Wertigkeit Naturkosmetik

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Moderator: Helga


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Kaya
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Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kaya »

Hallo ihr lieben Rührerinnen und Rührer ,

Woran liegt es eigentlich, dass die selbstgerührte Kosmetik bei vielen Menschen einen eher schlechten Ruf hat?
Als ich selbst vor Jahren eine selbstgemachte Creme als Geschenk bekommen habe, war ich derart begeistert, dass ich unbedingt das Rühren beginnen wollte.
seitdem möchte ich nichts anderes mehr in meinem Gesicht haben, da man das gute Gefühl nach dem eincremen mit keiner Kaufcreme vergleichen kann, oder?
Die Kosmetikerin meiner Freundin hat das selberrühren als totalen Schwachsinn abgetan und dass diese ganzen selbstgemachte Cremes einfach nur Schrott sind :schocker:
Damit verunsichert sie meine Freundin natürlich, die vorher total begeistert von den Sachen war :cry:
Auch sonst hab ich bei vielen Mädels oft das Gefühl dass eine Creme für sie nur gut sein kann , wenn man auch viel dafür bezahlt hat....

Wie sind da eure Erfahrungen?
Würde mich echt total interessieren ,
Liebe Grüße
Kaya

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Augenweide
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Augenweide »

Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 19:49
Woran liegt es eigentlich, dass die selbstgerührte Kosmetik bei vielen Menschen einen eher schlechten Ruf hat?
Ach Kaya... :knuff: Das habe ich mich auch schon öfter gefragt.

Ich denke, dass es an mehreren Faktoren liegt. Viele Menschen möchten nicht hinterfragen, sich informieren. Nur wenige möchten tatsächlich wissen, was welcher Stoff anrichten kann. Weil es ja dermatologisch getestet ist. Und weil die Mehrheit das ja auch alles kauft.

Ich muss gestehen, dass ich die INCI auch erst verstehe, seit ich selber rühre und mich informiere. Das ist für die Masse allerdings vermutlich zu viel Aufwand; und nicht alltagstauglich genug. Auch, wenn man so „gute“ KK von „schlechter“ deutlich leichter unterscheiden könnte. :seufz:

Marketing macht sehr viel aus. Verpackungen sehen nicht umsonst aus, wie sie aussehen - und ich bin ehrlich: Ich finde sehr vieles optisch wirklich toll gemacht. Aber der Zweck dahinter ist halt meist nur der nackte Absatz. Da ich selber aus der Werbung komme, kenne ich so manche Tricks - und habe mich unter anderem deshalb dagegen entschieden, weiter in dieser Branche tätig zu sein.

Das wachsende Bedürfnis nach Natürlichkeit wird von der Industrie aufgegriffen, die Flaschen werden grün, in Kraftpapierkartönchen verpackt oder mit dem Wörtchen „Natural“ oder „Smoothie“ im Produktnamen auf einen Trend getrimmt. Drin ist dann das Übliche :nixweiss:
Im Grunde kommt es immer auf den an, der im Endeffekt kauft/nutzt. Und sich hier durchzuwühlen ist anstrengend, nicht für jeden gleichermaßen umsetzbar oder auch verständlich, für manche irrelevant, für viele aus Traditionen heraus (ich nenne hier mal die große blaue Dose mit dem N) einfach immer so gewesen.

Marken haben einen oft überdimensional hohen Wert. Der will bezahlt werden. Und leider ist es in den meisten Fällen eben größtenteils das, was man wirklich bezahlt. Nicht das, was drin ist. Und dazu gesellt sich gerne, dass der Wert eines Produktes an seinem Preis gemessen wird. (Ist’s teuer, muss es ja gut sein). Und da kommt schnell ein Luxusgefühl auf - man gönnt sich etwas. In dieser schnellebigen, leistungsorientierten Zeit ist das auch nicht verwunderlich.

Ich ärgerte mich darüber auch mit meiner Schwiegermutter. Ich habe ihr 2x was gerührt. Nachdem es jeweils fast ein Jahr später immer noch nicht ausprobiert wurde und stattdessen auf bekannte KK aus dem Teleshopping verschlungen wird, habe ich es gelassen.

Ich spreche auch sonst niemanden darauf an. Mir ist wichtig, dass ich weiß, was ich für mich und meine Familie nutze. Wenn sich jemand dafür interessiert, mich fragt, unterhalte ich mich gerne darüber und berühre auch gerne - aber da ist meist das Gegenüber dann auch offener und die Arbeit wird wertgeschätzt :)
Liebe Grüße
Augenweide

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Sanvean
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Sanvean »

Hallo liebe Kaya,

ja, das ist wirklich eine gute Frage, die Du Dir und uns stellst.
Die Ausführungen von Augenweide sprechen mir aus der Seele, und ich glaube auch, dass viel davon abhängt, wie ein Produkt auf dem Markt lanciert und entsprechend beworben wird. Eine Creme in einem schönen Töpfchen macht sich nicht nur gut im Bad, sondern bestimmt auch auf der Haut. Den Traum der ewig jugendlichen Haut träumen viele - und sie denken, dass dieses mit einer Luxuscreme bestimmt erreicht werden kann...
Was können wir dagegen schon anbieten, die wir in unserer Küche rühren und die Creme in einen dunkelbraunen Glastiegel abfüllen.
Hier im Forum wissen wir natürlich über die Schätze, die sich in eben diesen Gläsern, Tiegeln und Tuben befinden, allerdings stimme ich Augenweide zu:

