Bericht Parfum-Entwicklung (Kurs Herstellung Parfüm)

Hier können wir Parfüms entwickeln, Anleitungen, Tipps & Tricks zur Herstellung eines individuellen Parfüms und Duftmischungen aus ÄÖ's und Fantasiedüften sammeln, so wie es auch in der Parfümindustrie üblich ist.

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Kathryn
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Bericht Parfum-Entwicklung (Kurs Herstellung Parfüm)

Ungelesener Beitrag von Kathryn » 9. März 2019, 21:04

Hallo liebe Rührgemeinde,
ich habe heute an einem Kurs zum Entwickeln eines eigenen Parfums teilgenommen und wollte euch an dieser tollen Erfahrung teilhaben lassen. Hier am Küchentresen passt das, hoffe ich, ganz gut hin.
Entschuldigt im Voraus, dass es wahrscheinlich ein langer Text wird, wahrscheinlich auch nicht super spannend zu lesen, eher wie ein Zeitungsbericht und auch ohne diese süßen auflockernden gelben Emoticons, weil das Schreiben sonst noch länger dauern würde hier an meinem Smartphone.
Ich bin nun auch kein Profi und kann deshalb nur weitergeben, was ich heute gelernt habe. Also, nagelt mich bitte nicht darauf fest und tiefergehende Fragen kann ich auch sicherlich nicht zufriedenstellend beantworten. Nur die Leichten.

Zunächst einmal ist es interessant, dass der Parfumeur kein tatsächlicher Ausbildungsberuf ist und es weltweit nur ca. 2000 Parfumeure gibt. Die meisten davon leben und arbeiten in Spanien, weil es dort eine große Vielfalt an Rohstoffen gibt. Der Parfumeur, der die einzige deutsche Akademie gegründet hat, Marcel Kein, hat uns heute sehr charmant und unglaublich kenntnisreich in die Welt der Düfte eingeführt. Wir haben etwas über die Düfte von Sissi, Katharina de Medici, die Krönungssalbungsöle der Queen, über das älteste Parfum der Welt, über Armanis persönlichen Duft, wie herausgefunden wurde, dass Babys schon im Mutterleib den Geruchssinn entwickeln, dass dieser mit dem limbischen System verbunden ist und damit Erinnerungen und Emotionen so stark mit Gerüchen verknüpft sind und noch vieles Spannende mehr gehört. Langer Satz, ich weiß.

Das Schöne daran war, dass der Kurs in einer Galerie stattgefunden hat, die gerade die Kunstammlung eines Parfumeurs aus Barcelona zeigt. Dort sind zu den Werken Düfte ausgestellt, die der Sammler dazu kreiert hat. Nicht wirklich wohlduftende, sondern interpretierende Gerüche nach nassem Fell und frischem Beton zum Beispiel. Eine wirklich interessante Kombination aus Visuellem und Olfaktorischem. Alleine deshalb lohnt sich schon ein Besuch in Delmenhorst.

Kein hat einen spannenden Werdegang hinter sich, hat Make up Artist gelernt und sich dann auf Düfte spezialisiert, mit L'Oréal, Armani und Bobby Brown gearbeitet und sich nun hier in Bremen selbstständig gemacht, wo er auch mit der Chemieabteilung der Uni zusammenarbeitet. Er selbst sieht sich eher als Künstler und Handwerker und findet nicht so richtig Zugang zur Chemie. Das war ganz in unserem Sinne.

Zu der Schulung heute hatte er 120 verschiedene Öle dabei, die aber nur einen sehr kleinen Teil seiner sich in der Akademie befindenden "Parfumorgel" ausmachen. Es sind nur ätherische Öle, die er ethisch vertreten kann. Andere hat er als synthetische Stoffe dabei gehabt. So zum Beispiel den Duft Zibet, der in Asien beliebt ist. Dieser Duft wird auf natürliche Weise gewonnen, indem die Zibetkatzen gezüchtet und in Käfigen gehalten werden und permanent durch Hunde und Trommeln auf dem Käfig in Angst versetzt werden, damit sie aus den Fußballen dieses bestimmte Sekret aussondern.

