Wunderbare Pflanzenwelt

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Moderator: Helga

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Dreamskin
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Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Dreamskin » 14. Juli 2019, 09:41

Hallo Ihr Lieben,

die Natur hat so herrlich viel zu bieten und man wäre wirklich dumm, wenn man diese Schätze nicht nutzt.

Ich hoffe, ich drücke mich mit meiner Frage richtig und verständlich aus:

Welche Verarbeitungsmethode / Nutzung der Pflanzen bevorzugt Ihr für Gesichtspflege?
Eine Tinktur welche gleichzeitig konserviert, ein Ölmazerat z. B. auf der Basis von Sesamöl
oder lieber den Pflanzensud in der WP?

Ich habe zwar eine recht unempfindliche und schnell bräunende Gesichtshaut, aber leider
ist sie auch sehr trocken und das Leben hat in Form von Elastizitätsverlust und Falten seine
Spuren hinterlassen. :-(

Liebe Grüße
Heike S.
(Ich habe das S. angehängt damit Ihr mich nicht mit unserer Moderatorin verwechselt) ;-)

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Annika
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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Annika » 14. Juli 2019, 09:52

Dreamskin hat geschrieben:
14. Juli 2019, 09:41
Pflanzensud in der WP?
:grosseaugen: :uh: :tomaten: :weg: :domina:

Liebe Heike,
entschuldige meine Reaktion ;), aber einen Sud (Tee) sollte man auf keinen Fall in Cremes rühren. Als Grundlage für Frischekosmetik (Gesichtsmaske etc) geeignet, aber auch dann immer nur frisch gebrüht. :)
Für die Wasserphase einer Pflege eignet sich Hydrolat, das durch die Destillation steril ist und optional zusätzlich konserviert wurde. Tee bietet mit seinen kleinen Schwebstoffen eine wunderbare Ernährungsgrundlage für alles, was wir nicht in unseren Cremes haben wollen! :ugly:
Schau mal hier auf Olionatura für weitere Infos (unten wird auch auf rein wässrige Auszüge eingegangen).

Schön finde ich persönlich immer die Kombination verschiedener Methoden, weil sich in Ölen andere Stoffe lösen als durch Destillation oder wässrig-alkoholischem Auszug. Allerdings kann das für empfindliche Haut auch schon zu viel sein, da kommt es auch auf die Pflanze an, welche Auszüge am besten vertragen werden (bzw. wie hoch der Wirkstoffgehalt jeweils ist).
LG Annika

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von MissPingle » 14. Juli 2019, 10:41

Ich mag Extrakte/Tinkturen, Ölauszüge und Hydrolate.
Aufgüsse nutze ich hin und wieder in einer Maske, die ich sofort benutze oder als innerliche "Schönheitskur".
Liebe Grüße von Doreen

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Candela
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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Candela » 14. Juli 2019, 12:22

Liebe Heike,

ich verwende auch gerne Extrakte (je nach Pflanze entweder mit Alkohol oder einer Kombi aus Alkohol und Glycerin), Ölmazerate und Hydrolate, gerne in Kombination.

Wie Annika schon schrieb kommt es ja immer darauf an, welche Pflanzen man verwendet und welche Wirkstoffe man aus der Pflanze lösen möchte.

Aufgüsse verwende ich auch nur in Frischekosmetik, z.B. zum Anrühren einer Maske.
Liebe Grüße
Candela


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Dreamskin
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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Dreamskin » 14. Juli 2019, 14:06

Oh Schreck! Natürlich habe ich Küken mich wieder total falsch Ausgedrückt und vor allem bei
Annika für Entsetzen gesorgt. Dieses blöde Wort "Sud" .... Dekokt hätte es wahrscheinlich eher getroffen.

Das hier habe ich auf der Seite Olionatura gelesen:
"Bei kieselsäurehaltigen Pflanzen hat sich ein Mazerationsdekokt, ein Einweichen über Nacht in kaltem Wasser bewährt; am nächsten Tag wird der Ansatz 10–30 Minuten lang gekocht und dann gefiltert."

Ich dachte an die Verwendung von Ackerschachtelhalm oder Rotklee.
Beide Pflanzen habe ich übrigens in getrocknetem Zustand einmal mit Sesamöl und einmal mit Weingeist
angesetzt. Habe ich da schon wieder etwas falsch gemacht? (Das war bevor ich diese tolle Seite gefunden habe!)

Liebe Grüße
Heike S.

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Candela » 14. Juli 2019, 14:47

Liebe Heike,
egal ob man es Aufguss, Infus, Tee, Dekokt oder sonstwie nennt, letztendlich gilt immer: Sobald als Auszugsmittel reines Wasser verwendet wird, sollte das Produkt aufgrund der Verkeimungsgefahr nur frisch verwendet werden. :)
Liebe Grüße
Candela

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Annika » 14. Juli 2019, 14:50

Dreamskin hat geschrieben:
14. Juli 2019, 14:06
Das hier habe ich auf der Seite Olionatura gelesen:
"Bei kieselsäurehaltigen Pflanzen hat sich ein Mazerationsdekokt, ein Einweichen über Nacht in kaltem Wasser bewährt; am nächsten Tag wird der Ansatz 10–30 Minuten lang gekocht und dann gefiltert."
Schau mal, was ein paar Sätze davor steht:
Auch eine Abkochung ist ohne weitere Konservierung nur kurz haltbar.
Nichts für die Wasserphase...

