Kerstiin hat geschrieben: ↑Montag, 4. Mai 2026, 13:48
[…] ich sehe der Büchnertrichter und Nutsche sind das gleiche,beides war mir neu. Wieder was dazu gelernt.
Mmh, nein, das kann man so nicht sagen.
Beide filtern – aber: Der Bücherntrichter benötigt ein Filterpapier, die Glasnutsche nicht. Und damit verbunden ist ein 2. Unterschied: Wenn es auf analytische Reinheit ankommt, wird die Glasnutsche bevorzugt, weil sich dort keine Partikel aus dem Papier lösen können. Im Labor kann das je nach Situation eine Verunreinigung sein. Für uns spielt das keine Rolle, diese Partikel – sollten sie sich lösen – sind so klein, dass wir sie nicht sehen.
Ich filtere das 1. Mal mit Büchertrichter, das 2. Mal mit der Glasnutsche Porosität 3, und seit diesem Jahr das 3. Mal mit der Glasnutsche Porosität 4. Warum? Weil ich in meinen Extrakten nach mehreren Monaten kleine Partikel fand. Befall ist unwahrscheinlich, dafür ist der Ethanolgehalt zu hoch, aber es waren wohl immer noch Schwebstoffe drin.
Ich habe auch noch eine Glasnutsche mit Porosität 5, eine sogenannte Sterilnutsche, aber sie nutze ich kaum. Sie ist jedoch wirklich effektiv: Ich habe vor 15 Jahren einen Test mit Kombucha gemacht. Normal gefiltert hatte ich kurz darauf wieder die ersten Pilz-Geflechte in der Flüssigkeit, mit Sterilnutsche Porosität 4 gefiltert erst nach ca. 7 Tagen, mit Porosität 5 zeigten sich (ich meine) erst nach 4 Wochen minimale, kaum wahrnehmbare Schleier – und das ohne Erhitzen. Kombucha ist sehr vital, da genügen versprengte Zellverbünde, unsichtbar, um wieder zum Pilzgeflecht zu werden. Ich fand das Resultat schon beeindruckend.