Jeder Duftstoff soll einen passenden Rezeptor in der Nase haben, der aktiviert wird, wenn der Duft gerochen wird. Dass der Duft auf der Haut anders als auf dem Papierstäbchen riecht, liegt an dem individuellen Säureschutzmantel der Haut.
So riecht also jeder Duft bei jedem anders. Trotzdem werden Düfte nach größeren Zielgruppen entwickelt. So zum Beispiel für die deutsche Hausfrau der Duft "Sun" von Jil Sander. In diesem Parfum ist tatsächlich der Inhaltsstoff Backpulver. Interessant war, dass wirklich nur die Frauen in unserer Gruppe den Duft mögen, die auch gerne kochen und backen.

Jede Kultur hat auch ihren eigenen präferierten Duftbereich, der ursprünglich spirituell geprägt ist. Häufig aufgrund des rituellen Verbrennens im Feuer. Daher auch der Name: Parfum vom lateinischen parfume "über den Rauch". Im arabischen Raum mag man gerne den Duft Oud, in der buddhistischen Kultur Sandelholz. Die Japaner lieben Kirschblüte und die Amerikaner haben die sogenannten Gourmontdüfte für sich entdeckt. Das hat aber anscheinend eher mit der Leidenschaft für das Essen als mit Religion zu tun. So ist Tonka Bohne die Basisnote im Parfum, für das Julia Roberts wirbt.

Der Ölanteil in Parfums beträgt 15 - 30%. In Eau de Parfums sind es 10 - 14%, im Eau de Toilette 6 - 9% und im Eau de Cologne 3 - 5%.
Die Riechstoffe werden in die Bereiche ätherische Öle (Blüten, Blätter, Wurzeln), Resinoide (Sekrete, Harze, Balsame) und synthetische Öle (Früchte, Kompositionen, Fantasie) eingeordnet. Die ätherischen Öle halten aufgrund der kurzen Molekülketten nur kurz auf der Haut und verfliegen schneller. Die Resinoide haben längere Molekülketten und bleiben demnach länger haften. Häufig sind in Parfums den Duftstoffen Phalate beigefügt, die die kurzen Molekülketten künstlich verlängern, damit der Duft länger haften bleibt. Diese Phalate sollen jedoch bedenklich sein, da krebserregend.
Insofern hat sich inzwischen das sogenannte "Layering" etabliert, bei dem zwei Düfte übereinander aufgetragen werden, zunächst einmal am Tag die Duftbasis, also länger haltende Düfte, und dann mehrmals am Tag andere Düfte, die nicht so lange halten. Das können auch morgens andere als abends sein.

Die Riechstoffe werden Duftfamilien zugeordnet: blumig, fruchtig, chypre (z. B. Zypresse, Thuja), orientalisch, fougere (Dinge, die im Boden wachsen), holzig. Diesen Familien sind passende Farben zugeordnet, z. B. Orange der orientalischen Duftfamilie. So sind häufig schon anhand der Verpackungen zu erkennen, welche vorherrschenden Düfte im Parfum enthalten sind. Opium von Yves Saint Laurant ist in einem rotorangefarbenen Flakon. Interessanterweise soll derselbe Duft, nur anders eingefärbt, und viel günstiger von Nina Ricci verkauft werden, um noch eine andere Zielgruppe anzusprechen. So manipulativ ist die Industrie. Deshalb sollte man auch immer eine Probe erstmal mit nach Hause nehmen und nicht gleich im Laden den teuren Duft kaufen.

Das Parfum Opium, das für viel Geld verkauft wird, kostet in der Herstellung tatsächlich nur 1 bis 2 Euro. Das Teuerste daran sind nicht die Inhaltsstoffe und auch nicht der Glasflakon, sondern die Verpackung, da damit die meisten Arbeitsschritte verbunden sind. Reines natürlich gewonnenes Rosenöl kostet momentan ca. 80000 Euro pro Liter. Für diesen einen Liter braucht man ungefähr eine Tonne Rosenblätter. Da aber in vielen 1000en Parfums auf der Welt der Rosenduft enthalten ist, kann man sicher sein, dass in diesen kein ätherisches, sondern synthetisches Öl verwendet wurde, auch wenn man auf den Verpackungen gerne in die Irre geführt wird.
Wenn man also sichergehen will, dass man tatsächlich ein hochwertiges Produkt hat, muss man es selbst herstellen. Aber deshalb sind wir ja auch alle hier.

