Hallo Ihr Lieben,
ich krame mal diesen Faden aus. Ich habe nicht soviel über Rohstoff Organisation gefunden. Und es ist alle ähnlich alt.
Gibt es inzwischen andere Lösungen für die Rohstoff Verwaltung?
Und ich bemerke auch, dass ich meine Rezepte besser organisieren muss. Hat da jemand den Königsweg gefunden?
Momentan komme ich weniger zum Rühren. Ich beschäftige mich mehr mit meiner Logistik. Was ja für ein kleines Hobby vielleicht auch etwas übertrieben ist. Aber das ist der Perfektionsdrang.
Es gibt hier in der Rührküche auch Mitglieder, die Naturkosmetik verkaufen. (nein, das habe ich nicht vor)
wie macht das denn eine kleine ein bis zwei Personen Manufaktur? Hier gibt es doch Vorgaben mit Nachvolllziehbarkeit der Rohstoffkette und ähnliches.
Aber da wäre ja ein Programm, wie es die Industrie benutzt zu teuer/groß. Gibt es da inzwischen was kleines zu kaufen? Oder habt ihr selbst was gebaut/bauen lassen?
Wie sieht sowas aus?
vielen Dank
liebe Grüße
jane
Wie die Rohstoffe verwalten?
Moderator: Helga
Forumsregeln
Dieses Unterforum richtet sich speziell an Rühreinsteiger und neue Mitglieder, die teilweise noch keinen Zugang zu spezifischen Unterforen haben. Damit wir Dich optimal unterstützen und mit Dir nach einer Lösung suchen können, sind einige Aspekte sehr wichtig.
BITTE BEACHTE FOLGENDE REGELN:
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- Bei Fragen zu einer Formulierung notiere bitte die gesamte Rezeptur in Prozent. Solltest Du aktuell nur Grammangaben haben, hilft Dir dieser Rechner die prozentualen Anteile der einzelnen Inhaltsstoffe auszurechen. Du hast Angaben in Tropfen oder ml? Mit hoher Wahrscheinlichkeit können wir anhand der genannten Rohstoffe eine geeignete Einsatzkonzentration in % vorschlagen.
- Beschreibe bitte genau, wie Du bei der Herstellung vorgegangen bist. Dazu gehört auch, welches Rührgerät Du verwendet hast, bei welcher Temperatur gearbeitet wurde, wie lange welche Phase dauerte. Alle diese Details helfen bei der Einschätzung des Ergebnisses.
- Bitte notiere die korrekte und vollständige Bezeichnung der Rohstoffe, so gut es Dir möglich ist. »Dermosoft« ist z. B. ein Handelsname, kein konkretes Produkt (Dermosoft® GMCY oder Dermosoft® 1388 eco wären konkrete Produkte). »Cranberry« kann alles mögliche sein, schreibe also »Cranberryöl« oder »Cranberryextrakt«. Gerne kannst Du die INCI-Bezeichnung für einen Rohstoff verwenden, wenn Du unsicher bist, da viele Händler aus markenschutzrechtlichen Gründen Phantasienamen verwenden. Die Nennung von konkreten Shops ist nicht erwünscht.
- Bitte mache Dir bewusst, dass die, die Dir hier antworten, diese Fragen teilweise seit 2007 beantworten und dies völlig kostenfrei, neben Beruf, Haushalt, Pflege von Kleinkindern und Angehörigen leisten. Sie freuen sich über ein ernst gemeintes »Danke« und werden deine Bemühungen anerkennen, bei der Lösung eines Problems mitzuhelfen.
- Nutze ergänzend die von uns zusammengestellten Infos und Hilfen für Einsteiger im entsprechenden Bereich, vor allem Ressourcen der Mutterseite olionatura.de. Als Antwort wird oft auf diese Ressourcen verwiesen – nicht als Vorwurf, sondern weil da viele Dinge bereits beantwortet sind und man sie nicht immer wieder tippen muss.
