Wiedereinstieg nach leichter Hautentgleisung

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

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Kea
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Wiedereinstieg nach leichter Hautentgleisung

Ungelesener Beitrag von Kea »

Liebe Alle,

nach längerer Rühr-Abstinenz und Verwendung von Naturkosmetik bin ich nun leider an einem Punkt angekommen, an dem meine Haut etwas entgleist ist:
  • Rötungen an Nase, Wangen und Hals
  • Trockenheitsgefühl, leichtes Brennen, aber nach einiger Zeit fettige Stirn, teils auch restliches Gesicht
  • das Gefühl, dass eigentlich nichts wirklich vertragen wird (weder Hyaluron noch viel Fett, Aloe, Pentylenglykol und Alkohol)
  • nach zwei Urlauben (den ganzen Tag draußen) brennende rote Stellen über Wochen
  • ach ja: dazu kommt noch das Alter... :wink:
Ich habe versucht, durch Feuchtigkeitspflege dem entgegenzusteuern, die zuletzt verwendeten Produkte (nur Gesichtswasser, Hyaluron-Serum und Ceramide-Serum) haben auch nichts verbessert. Mittlerweile bin ich seit einigen Tagen bei einer selbstverordneten Null-Diät...

Daher habe ich nun versucht, ein Fluid für nachts zu erstellen (für tags ist die Idee, Phospholipon, PhytoMac und Johannisbeersamenöl zu streichen).
Ziele: feuchtigkeitsspendend, barrierestärkend, reizarme, beruhigende Öle, nicht aufliegend oder sehr okklusiv, Wirkstoffe gegen die Rötung, keine Fettalkohole.

Würdet Ihr bitte mal drüberschauen, ob das so sinnvoll wäre (wenig Konsistenz stört nicht)?

8,50 % Fettphase (4,25 g)

Öle, Buttern und Wachse (3,00 g | 6,00 %)
1,25 g Jojobaöl (2,50 %)
1,00 g Arganöl (2,00 %)
0,75 g Squalan (1,50 %)

Emulgatoren/Konsistenzgeber (1,25 g | 2,50 % | 29,41 % der Fettphase)
1,25 g Sucrosestearat (2,50 %)

91,50 % Wasserphase (45,75 g)

Wirkstoffe und Pflanzenextrakte (4,00 g | 8,00 %)
0,50 g D-Panthenol (1,00 %)
0,50 g Sodium PCA (1,00 %)
0,50 g Glycerin (1,00 %)
0,50 g Natriumlaktat (1,00 %)
0,50 g Dikalium Glycyrrhizinate (1,00 %)
1,00 g Potassium Azeloyl Diglycinate (2,00 %)
0,50 g Natural Betaine (1,00 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (0,73 g | 1,45 %)
0,50 g Rokonsal (1,00 %)
0,10 g Xanthan (0,20 %)
0,13 g Milchsäure (0,25 %)
41,03 g Wasser (82,06 %)

Ich freue mich über Feedback, vielen Dank! :blumenfuerdich:
Herzliche Grüße
Kea

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Nine
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Ungelesener Beitrag von Nine »

Liebe Kea,
Ferndiagnosen sind ja immer so eine Sache... Nach deiner Beschreibung und der Pflegeroutine zuletzt meine ich, dass es deiner Haut an Fettsäuren fehlt mit in der Folge einer gestörter Hautbarriere. Das kann die Überproduktion von Talg erklären ebenso wie die Rötungen und Flecken.

Deshalb würde ich mit einer höheren Fettphase begehen und z.b. mit Mandelöl auf (mind.) 15 % aufstocken. Die Wirkstoffliste ist mir persönlich hingegen zu lang! Abgesehen davon, dass ich einige der von dir verwendeten nicht kenne, erscheint mir panthenol , Glycerin und natriumlactat für den Beginn ausreichend.