Nun möchte ich noch schnell berichten, wie wir bei der Herstellung vorgegangen sind.
Ein Parfum wird bekannterweise in Kopfnote (fruchtig, chypre), Herznote (blumig, orientalisch) und Basisnote (fougere, holzig) aufgeteilt.
Zunächst haben wir nur die Öle der Kopf- und Herznote erhalten.
Wir haben alle Öle auf dafür extra hergestellte Papierstreifen aufgetragen, beschriftet und diese herumgegeben. Wichtig war, dass man erst riecht, bevor man liest. Denn tatsächlich war es ganz häufig so, dass man beim Riechen einen Duft nicht als so angenehm wahrgenommen hat, aber wenn sich etwas dahinter verbarg, wobei man dachte, ah, das mag ich doch eigentlich, war man doch dazu geneigt, den Duft in seine Favoritenliste aufzunehmen. Ganz häufig war das bei Rose der Fall. Holunder hingegen hat uns alle überrascht. Der Duft war in jeder Liste nachher zu finden.
Als wir alle unsere 15 Lieblingsdüfte gefunden hatten, sollten wir diese miteinander unterschiedlich kombinieren. Am Ende hatte ich 6 Düfte übrig, die ich zusammen als toll für mich empfand, meine Freundin hatte für sich eine Kombination aus 2 Düften gefunden. Eine feste Anzahl gibt es da nicht.
Erst am Schluss haben wir uns unsere dazu passende Basisnote mit Hilfe von Marcel Klein gesucht. Das waren dann nur noch ca. 20 verschiedene Öle. Von der Basisnote wählt man ein, zwei oder maximal 3 aus.

Meine persönliche Eau de Parfumkomposition besteht nun aus den beiden Kopfnoten Melone und Brombeere, aus den Herznoten Lilie, Iris und Orchidee und aus den Basisnoten Orient und Tonka Bohne.

Natürlich haben wir unsere Kreationen gegenseitig ausgetauscht. Es war absolut faszinierend zu sehen, dass alle Düfte komplett unterschiedlich waren und sie dennoch immer zu Aussehen und Charakter der Person als passend empfunden wurden. Jeder hat 50ml (mit Alkohol aufgefüllt) seines individuellen eigens für sich selbst entwickelten Parfums mit nach Hause nehmen dürfen.
Ich liebe meinen neuen Parfumduft und bin überrascht, dass er so ganz anders ist, als das Parfum, das ich bisher immer gerne getragen habe.

Ich weiß, ich bin noch Rührküken und vielen habe ich sicherlich nichts Neues erzählt, aber vielleicht habe ich zumindest Lust geweckt, sich mehr mit der Welt der Parfumeure zu beschäftigen. Mich hat zumindest der Ehrgeiz gepackt, noch weitere Duftkreationen zu entwickeln.
Zuletzt geändert von Helga am 27. März 2019, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel erweitert
Liebe Grüße, Kathryn

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Kessia
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Kessia » 9. März 2019, 21:17

Wow, ein spannender Bericht, den du da geschrieben hast. Mich interessiert das Thema sehr, aber leider wohne ich nicht in der Nähe von NRW. Umso mehr hat mich dein Bericht gefreut. Vielen Dank dafür! :love:
Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von flidibus » 9. März 2019, 21:19

Sehr spannend!
Danke für deinen Bericht!
Liebe Grüße
Flidibus


Rabin
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Rabin » 9. März 2019, 22:47

Kessia hat geschrieben:
9. März 2019, 21:17
Wow, ein spannender Bericht, den du da geschrieben hast. Mich interessiert das Thema sehr, aber leider wohne ich nicht in der Nähe von NRW. Umso mehr hat mich dein Bericht gefreut. Vielen Dank dafür! :love:
Uwe Manasse bietet auch solche Workshops an, nicht nur in NRW.
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Helga » 9. März 2019, 22:58

Liebe Kathry,

Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast (am Handy geschrieben :ohnmacht:) uns diese Info nahe zu bringen, sehr interessant :)
Ich weiß, ich bin noch Rührküken und vielen habe ich sicherlich nichts Neues erzählt, aber vielleicht habe ich zumindest Lust geweckt, sich mehr mit der Welt der Parfumeure zu beschäftigen.
Hier wird auch "Rührküken" auf Augenhöhe begegnet und Du hast es so wunderbar beschrieben, dass man wirklich Lust bekommt :)