[/quote]Viele Menschen möchten nicht hinterfragen, sich informieren. Nur wenige möchten tatsächlich wissen, was welcher Stoff anrichten kann. Weil es ja dermatologisch getestet ist.[/quote]

Tatsächlich wundere ich mich oft darüber, dass so wenig hinterfragt wird, da ist Kosmetik ja nur ein Beispiel.
Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 19:49
Auch sonst hab ich bei vielen Mädels oft das Gefühl dass eine Creme für sie nur gut sein kann , wenn man auch viel dafür bezahlt hat....
Wie sind da eure Erfahrungen?
[/quote]

Vor ein paar Tagen hat mich eine Freundin gefragt, ob ich ihr "ihre" Creme nachrühren kann. Sie sei die beste auf dem Markt, da die besten Wirkstoffe darin enthalten sind, die es zur Zeit gibt. Das könne sie absolut unterschreiben, denn ihre Haut ist ganz wunderbar.
.... aber diese Freundin sieht nicht ein, soviel für diese Creme (etwa 100€) zu zahlen, wenn ich sie vielleicht "nachmachen" kann. Ich sah sie mir an und vesrtrich ein wenig auf meiner Haut. Ehrlich, sie roch fantastisch und ihre Konsistenz war perfekt. Der Tiegel sah außerdem sehr wertig aus.
Nachdem ich mir die Inhaltsstoffe angesehen habe :lupe: .... ja Ihr ahnt es schon : :schocking:
Es befindet sich einiges darin, dass ich bestimmt nicht auf meiner Haut haben möchte. Ansonsten nichts wirklich spektakuläres, was diesen Preis irgendwie rechtfertigen würde.
Tja, auch das ahnt Ihr sicher, das wollte sie nun überhaupt gar nicht auf keinen Fall hören.

Teures Geld für einen Traum, der nicht aufgehen kann..
Viele Grüße
Susanne

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Helga
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Helga »

Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 19:49
Die Kosmetikerin meiner Freundin hat das selberrühren als totalen Schwachsinn abgetan und dass diese ganzen selbstgemachte Cremes einfach nur Schrott sind :schocker:
Damit verunsichert sie meine Freundin natürlich, die vorher total begeistert von den Sachen war :cry:
Auch sonst hab ich bei vielen Mädels oft das Gefühl dass eine Creme für sie nur gut sein kann , wenn man auch viel dafür bezahlt hat....
Ich vermute, dass es viel an mangelndem Vorstellungsvermögen und Unwissenheit liegt. Die meisten können sich nicht vorstellen, dass wir - dank Heike :bussi: - mittlerweile auf sehr hohem Niveau rühren können, wir haben Zugang zu vielen Rohstoffen, die früher nur der Industrie vorbehalten waren, wie spezielle Emulgatoren, Hyaluronsäure, Ceramide um nur einige der wenigen Schlagworte der Kosmetikindustrie zu verwenden. Auch die Konservierung ist hochmodern und vor allem hautfreundlich, was ja herkömmlich Kaufkosmetik oft nicht ist. Sogar unsere Rührgeräte sind ja professionell :wink: (hier gehen meine Bussis in verschiedene Richtungen :)).

Es gibt aber auch Rührerinnen die auf Basis Bienenwachs, Öle und Tee, bzw. selbst gemacht Extrakte, Kosmetik rühren, diese Art könnte ich mir vorstellen, stößt auf Unverständnis von Kosmetikerinnen :-). Wenn ich mir so manche DIY-Bücher ansehe, kann ich nur die Augen verdrehen. Auch was man manchmal an Rezepten auf kleinen privaten Seiten liest, ist zum Haaresträuben.
Was auch viel ausmacht: Die Verpackung: ein lieblos handbeschriftetes Etikett, das auch noch schief aufgeklebt ist, erweckt nicht viel Vertrauen :wink:, ich selber achte - schon alleine für mich - darauf, dass es "wie gekauft" aussieht, ich stehe einfach auf schöne, exclusive, unaufdringliche Verpackung :wink:. (Generell springe ich auf schöne Verpackungen an)

Fazit:
Man kann nicht alles über einen Kamm scheren und die Frau Kosmetikerin würde sich sicher über Dein schönes Produkt positiv wundern. Meine Erfahrung ist: Früher - als ich noch gerne für andere gerührt habe, habe ich sie einfach sein lassen und alle sind dann von selbst gekommen ob sie etwas haben können. Jetzt mag halt ich nicht mehr.