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WillWissen
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- Nine
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Liebe Jane,WillWissen hat geschrieben: ↑Samstag, 25. Juli 2026, 09:25...
wie macht das denn eine kleine ein bis zwei Personen Manufaktur? Hier gibt es doch Vorgaben mit Nachvolllziehbarkeit der Rohstoffkette und ähnliches.
...
das ist ganz simple: Ich habe einmal alle Rohstoffe in einer Excel-Tabelle angelegt mit Spalten für Namen, Kaufdatum, Händler-ID (aus einer anderen Liste mit den Händler-Adressen), Chargennummer, MHD, Menge. Die aktuelle Tabelle hat denn eine Nummer, und dreimal streiche ich mit verschiedenen Farben verbrauchtes aus und gfls. neu gekauftes ein, das bekommt dann ein aktuelles Datum. Wenn ich das dreimal gemacht habe udn die Tabelle sozusagen "voll" ist, wird der aktuelle Stand dann in die elektronische Datei übernommen, die Nummer geändert, die Tabelle ausgedruckt und dann geht es von vorne los. Im Laborbuch steht dann sowas wie "Es gilt die Rohwarenliste Nr. 52 in der Fassung vom 25.6.2026" und damit ist Nachvollziehbarkeit gegeben!
Liebe Grüße
Nine
-
WillWissen
- Rührgeselle

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Hallo Nine,
ja, du bist tatsächlich eine Rührerin, die ihre Produkte auch verkauft.
Ich bin mir sicher, dass dein Workflow passt.
Ich bemerke bei mir, dass ich nicht konsequent genug bin im Listen pflegen. Deshalb dachte ich, "mach ein System, dass dich zwingt".
Es wäre nett, wenn die/der ein oder andere mal kritisieren könnte, was ich mir hier ausgedacht habe.
Die Information "das ist doch ein alter Hut, ist schon 100 mal implementiert" würde mir auch helfen.
vielen Dank
jane
Meine Idee für den Rohstoff-Workflow
Einkauf/Zugang: Jeder Rohstoff-Kauf (oder selbst hergestellter Zwischenschritt wie Mazerat/Hydrolat) wird als eigene "Charge" erfasst: Menge, MHD, Lieferant, Einkaufsdatum, Chargennummer vom Händler, Lagerplatz.
Einheit: Alles wird in Gramm gewogen und eingebucht — auch Flüssigkeiten —, nicht nach Packungsangabe in ml übernommen. So bleibt der Gesamtbestand über alle Chargen eines Rohstoffs vergleichbar (kein Mix aus g und ml in derselben Summe).
Haltbarkeit: Zusätzlich zum MHD gibt's pro Rohstoff eine "Haltbarkeit nach Öffnung" (in Monaten) — sobald eine Charge angebrochen wird, rechnet das System automatisch ein kritisches Verbrauchsdatum aus (das frühere von MHD und Anbruch+Haltbarkeit).
Rezept & Ansatz: Ein Rezept legt die Zutaten in % fest. Beim tatsächlichen Rühren (ein "Ansatz") wird zuerst geprüft, ob genug Bestand da ist.
Verbrauchsbuchung erst nach Bestätigung: Der Lagerabgang wird nicht schon beim Planen gebucht, sondern erst wenn man nach dem Rühren mit sauberen Händen bestätigt "erfolgreich gerührt" — verhindert Fehlbestände bei abgebrochenen/verschobenen Sessions. Abgebucht wird dann automatisch von der ältesten offenen Charge zuerst (FIFO).
Sonderfall Mazerate/Extrakte/Hydrolate (mit Standzeit): dreistufig statt zweistufig — Geplant → Angesetzt (Rohstoff wird verbraucht, erwartetes Fertigstellungsdatum wird berechnet) → Fertiggestellt (die tatsächliche Ausbeute nach dem Filtern/Abschluss wird eingebucht, nicht die geschätzte Menge).
Bestandskorrekturen: Wenn die Realität nicht zum Systemwert passt (z. B. "Gebinde leer trotz 20g im System"), gibt's kein starres Inventursystem, sondern Ad-hoc-Korrekturen mit Datum+Grund — kein kommentarloses Überschreiben.
