebe Grüße
Heike


Anonymous

Ungelesener Beitrag von Anonymous » 30. März 2008, 12:05

Tabea hat geschrieben:
Ich habe auch noch einen 400 g Topf voll grünlicher Sheabutter, den werde ich über den Jordan schmeißen (oder für die Fußsohlen nehmen :evil: ;D ) .
Verseiiiiifen Tabea, verseiiiiifen! :kicher: :oha: ;D


Tabea

Ungelesener Beitrag von Tabea » 31. März 2008, 00:16

Heike hat geschrieben:Die muss nicht kontaminiert sein, es gibt Sheas in vielen Schattierungen; sicher aber ist der Herstellungsprozess ein anderer. Hast Du ein Analysezertifikat? Sonst würde ich einfach beim Händler nachfragen.
Leider habe ich kein Zertifikat, die ist von der Firma Franz Thome und es steht Wildsammlung drauf.
Sternenfunke hat geschrieben:Verseiiiiifen Tabea, verseiiiiifen!

Na ja, ich muss erst einmal eine vernünftige Creme etc. rühren können, ehe ich mich in weitere Gefilde wage. Aber selbstgefertigte Seifen sind etwas Schönes, habe welche geschenkt bekommen. Aber: alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Leider!!!!!!!!

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Ungelesener Beitrag von Heike » 16. Mai 2008, 08:48

Kurzes Fazit:
Mein Konservierungsproblem scheint gelöst, ich habe die 12 % Alkohol auf Wasserphase problemlos vertragen, die ich seit nun 7 Wochen verwende. :-) Heute oder morgen muss ich nachrühren; es geht also in die 2. Runde. 7 Wochen sind aber schon aussagekräftig, denke ich.
Liebe Grüße
Heike


Anonymous

Ungelesener Beitrag von Anonymous » 16. Mai 2008, 09:06

Heike hat geschrieben:Kurzes Fazit:
Mein Konservierungsproblem scheint gelöst, ich habe die 12 % Alkohol auf Wasserphase problemlos vertragen, die ich seit nun 7 Wochen verwende. :-) Heute oder morgen muss ich nachrühren; es geht also in die 2. Runde. 7 Wochen sind aber schon aussagekräftig, denke ich.
Sehr schön :ja: Freut mich!
Dann ist sie wohl doch nicht so eine Super-Diva wie vermutet ;D

Seit deinem Lautenschläger-Posting liege ich auch so bei 12%. Meist abgerundet.
Vertrage es sehr gut. No Problem!

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