Da ich auf Vorrat rühre, so für ca. 3 Monate, gebe ich selten selbst gerührtes her, mich freut es nicht immer mich auf Abruf hinzustellen und was zu rühren, lieber verschenke ich Seifen :), Lippenstifte oder -Pflege, so etwas habe ich immer parat. Zwar habe ich mir schon überlegt, alle 3 Monate so einen Liter Pflege zu rühren um etwas weg geben zu können (die Nachfrage wäre ja da), habe es aber bisher gelassen, mal schauen, aber ich habe auch nicht so viel Platz um alles einfrieren zu können.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Kaya
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kaya »

Du liebe Augenweide,

Vielen Dank für deine lieben Zeilen :bluemchen:
Es stimmt, man ertappt sich ja auch selbst dabei, dass man viel auf die Optik gibt, und man bei einer hübschen Verpackung, dann vielleicht noch aus Glas mit geschmackvollen Etikett, auf die Qualität des Inhalts schliesst, und denkt, das MUSS ja spitze sein- bin gerade letztes Jahr wieder drauf reingefallen und hab mir was richtig teures im Netz bestellt, weil ich’s wohl wieder mal wissen wollte - es war enttäuschend....
Vor allem in letzter Zeit boomt in socialmedia extrem viel „natürliche „ Kosmetik, Wunderöle und Seren in echt hohem preissegment, wenn man dann auf die incis sieht, ist es nichts was hier im Forum nicht mindestens genauso gut gerührt wird.

Aber vielleicht bin ich auch nur schlecht im „Marketing „ :undprost:

Eine liebe Freundin von mir sagt zumindest immer wieder, meine Körpercreme sei wie Medizin, besser als alles was sie jemals hatte.... vermutlich kann man mit unseren Dingen nicht die Masse begeistern, nur ein paar wenige- so wie mit deiner Schwiegermutter ging es mir auch schon..... das macht traurig weil man selbst so viel Freude beim schenken hat ....

Ganz liebe Grüße und alles Liebe
Kaya


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Kaya
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kaya »

Liebe Susanne,
Was können wir dagegen schon anbieten, die wir in unserer Küche rühren und die Creme in einen dunkelbraunen Glastiegel abfüllen.
Du triffst es auf den Punkt! Genau so empfinde ich es...
Gut ist was teuer ist....so schade....

Liebe Grüße
Kaya

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Augenweide
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Augenweide »

Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 21:53
weil man selbst so viel Freude beim schenken hat ....
DA sagst du was :heart:
Liebe Grüße
Augenweide

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Kaya
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kaya »

Liebe Helga ,
Ich vermute, dass es viel an mangelndem Vorstellungsvermögen und Unwissenheit liegt. Die meisten können sich nicht vorstellen, dass wir - dank Heike :bussi: - mittlerweile auf sehr hohem Niveau rühren
Das wirst du recht haben , selbstgemachte Kosmetik kann so oder SO sein....

An dieser Stelle ein großes großes DANKE an Heike und euch allen, die hier sind.
So viel Wissen , Hilfe und Freundlichkeit hat Seltenheitswert :rosenbett:

Liebe Grüße
Kaya

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Helga
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Helga »

Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 22:20
So viel Wissen , Hilfe und Freundlichkeit hat Seltenheitswert :rosenbett:
Danke für Deine Anerkennung, das berührt mich :bussi:, ja ich bin ehrlich gesagt auch richtig stolz auf meine Rührkolleginnen,
die sich so engagiert einbringen :mods:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Judy
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Judy »

Ich schließe mich an und sehe es auch so wie Helga:
Viele die sich vielleicht fürs Selberrühren interessieren, sehen nicht die hohe Wertigkeit der Produkte wenn sie nach „unserem“ Standard hier gerührt werden.
Im Internet, auf social Media etc. lassen sich so viele minderwertige Anleitungen und Rezeptideen finden (Rezepte sind das gar nicht meiner Meinung nach), von dekorativer Kosmetik mit Kakaopulver, Zimt und anderen Gewürzen, bis hin zum „Zusammenpanschen“ von Wachs, Öl und Aloeveragel zu einer „Creme“.
Das würde mich dann auch vom Rühren bzw. Selbstgerührtem abschrecken...
Liebe Grüße,
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TiFu
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von TiFu »

Judy hat geschrieben:
27. Januar 2021, 22:27
Das würde mich dann auch vom Rühren bzw. Selbstgerührtem abschrecken...
Nee, liebe Judy, im Gegenteil! Genau diese "minderwertigen" Rezepte und Anleitungen haben meine Neugier geweckt und waren sozusagen meine Einstiegsdroge. :shisha: Der Ursprung ist ja der gleiche wie bei dir und mir, die Unzufriedenheit mit den Kaufprodukten und die Neugier, was überhaupt drin steckt. Ich sehe es natürlich genau wie du, dass diese Rezepte zum Teil nicht ganz ohne sind und bin dankbar um meinen inzwischen - mit Eurer Hilfe :knutscher: - weiterentwickelten Kenntnisstand. :D
Liebe Grüße, TiFu

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Judy
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Judy »

Aber viele würden das vielleicht anders sehen...
Als ich mit dem Rühren anfing, gab es den ganzen „Schrott“ noch gar nicht - nur wer sich wirklich mit der Materie auseinander setzt, so wie wir hier, weiß um die Möglichkeiten...
Liebe Grüße,
Judy
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TiFu
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von TiFu »