Verschenken: Eine Charge kann auch direkt verschenkt werden, statt in einem Rezept zu landen. Das gilt vor allem für meine Hydrolate.
ja, du bist tatsächlich eine Rührerin, die ihre Produkte auch verkauft.
Ich bin mir sicher, dass dein Workflow passt.
Ich bemerke bei mir, dass ich nicht konsequent genug bin im Listen pflegen. Deshalb dachte ich, "mach ein System, dass dich zwingt".
Es wäre nett, wenn die/der ein oder andere mal kritisieren könnte, was ich mir hier ausgedacht habe.
Die Information "das ist doch ein alter Hut, ist schon 100 mal implementiert" würde mir auch helfen.
vielen Dank
jane
Meine Idee für den Rohstoff-Workflow
Einkauf/Zugang: Jeder Rohstoff-Kauf (oder selbst hergestellter Zwischenschritt wie Mazerat/Hydrolat) wird als eigene "Charge" erfasst: Menge, MHD, Lieferant, Einkaufsdatum, Chargennummer vom Händler, Lagerplatz.
Einheit: Alles wird in Gramm gewogen und eingebucht — auch Flüssigkeiten —, nicht nach Packungsangabe in ml übernommen. So bleibt der Gesamtbestand über alle Chargen eines Rohstoffs vergleichbar (kein Mix aus g und ml in derselben Summe).
Haltbarkeit: Zusätzlich zum MHD gibt's pro Rohstoff eine "Haltbarkeit nach Öffnung" (in Monaten) — sobald eine Charge angebrochen wird, rechnet das System automatisch ein kritisches Verbrauchsdatum aus (das frühere von MHD und Anbruch+Haltbarkeit).
Rezept & Ansatz: Ein Rezept legt die Zutaten in % fest. Beim tatsächlichen Rühren (ein "Ansatz") wird zuerst geprüft, ob genug Bestand da ist.
Verbrauchsbuchung erst nach Bestätigung: Der Lagerabgang wird nicht schon beim Planen gebucht, sondern erst wenn man nach dem Rühren mit sauberen Händen bestätigt "erfolgreich gerührt" — verhindert Fehlbestände bei abgebrochenen/verschobenen Sessions. Abgebucht wird dann automatisch von der ältesten offenen Charge zuerst (FIFO).
Sonderfall Mazerate/Extrakte/Hydrolate (mit Standzeit): dreistufig statt zweistufig — Geplant → Angesetzt (Rohstoff wird verbraucht, erwartetes Fertigstellungsdatum wird berechnet) → Fertiggestellt (die tatsächliche Ausbeute nach dem Filtern/Abschluss wird eingebucht, nicht die geschätzte Menge).
Bestandskorrekturen: Wenn die Realität nicht zum Systemwert passt (z. B. "Gebinde leer trotz 20g im System"), gibt's kein starres Inventursystem, sondern Ad-hoc-Korrekturen mit Datum+Grund — kein kommentarloses Überschreiben.
Verschenken: Eine Charge kann auch direkt verschenkt werden, statt in einem Rezept zu landen. Das gilt vor allem für meine Hydrolate.
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miraculix
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- Registriert: Dienstag, 31. Januar 2017, 23:00
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Hallo Jane,
für diese Aufgabe habe zunächst an eine Datenbanklösung gedacht. Das war mir zu aufwendig und zu starr. Meine Lösung ist etwas schlanker als Du oben beschrieben hast. Ich habe Excel verwendet, ähnlich wie eine Datenbank. Ich gebe alle Informationen nur 1 Mal ein, anschließend wird nur darauf zugegriffen. Mein Excel-Tool hat folgende Tabellen Eingabe Rohstoffe, Eingabe Rezepte (alle), Berechnungen, Rezept drucken. Jeder Rohstoff hat 5 bis 15 Eigenschaften, wenn ich faul bin trage ich nur wenige Eigenschaften ein. Im Rezeptteil greife ich auf die Rohstoffe zu mit der Formel Sverweis.