Sicher melden sich andere, die vielleicht aus eigener Erfahrung bessere Tipps geben können 😏 Ich drück dir die Daumen 😘

Gruß Nine 🫶

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Lavande
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Ungelesener Beitrag von Lavande »

Nine hat geschrieben:
Sonntag, 8. Februar 2026, 23:25
Abgesehen davon, dass ich einige der von dir verwendeten nicht kenne...
Ich gehe ja immer mal gerne auf die Suche, hier also kurz zur allgemeinen Erhellung:
Dikalium Glycyrrhizinate Bestandteil der Süßholzwurzel
Potassium Azeloyl Diglycinate Derivat der Azelainsäure
Herzliche Grüße
Lavande

Kea
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Ungelesener Beitrag von Kea »

Vielen Dank Nine und Lavande für Eure Antworten. :blume:

Gerade lese ich sehr sehr viel, über Fettsäuren, Wirkstoffe, Rezepturen o.ä. und merke, dass man irgendwann mal aufhören sollte, weil es immer neue Aspekte gibt und Dinge zu beachten :morgenkaffee: es beschäftigt mich schon sehr...

Mein Plan ist, vorerst nur eine Tagespflege zu haben, für abends dann das gleiche Rezept mit geringfügiger Anpassung.
Die beiden nicht so gängigen Wirkstoffe sollen vor allem bei Rötungen / Couperose (die habe ich, liegt auch in der Familie) helfen:
  • Süßholzwurzel ist entzündungshemmend, antioxitativ und soll Juckreiz mildern,
  • das Azelain-Säure-Derivat hilft wohl bei Rötungen und ist feuchtigkeitsspendend.
@Nine: Du hast schon recht - es sind einige Wirkstoffe, einer der beiden wird gestrichen, ebenso vorerst Sodium PCA.
Wahrscheinlich habe ich meine Haut die vergangenen Monate geflutet und dabei sind Fette viel zu kurz gekommen. Das war mir so nicht bewusst. Also passe ich die Rezeptur auch dahingehend an...
Herzliche Grüße
Kea

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Nine
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Ungelesener Beitrag von Nine »

Kea hat geschrieben:
Montag, 9. Februar 2026, 15:39
...
Die beiden nicht so gängigen Wirkstoffe sollen vor allem bei Rötungen / Couperose (die habe ich, liegt auch in der Familie) helfen:
...
Hast du mit beiden denn persönlich bereits gute Erfahrungen gemacht? Sonst weglassen - keep it simple!
Gutes Gelingen und liebe Grüße
Nine :hallihallo:

Kea
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Ungelesener Beitrag von Kea »

Mit reiner Azelainsäure, allerdings viel höher dosiert (10%). Die Rötungen :shy: wurden sichtbar besser, allerdings haben mir die anderen Inhaltsstoffe des Serums teils nicht gefallen...
Herzliche Grüße
Kea

monacensia
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Ungelesener Beitrag von monacensia »

Ich bin geneigt, Nine zuzustimmen: Deutlich mehr Fett und deutlich weniger Wirkstoffe. Nur die ersten 4 in der Wirkstoffliste.
Weißt du eigentlich, warum deine Haut so entgleist ist?

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Helga
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Ungelesener Beitrag von Helga »

monacensia hat geschrieben:
Dienstag, 10. Februar 2026, 14:11
Ich bin geneigt, Nine zuzustimmen: Deutlich mehr Fett und deutlich weniger Wirkstoffe.
Ich schließe mich an :-). Soferne Deine Haut es verträgt kannst als Nachtpflege entweder pur oder mit Deiner Pflege vermischt
Nachtkerzenöl anwenden.
Laut Rohstoffportrait: klick
Das Öl der Nachtkerze ist sowohl innerlich als auch äußerlich prädestiniert für schuppige, entzündliche und dermatitische Haut.
Eigenbeobachtung:
Vor vielen Jahren habe ich in meinem Rezept die Fettphase immer mehr reduziert. Nach wenigen Monaten - sozusagen schleichend - fühlte sich mein Gesicht heiß an, war gerötet. Ich testete zuerst mit Nerolihydrolat ob mir vielleicht Feuchtigkeit fehlt, aber es brannte mehr als es half. Typisches Zeichen bereits geschädigter Hautbarriere. Dann testete ich ein Wirkstofföl - und es half innerhalb kurzer Zeit :-). Ich rührte sofort eine neue Pflege mit der altbewährten Höhe Fett.
Das muss jetzt bei Dir nicht genau so sein, aber ich würde es testen :-). Es kann auch sein, dass Deine Pflege jetzt im Winter zu wenig okklusiv war und die Hautfeuchtigkeit einfach zu schnell abgedampft ist :wink:. In jedem Fall die Hautbarriere streicheln, schützen, wieder aufbauen.

Hier noch weiterführende Lektüre betreffend Hautwissen :wink::
klick
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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