Ja womöglich schon, aber Zweifel an diesen Rezepten sind ja der erste Schritt in unsere Richtung. :schleich: Aber ich stimme dir absolut zu, dass dieser ganze Schrott auch den guten Ruf der Heimrührküche mindern kann, was wiederum abschreckend ist.
Ich bin sehr froh, dass ich mich nicht abschrecken, sondern verführen lassen habe. >>> Und zwar nicht zuletzt von deinen Shampoobars! :love:
Liebe Grüße, TiFu

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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Judy »

Ich auch!
Und meine Familie sieht auch den Wert darin und will nichts anderes mehr!
Ein Dank an die Rührküche!
:knuddler:
Liebe Grüße,
Judy
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Fauka
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Fauka »

TiFu hat geschrieben:
27. Januar 2021, 22:46
Ja womöglich schon, aber Zweifel an diesen Rezepten sind ja der erste Schritt in unsere Richtung.
Definitiv, so hab ich auch her gefunden! Habe zu Weihnachten ein Büchlein geschenkt bekommen und corona-gelangweilt gleich reingehauen. Die Gesichtscreme hat mir aber heftige Hauteaktionen beschert. Das hat mich ans recherchieren gebracht, weil ich ja schon ordentlich Geld hingelegt hatte.
Das geht schnell, das mit den Zweifeln.....heute kann man immer alles mögliche ausprobieren und für den Hausgebrauch kaufen. Und vor allem findet man für alles Vor- und Nachteile überall. Also taucht bei schlechten Erfahrungen schnell der Gedanke auf "da bist du aber schön auf ne Trend reingefallen, das hat ja gar nichts auf den Socken, dieses Naturkosmetik selbst machen". War jedenfalls bei mir so......umso froher bin ich, hierher gefunden zu haben und vor allem: Gerade nur gute Erfahrungen zu machen :yeah:

EDIT: Habe übrigens beim Apotheker und Hautarzt, wo ich wegen besagter Irritationen war, auch sehr viel Skepsis und Ablehnung entgegengepustet bekommen.
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Lotti
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Lotti »

Helga und auch einige Andere haben ja schon sehr treffendes dazu gesagt. Ich bin, wie auch Helga schon lange davon abgekommen, mein Selbstgerührtes anzupreisen, oder großartig davon zu erzählen. Es gibt eine Handvoll Menschen, für die rühre ich sehr gerne. Die wissen aber auch, a) wie viel Arbeit das bedeutet, da ich allergrößten Wert auf Hygiene lege und absolut penibel arbeite und b) wie viel Geld ich in Ausrüstung und Rohstoffe investiere. Eigentlich zu viel :popohauen:

Da ist Interesse und Wertschätzung und ich freue mich, wenn meine Produkte gut vertragen und gerne benutzt werden. Ich kann aber auch guten Gewissens auf Nachfrage Kaufkosmetik empfehlen und betone immer wieder, daß man für gute Cremes kein Vermögen bezahlen muss. Nachfragen, wie "Rühr doch mal meine 100 Euro-Creme nach" kann man getrost vergessen, da sollte man sich gar nicht zum Erfüllungsgehilfen machen. Denn dafür stecken wir einfach zu viel Herzblut in unser Hobby.
Ich freu mich auf jeden Fall immer wieder, daß wir dank Olionatura und dieses Forums so unglaublich tolle Cremes rühren können. Wenn die wüssten... :kleinehexe:
Liebe Grüße
Lotti

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MieB
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von MieB »

Ich unterscheide was das angeht um ehrlich zu sein immer in wissenschaftlich selbst gerührte Kosmetik und Hexen-Kosmetik.
für mich gibt es mit uns hier im Forum die wissenschaftliche Seite die mit modernen Emulgatoren rührt und wirklich schaut, was die Haut benötigt.
Und dann gibt es für mich die Hexen-Seite, die nicht konserviert, sich nicht um mikrobielle Belastung kümmert und nur salbenartige Sachen zusammenrühren.
Das Problem ist, dass auf fast allen Internetblogs eher nach dem Hexen-Konzept gerührt wird (im Sinne Honig, Kaffeesatz und Das Innenleben von einer Aloepflanze zusammenmischen und als Peeling verwenden, ist auch mindestens 4 Wochen haltbar) und die Mehrheit eben nur diese Seite vom Selberrühren kennen. Was fehlt ist tatsächlich eine sinnvolle Repräsentation von denjenigen, die das ganze mit einem wissenschaftlichen Ansatz angehen. Klar, Heike macht mit ihrer Olionatura-Seite eine Menge Marketing für wissenschaftliches Selbstrühren, aber wenn man etwas wie Creme selbst machen eingibt, spuckt die Suchmaschine bei mir zuerst unseriöse Beiträge aus, bevor ich Olionatura finde. Problem: unwissenschaftlicher Ansatz überrepräsentiert, wir unterrepräsentiert. Zumindest meiner Meinung nach.