Zu Öl- und Alkoholauszug von Schachtelhalm und Rotklee kann ich leider nichts sagen, hab ich noch nie gemacht. Aber falsch wird es nicht sein. :) Je nachdem, welche Inhaltsstoffe du herauslösen wolltest, ist es eben mehr oder weniger effektiv.
LG Annika

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Heike » 14. Juli 2019, 14:54

Candela hat geschrieben:
14. Juli 2019, 14:47
Liebe Heike,
egal ob man es Aufguss, Infus, Tee, Dekokt oder sonstwie nennt, letztendlich gilt immer: Sobald als Auszugsmittel reines Wasser verwendet wird, sollte das Produkt aufgrund der Verkeimungsgefahr nur frisch verwendet werden. :)
:gut:

Haarspülungen und Masken mit frisch aufgebrühten Pflanzen … sehr schön, wohltuend, duftend. In meinen Emulsionen verwende ich immer selbst hergestellte wässrig-ethanolische Extrakte (die ich mittels Turbo- oder Soxhletextraktion herstelle), für Gesichtswasser meine eigenen Hydrolate.

Ölmazerate habe ich letztes Jahr angesetzt, eines davon mit Calendula, eines mit Kamille, beide frisch gesammelt und angetrocknet. Dennoch roch das Calendulamazerat nach einigen Monaten unangenehm, leider. Daher sind mir wässrig-ethanolische Extrakte am liebsten. Sie sind auch nach Monaten immer noch unverändert duftend und authentisch.
Liebe Grüße
Heike


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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Dreamskin » 14. Juli 2019, 18:47

Hallo Annika,

ich dachte ich könnte dieses Dekokt bei der Verarbeitung zu einer Creme mit Weingeist konservieren.
Geht das nicht?

Liebe Grüße
Heike S.

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Annika » 14. Juli 2019, 19:33

Ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre. Die Konzentrationen, die wir in Cremes verwenden (12-15%) reichen dafür definitiv nicht aus, die sind nicht für eine solche Kontaminationsgrundlage gedacht!
Theoretisch müsstest du den gesamten Ethanol-Anteil eines "normalen" Auszugs (70%) nachträglich nach der Filterung zugeben. Vorausgesetzt du filterst mit einer Nutsche mindestens Por.4 sollte die Haltbarkeit deines Extrakts zwar gegeben sein, dann wäre aber nur ein geringer Teil deines Endvolumens tatsächlich wirkstoffhaltig. Also da erscheint es mir sinnvoller, direkt einen wässrig-ethanolischen Auszug zu machen. :)
LG Annika

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Eliza » 15. Juli 2019, 11:50

Heike hat geschrieben:
14. Juli 2019, 14:54
Ölmazerate habe ich letztes Jahr angesetzt, eines davon mit Calendula, eines mit Kamille, beide frisch gesammelt und angetrocknet. Dennoch roch das Calendulamazerat nach einigen Monaten unangenehm, leider. Daher sind mir wässrig-ethanolische Extrakte am liebsten. Sie sind auch nach Monaten immer noch unverändert duftend und authentisch.
Also nur kleine Mengen eines Ölmazerates herstellen. Aber wie wäre das denn mit den Inhaltsstoffen, wenn man mit den Extrakten arbeitet. Die Menge eines genutzten Öls ist doch größer, als wenn ich eine Tinktur in der Creme verwende. Von daher habe ich mit Tinkturen weniger der Pflanzenstoffe...?
Wir sollten früher aufhören, später zu sagen...


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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von MissPingle » 15. Juli 2019, 20:44

So wie ich das verstanden habe, liegen in Extrakten die Wirkstoffe wohl in höherer Konzentration vor als in Auszügen.
Du könntest die unterschiedlichen Produkte auch kombinieren: Einen Ölauszug als Teil der Fettphase, ein Hydrolat als Teil der Wasserphase und einen Extrakt oder eine Tinktur als Wirkstoff (und du hättest damit direkt nebenbei auch noch einen Teil der Konservierung abgedeckt).
Die unterschiedlcihen Wirkstoffe lösen sich in den verschiedensten Medien, manche sind lipophil, andere lösen sich besser in einer wässrig-alkoholischen Lösung, andere flüchtige Bestandteil hättest du in einem Hydrolat. Wenn du kombinierst, kannst die alle Wirkstoffe nutzen, nicht z.B. nur die öllöslichen, würdest du nur einen Ölauszug verwenden.
Liebe Grüße von Doreen

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Re: Wunderbare Pflanzenwelt

Ungelesener Beitrag von Eliza » 16. Juli 2019, 14:26

MissPingle hat geschrieben:
15. Juli 2019, 20:44
Wenn du kombinierst, kannst die alle Wirkstoffe nutzen, nicht z.B. nur die öllöslichen, würdest du nur einen Ölauszug verwenden.
Danke :) Zur Zeit befasse ich mich ausführlich mit der Herstellung von Tinkturen. Die Mazerate kommen danach dann dran.

Liebe Grüße, Ute
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