Fettsäurenspektrum, Preis, Alkoholgehalt, Fettphase, Wirkstoffemenge werden in einem Zwischenschritt berechnet. In einem Extrablatt stehen alle Rezepte untereinander. Sie sind filterbar, auf 1-2 A4-Seiten druckbar und enthalten die Infos, die ich beim Rühren brauche.
Mein Tipp, mache nur so viel wie Du auch bereit bist die Listen zu pflegen.
Liebe Grüße
Miraculix
für diese Aufgabe habe zunächst an eine Datenbanklösung gedacht. Das war mir zu aufwendig und zu starr. Meine Lösung ist etwas schlanker als Du oben beschrieben hast. Ich habe Excel verwendet, ähnlich wie eine Datenbank. Ich gebe alle Informationen nur 1 Mal ein, anschließend wird nur darauf zugegriffen. Mein Excel-Tool hat folgende Tabellen Eingabe Rohstoffe, Eingabe Rezepte (alle), Berechnungen, Rezept drucken. Jeder Rohstoff hat 5 bis 15 Eigenschaften, wenn ich faul bin trage ich nur wenige Eigenschaften ein. Im Rezeptteil greife ich auf die Rohstoffe zu mit der Formel Sverweis.
Fettsäurenspektrum, Preis, Alkoholgehalt, Fettphase, Wirkstoffemenge werden in einem Zwischenschritt berechnet. In einem Extrablatt stehen alle Rezepte untereinander. Sie sind filterbar, auf 1-2 A4-Seiten druckbar und enthalten die Infos, die ich beim Rühren brauche.
Mein Tipp, mache nur so viel wie Du auch bereit bist die Listen zu pflegen.
Liebe Grüße
Miraculix
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WillWissen
- Rührgeselle

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- Registriert: Freitag, 10. Oktober 2025, 07:38
- Wohnort: Pfalz
Hi Miraculix,
ja, das klingt auch nach einer sinnvollen Idee. Ich habe bisher auch mit Tabellen ( Numbers) gearbeitet. Das ging irgendwie für die Rohstoffe, aber auch nicht so super. Dann ging es los mit den Rezepten. Hier und da was für andere gemacht, Feedback bekommen, und alles auf den Rezept Zetteln notiert. Jetzt finde ich mich in dem Ordner auch schon nicht mehr zurecht.
Und ja, ich glaube mein Ansatz ist schon ein bisschen Overkill. Aber es geht auch ein bisschen darum, mich zum Pflegen der Daten zu zwingen. Ich habe bei meinen Listen gemerkt, dass ich im Lauf der Zeit schlampiger geworden bin. Dann gab es immer mal wieder eine Inventur und alles ging von vorne los.
Ich bastle jetzt halt mal, meine Datenbank steht soweit und viele Rohstoffe sind bereits erfasst. Die ersten Rezepte zum Testen sind drin. Und irgendwie macht das Erstellen der Lösung auch Spaß.
Interessiert es, wenn ich zwischendrin mal von meinem Status berichte?
viele Grüße
jane
ja, das klingt auch nach einer sinnvollen Idee. Ich habe bisher auch mit Tabellen ( Numbers) gearbeitet. Das ging irgendwie für die Rohstoffe, aber auch nicht so super. Dann ging es los mit den Rezepten. Hier und da was für andere gemacht, Feedback bekommen, und alles auf den Rezept Zetteln notiert. Jetzt finde ich mich in dem Ordner auch schon nicht mehr zurecht.
Und ja, ich glaube mein Ansatz ist schon ein bisschen Overkill. Aber es geht auch ein bisschen darum, mich zum Pflegen der Daten zu zwingen. Ich habe bei meinen Listen gemerkt, dass ich im Lauf der Zeit schlampiger geworden bin. Dann gab es immer mal wieder eine Inventur und alles ging von vorne los.
Ich bastle jetzt halt mal, meine Datenbank steht soweit und viele Rohstoffe sind bereits erfasst. Die ersten Rezepte zum Testen sind drin. Und irgendwie macht das Erstellen der Lösung auch Spaß.
Interessiert es, wenn ich zwischendrin mal von meinem Status berichte?
viele Grüße
jane
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