(Meine Oma ist eig auch ein Mensch, der lieber viel Geld für eine gekaufte Creme zahlt und sich wundert, warum es nichts bringt. Als sie sich dann damit ihre Gesichtshaut komplett ruiniert hat, habe ich ihr etwas von meinem selbstgerührten Notfallcremes verpasst. Dann war sie so überrascht, dass innerhalb einer halben Stunde ihr Gesicht aufgehört hat zu brennen, dass ich es geschafft habe sie zu überzeugen)
Liebe Grüße,
Melanie

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Fragolinchen
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen »

So viele wichtige und richtige Sätze zum Thema "wertige Naturkosmetik" wurden schon gesagt. Ich rühre Shampoo für die Familie und nur noch Kleinigkeiten wie einen Lippenbalm, einen Massagebar o.ä. (also ausschließlich rein fettbasierte Produkte) zum Verschenken. Cremes rühre ich aus mehreren Gründen ausschließlich nur noch für mich selber:

1. Haltbarkeit/Konservierung: Ich habe keine Ahnung, ob der/die Bekannte mein Produkt sofort und wie lange verwendet. Etwaige Reaktionen sind ja nicht nur auf unpassende Wirkstoffe (s. Pkt. 2) zurückzuführen, sondern können auch von inzwischen vergammelten Produkten stammen.

2. Wirkstoffe: Jede Haut ist verschieden. Meine Wirkstoffe müssen nicht auch bei den anderen gut sein - und ich möchte kein riesiges Rohstofflager haben, bei dem ich die Hälfte wegschmeißen muss, weil's dann doch nicht gebraucht wird.

3. Wertschätzung: Viele setzen Naturkosmetik/Selbstgerührtes mit der üblichen Küchenkosmetik gleich, von der es mittlerweile abertausend Rezepte im Netz gibt. Dass wir hier Meilen davon entfernt sind, wollen die meisten gar nicht hören oder können es sich nicht vorstellen. Ich hatte bei Bekannten mal erwähnt, dass ich meine Kosmetika selbst herstelle. Von der einen Dame hätte ich's mir denken können - sie arbeitet für einen Pharmariesen -, dass da kommt, dass Selbstgerührtes nichts Gescheites und schon gar nicht mit Apothekenware vergleichbar sei.

4. Mangelndes Wissen und gute Werbestrategie: Zwei andere Damen aus dem Bekanntenkreis sind schon voll auf die erfolgreiche Marketingstrategie einer sehr gehypten Beauty-Firma, deren Namen ich hier absichtlich nicht nenne, hereingefallen. Sie hätten schon mal Naturkosmetik verwendet - keine Ahnung, welche - hätten davon aber soo schlechte Haut bekommen und mit den Produkten der gehypten Marke wäre die Haut so schön wie noch nie...

Nun ja, mittlerweile verschwende ich meine Atemluft nicht mehr, um mich solch pauschalen Aussagen entgegenzustellen - v.a. wenn ich merke, dass kein echtes Interesse an Dazu- oder Neulernen dahintersteckt. Ich genieße lieber das konstruktive Diskutieren hier auf hohem Niveau und freue mich zusammen mit meiner gesunden! und schönen Haut über die wunderbaren Kosmetikprodukte a la Olionatura :sunny: .
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
(Weisheit aus Finnland)

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Nine
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Nine »

Hallo zusammen :knuddler:

Frei nach Karl Valentin: Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen ;-)

Mein erster Punkt: Du kriegst die beste Creme nicht verkauft, wenn sie nicht gut riecht. Drück einem Menschen einen Creme-Tiegel in die Hand, was macht er: Aufschrauben und dran riechen. Und schon ist ein Werturteil gefasst - das ist in uns so drin, hat in grauer Vorzeit unser Überleben gesichert und ich bin auch nicht frei davon, von "riecht super" auf "ist bestimmt auch super" zu schließen ...

Nun haben wir da zwei Probleme, eigentlich drei: Die Komposition von Düften ist ein weites Feld, und ich selber würde mich da ganz bestimmt nicht als Spezialisten sehen, es ist einfach sehr, sehr schwierig! Nicht wenige meiner Versuche sind irgendwann entweder nach "Putzmittel" (die frischen, citrusartigen ...) oder - bei Herrenbeduftungen - auch gerne Richtung "Klostein" (wenn´s mit Zeder und Co. männlich-herb werden sollte) abgerutscht, selten ist mir mal eine Mischung auf Anhieb zu meiner Befriedigung geglückt. Nächstes Problem: Uns stehen keine synthetischen Düfte zur Verfügung (wenn wir streng naturkosmetisch arbeiten wollen), damit ist z.B. der berühmte "blaue" N****-Duft nicht "hinkriegbar", weil er (und viele seiner so emotional-positiv besetzten und damit unwiderstehlich duftenden Kollegen) u.a. das sog. Lilial enthalten, das leider nur synthetisch vorkommt (und auch kein "angenehmer" Stoff ist, es handelt sich dabei um Butylphenyl Methylpropional) und uns also nicht zur Verfügung steht. Und zum Letzten: In KK sind entweder mineralölische Fette oder, wenn pflanzliche Öle, dann zuallermeist technisch gehärtete, im Einsatz: Sie riechen nicht (und können aber auch nix). Unsere Öle, Wachse und Buttern bringen jedoch einen bisweilen starken Eigengeruch mit, der im Zusammenspiel mit der Beduftung, immer andere Ergebnisse bringen kann und für viele KK-gewöhnte Nasen erstmal "anders" oder sogar unangenehm ist. Damit ist das o. g. "gut riechen" also bei NK tendentiell immer etwas schwieriger als bei KK und prägt sicher bei einigen ein entsprechendes Wert-/Vorurteil gegenüber Naturkosmetik.

Zweiter Punkt: Bei den Kosmetikerinnen gibt es - wie überall - natürlich sone und solche ;-) Nach meiner Erfahrung spricht dort, wo wenn Naturkosmetik "heruntergemacht" wird, der pure Neid: Mir sind (persönlich und nachrichtlich) Fälle von Kosmetikerinnen und Apothekern bekannt, die als Geschäftsmodell "mal eben" eigene Kosmetik verkaufen wollten - und dann auf die Nase gefallen sind, weil sie den behördlichen (also gesetzlichen, verbindlichen) Anforderungen nicht genügten: Sie hatten sich gar nicht ausreichend damit beschäftigt und dachten wohl, das könnten sie "Kraft ihrer Wassersuppe" einfach mal so machen - is´nich´! Dass daraus dann so ein gewisses Schmollen resultiert á la "Naturkosmetik ist doof", ist zumindest menschlich nachvollziehbar ;-)

Wenn ich jemandem die Güte oder "Wertigkeit" von Naturkosmetik erklären soll, verwende ich gerne eine Analogie aus dem Lebensmittelbereich: "Stellen Sie sich vor, Sie würden als Fett ausschließlich einen weißen Palminblock (aka Frittenfett ;-))benützen, kein Olivenöl im Salat, kein Kürbiskernöl in der Suppe, kein Sesamöl im Curry, kein Sonnenblumenöl in der Pfanne usw. - würde sich Ihr Körper dann wohl fühlen?" Bis jetzt hat´s immer funktioniert ;-)

Grüessli Nine

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Fauka
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Fauka »

Nine hat geschrieben:
28. Januar 2021, 11:31
Uns stehen keine synthetischen Düfte zur Verfügung (wenn wir streng naturkosmetisch arbeiten wollen), damit ist z.B. der berühmte "blaue" N****-Duft nicht "hinkriegbar", weil er (und viele seiner so emotional-positiv besetzten und damit unwiderstehlich duftenden Kollegen) u.a. das sog. Lilial enthalten, das leider nur synthetisch vorkommt (und auch kein "angenehmer" Stoff ist, es handelt sich dabei um Butylphenyl Methylpropional) und uns also nicht zur Verfügung steht. Und zum Letzten: In KK sind entweder mineralölische Fette oder, wenn pflanzliche Öle, dann zuallermeist technisch gehärtete, im Einsatz: Sie riechen nicht (und können aber auch nix). Unsere Öle, Wachse und Buttern bringen jedoch einen bisweilen starken Eigengeruch mit, der im Zusammenspiel mit der Beduftung, immer andere Ergebnisse bringen kann und für viele KK-gewöhnte Nasen erstmal "anders" oder sogar unangenehm ist. Damit ist das o. g. "gut riechen" also bei NK tendentiell immer etwas schwieriger als bei KK und prägt sicher bei einigen ein entsprechendes Wert-/Vorurteil gegenüber Naturkosmetik.
Interessante Punkte :kekse: Gerade gestern abend habe ich noch eine Unterhaltung in dieser Richtung geführt - mein Freund, der dem Ganzen sehr skeptisch gegenübersteht, hätte genau EIN Produkt bei dem er neugierig wäre, wie es aus meiner Naturkosmetikküche wirken würde. Allerdings stellt er sich halt einen ganz bestimmten Duft vor, ein Kissenspray mit würzig orientalischem Hammamduft von einer großen "Wohlfühlkosmetik"-Firma. Die Düfte hab ich sogar teilweise rausbekommen und bei einem Kissenspray ist das ja eventuell sogar realistisch aber dass die Gerüche unserer Produkte "anders" sind, ist mir auch sofort aufgefallen. Interessanterweise hatte ich es schon mehrmals, dass ich mit dem Produkt "wachse" sozusagen und den Geruch nach ein paar Tagen sogar gerne mag
[/quote]
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Lavande
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Lavande »

Nine hat geschrieben:
28. Januar 2021, 11:31
Frei nach Karl Valentin: Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen ;-)
:huhu: :kichern: da schließe ich mich natürlich gleich noch an :-)
MieB hat geschrieben:
28. Januar 2021, 09:35
....Ich unterscheide was das angeht um ehrlich zu sein immer in wissenschaftlich selbst gerührte Kosmetik und Hexen-Kosmetik.....
.....Problem: unwissenschaftlicher Ansatz überrepräsentiert, wir unterrepräsentiert. Zumindest meiner Meinung nach.....
Das empfinde ich genauso. Für mich gibt es diese Unterscheidung auch und m.E ist der wissenschaftliche Ansatz definitiv unterrespäsentiert.
Dank Heike und der Rührküche gibt es das Gegengewicht aber mit einem starken Auftritt und Argumenten!
Ich habe zum Glück ein paar Freunde, die eh auf "unserer" Linie sind und das Selbstherstellen großartig finden, ich finde da also offene Türen vor.
Wenn ich es allerdings jemandem erzähle, dann betone ich, dass es zwar mein Hobby ist, ich dies aber mit "professionellem Anspruch" betreibe.
(Und dann folgt meist ein begeisterter Redeschwall von mir, den ich dann irgendwann dringend bremsen muss... :huhu: )
Herzliche Grüße
Lavande

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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von ardsmuir »

Lavande hat geschrieben:
28. Januar 2021, 12:34

Wenn ich es allerdings jemandem erzähle, dann betone ich, dass es zwar mein Hobby ist, ich dies aber mit "professionellem Anspruch" betreibe.
(Und dann folgt meist ein begeisterter Redeschwall von mir, den ich dann irgendwann dringend bremsen muss... :huhu: )
.... jay, ich erkenne mich gerade wieder...ich kann mittlerweile vollkommen begeistert laaaange Vorträge halten...um festzustellen, mein Gegenüber sucht hektisch Fluchtwege.... :lach:
Liebe Grüße, Ardsmuir

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Lilli
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Lilli »

ardsmuir hat geschrieben:
28. Januar 2021, 17:02
.... jay, ich erkenne mich gerade wieder...ich kann mittlerweile vollkommen begeistert laaaange Vorträge halten...um festzustellen, mein Gegenüber sucht hektisch Fluchtwege.... :lach:
.... geht mir genauso, daher gibt es nur eine Alternative: der nächste Rühr-Stammtisch! Wir suchen uns wieder ein verstecktes Eckchen, da können wir auch in Ruhe die Tütchen mit den verdächtig aussehenden weißen Pülverchen austauschen. :D Schau mal Liebes, im Keller habe ich noch ein bisschen TEGO CARE CG 90 gefunden. :shisha:

Liebe Grüße an euch, ihr lieben Schwestern im Geiste :knuddler:
Sylvia
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Heike
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Heike »

Kaya hat geschrieben:
27. Januar 2021, 19:49
Die Kosmetikerin meiner Freundin hat das selberrühren als totalen Schwachsinn abgetan und dass diese ganzen selbstgemachte Cremes einfach nur Schrott sind :schocker:
Wenn ich das sehe, welche Formulierungen mehrheitlich in Büchern und online kursieren, möchte ich dieser Aussage fast zustimmen. Selbstgemachte Kosmetik ist ja nicht per se qualitativ hochwertig, weil sie selbstgemacht ist. Sie kann hochwertig sein, wenn sie mit Fachkompetenz und gemäß Best Practise konzipiert und realisiert wurde. Dann ist sie spitzenmäßig und toppt alles, was man kaufen kann. Ich habe übrigens seit Jahren Kosmetikerinnen als Kundinnen, die sich vom industriellen Angebot emanzipieren und ihre eigenen Produkte für die Kabine herstellen, aus genau diesem Grund.
Damit verunsichert sie meine Freundin natürlich, die vorher total begeistert von den Sachen war :cry:
Auch sonst hab ich bei vielen Mädels oft das Gefühl dass eine Creme für sie nur gut sein kann , wenn man auch viel dafür bezahlt hat....
Da kommt dann noch etwas anderes ins Spiel, denke ich: Fehlendes Wissen auf Kundenseite. Man glaubt heute oft entweder alles, was die Industrie sagt, oder sieht in jedem Kaufprodukt einen Giftcocktail. :-)
Liebe Grüße
Heike

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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Heike »

Lilli hat geschrieben:
28. Januar 2021, 17:17
Schau mal Liebes, im Keller habe ich noch ein bisschen TEGO CARE CG 90 gefunden. :shisha:
:kichern: Damit machst Du in einem Jahr so richtig Kohle auf dem Selbstrührer-Schwarzmarkt.
Liebe Grüße
Heike

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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von MieB »

ardsmuir hat geschrieben:
28. Januar 2021, 17:02
Lavande hat geschrieben:
28. Januar 2021, 12:34

Wenn ich es allerdings jemandem erzähle, dann betone ich, dass es zwar mein Hobby ist, ich dies aber mit "professionellem Anspruch" betreibe.
(Und dann folgt meist ein begeisterter Redeschwall von mir, den ich dann irgendwann dringend bremsen muss... :huhu: )
.... jay, ich erkenne mich gerade wieder...ich kann mittlerweile vollkommen begeistert laaaange Vorträge halten...um festzustellen, mein Gegenüber sucht hektisch Fluchtwege.... :lach:
Ja, das kenne ich irgendwo her... aber ich finde es jedes Mal ziemlich wichtig, da den Unterschied zur Küchenkosmetik zu betonen und übertreibe es dann jedes Mal
Liebe Grüße,
Melanie

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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Sanvean »

Guten Abend liebes Forum :hallihallo:
Nine hat geschrieben:
28. Januar 2021, 11:31
Du kriegst die beste Creme nicht verkauft, wenn sie nicht gut riecht.
Nine, da sprichst Du wahre Worte gelassen aus. Es geht mir ja nicht anders, wenn ich etwas nicht riechen mag, dann verwende ich es auch nicht gerne.
Ich habe besagte Freundin aus meinem Beitrag gefragt, was für sie die Creme so einzigartig macht. Mich haben Geruch und Haptik total angesprochen und ich denke das spielt auch bei ihr eine große Rolle (wie bei vielen eben).

In meiner Praxis haben die Patienten mit Neurodermitis und ähnlichen Hauterkrankungen und -problemen dazu gebracht, mich mit dieser Matrie zu beschäftigen und eine passende Creme zu finden bzw. zu rühren. Was sich da so tummelt auf dem Markt ist nämlich nicht unbedingt hilfreich. Diese Patienten waren ziemlich begeistert davon, dass sie auch selbst tätig werden können.

Was die Leutz jedoch klasse finden, sind selbst gemachte Badebomben und auch Seifen. Da hört man eher weniger Skepsis, oder ?
Viele Grüße
Susanne

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Lilli
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Lilli »

Heike hat geschrieben:
28. Januar 2021, 17:51
:kichern: Damit machst Du in einem Jahr so richtig Kohle auf dem Selbstrührer-Schwarzmarkt.
:lach: :knutsch:
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kenny »

Hallo,

ich finde diesen Thread sehr interessant. Tatsächlich kam ich vor kurzem mit einer Apothekerin, die zudem Kosmetikerin war, ins Gespräch. Ich erzählte ihr, dass ich mich neuerdings mit eigener Kosmetik beschäftige und sie schien doch sehr skeptisch. Vor allem im Hinblick auf das Thema Hygiene/Verkeimung und Konservierung. Ich versicherte ihr zwar, dass ich dieses Thema sehr ernst nehme und mich diesbezüglich viel einlese, aber mein Eindruck war, dass sie “selbstgemachte Kosmetik aus der Küche” für nicht so toll hielt.

Zugegebenermaßen, vielleicht dachte sie, dass ich zu den Menschen gehöre, die sich dem DIY Naturkosmetik Hype angeschlossen haben, Tiegel kurz mit warmen Wasser säubern und eine Mixtur monatelang in der Dusche stehen lassen. Und ehrlich gesagt: das hätte ich ohne jegliches Wissen am Anfang vielleicht auch gemacht. Aber ich habe gelesen und gelesen und hatte das Gefühl von einer Webseite zur nächsten qualitativ hochwertigere Informationen zu bekommen - bis ich hier gelandet bin. Ja, ich fühle mich etwas erschlagen von den ganzen Informationen, aber ich bin wirklich froh, dass es Seiten wie Olionatura und dieses Forum gibt.

Nach dem Gespräch mit der Apothekerin stand ich nämlich kurz davor mein entfachtes Interesse wieder zu vergraben, weil ich total verunsichert war.

Bei meiner Familie treffe ich glücklicherweise auf große Begeisterung. Vor allem meine - und das sage ich ganz liebevoll - “Öko-Mama” findet Selbstrühren ganz toll. Sie hat auch viele Jahre ihres Lebens im Naturkostbereich gearbeitet. Brot Trunk bei Magen-Darm war in meiner Kindheit Pflicht :lach:
To err is human, to purr is feline.

Robert Byrne


(Hat den Thread eröffnet)
Kaya
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Re: Wertigkeit Naturkosmetik

Ungelesener Beitrag von Kaya »

Ihr lieben Alle :sunny:

Soooo viele Antworten, WAS für eine Freude!
...und ich glaub ich kann daraus lesen dass es einigen zumindest ähnlich geht wie mir...

Ich denke auch dass für viele der Geruch „etwas“ gewöhnungsbedürftig und oft entscheidend ist....ich gebe zu, es ging mir nicht anders, die selbstgemachte cremen wollten und wollten nicht so duften wie Frau es gewöhnt war....
Mittlerweile mag ich das und kann diese künstlich stark riechenden Cremes gaaaar nicht mehr ausstehen.
Etikett und Behälter haben auch für mich einen hohen Stellenwert und man freut sich auch selbst täglich daran.
Auch ich stolperte anfangs oft über diverse Seiten , die Rezepte zu Hauf ins Netz stellen, aber zum Glück hatte ich da bereits die Bücher von Heike, und sobald man sich dort eingelesen hat (was sich am Beginn wie ein chemiestudium angefühlt hat) :-a weiß man, dass man solche Rezepte nicht zwingend nachführen muss.

Natürlich..... da kann man schon fast verstehen, dass eine Kosmetikerin nicht in helle Begeisterung ausbricht, wenn sie selbstgemachte Creme hört.... da hat sie vielleicht auch an die Salben gedacht, die man auf jedem bäuerlichen Markt ( ich wohne ländlich) bekommt ....

Ich freu mich hier zu sein und bin froh um diesen tollen Austausch, man sieht manches dann aus einem anderen Blickwinkel und lernt wieder dazu!

Liebe Grüße
Kaya

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