Besonders interessant fand ich, dass der Parfumeur auch mit Fantasiedüften arbeitet, z. B. "Melone". Das erinnerte mich an einen Online-Shop, in dem man sich aus vielen Essenzen selbst ein Parfüm kreieren kann, ich habe es vor Jahren mal versucht, es war eine Katastrophe, weil ich mich ja zu wenig auskannte :kichern:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Judy
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Judy » 9. März 2019, 23:06

Liebe Kathryn,
vielen tausend Dank für deinen tollen, anschaulichen Bericht und deine Mühe, alles aufzuschreiben!
:knutsch:
Das ist wirklich ein sehr spannendes, schönes Thema - ich kann fast dein kreiertes Parfum herausriechen...
Liebe Grüße,
Judy
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Serafin
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Serafin » 9. März 2019, 23:28

Liebe Kathryn,

Dein Bericht hört sich sehr spannend an, man spürt richtig wie spannend und aufregend es für dich war.
Interessant fand ich die Aussage zu Jil Sander Sun, ich backe und koche leidenschaftlich, aber dieser Duft geht bei mir gar nicht.
Ich wünsche dir viel Freude an dem Dir eigens kreierten persönlichen Duft.
Liebe Grüße Serafin


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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Phytopraktikerin » 10. März 2019, 00:11

Liebe Kathryn,
danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich liebe übrigens sun :sunny: von Jil sander,
bin aber leider eine lausige Köchin. :popohauen: Womöglich versteckt sich noch ein Koch Talent in mir :fluesterei:
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von dreibes » 10. März 2019, 00:33

Liebe Kathryn,

vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Er liest sich wirklich hochinteressant - ich habe das Meiste davon noch nicht gewusst! Da hast Du Dir echt viel Mühe gemacht; man kann Deine Begeisterung spüren und wird wirklich inspiriert. Wie habt Ihr es denn geschafft, bei so vielen verschiedenen Düften nicht irgendwann "nasenfaul" zu werden? :duft:

Ich wünsch Dir viel Freude an Deinem neuen ganz eigenen Parfum!
Lieben Gruß
Biggi

What if i fall? - Oh but my darling, what if you fly ...?

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Manjusha
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Manjusha » 10. März 2019, 00:40

Was für ein schöner Bericht, liebe Kathryn! :love:
Vielen herzlichen Dank dafür! :knutscher:
Da hört sich nach einem richtig tollen Kurs an! :duft:
Liebe Grüße
Manjusha


RedPoppy
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von RedPoppy » 10. März 2019, 07:56

Ich kann mich den anderen nur anschließen! :) Das war ein sehr interessanter Bericht! Vielen Dank dafür!

Aber mich würde auch wie Biggi interessieren, wie ihr mit so vielen Düften einen klaren Kopf bzw. Nase behalten konntet.

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Angi
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Angi » 10. März 2019, 08:15

Was für ein toller Bericht , lieben Dank Kathryn.
Ich selbst habe mir vor kurzem erst einen Duft kreieren lassen von Uwe Herrich, einem Parfumeur aus Dresden. Das war auch sehr interssant.
Wir hatten ein langes Telefonat, er stellte -zig Fragen, z.B. : ob lieber Weißwein oder Rotwein, welche Lieblingsfarbe, ob Sommer-oder Winterurlaub usw.
Als der Duft ankam war er ganz anders, als die typischen Düfte, sehr ungewohnt.
Die Veränderung, die er im Lauf der Zeit macht ist sehr spannend, am Anfang sehr frisch und später, ganz warm und weich. Wahnsinn, wie er das gemacht hat.
Ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinem Duft.
Viele Grüße
Anja


varney
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von varney » 10. März 2019, 08:49

Liebe Kathryn,

vielen lieben Dank für deine Mühe! Ich fand deinenBericht wahnsinnig interessant und habe viel neues gelernt. Bin ja auch noch ganz neu in der Rührwelt.
Liebe Grüße
varney

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Kessia
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Kessia » 10. März 2019, 09:09

Rabin hat geschrieben:
9. März 2019, 22:47
Uwe Manasse bietet auch solche Workshops an, nicht nur in NRW.
Vielen Dank für die Info! :sabber:

Sag mal, waren die Duftstoffe, wie Melone aus Alkohol oder Öl? Also ich meine, es waren ja keine echten ÄÖs. Konnten sie trotzdem mit echten ÄÖs gemischt werden? Oder benötigte man dazu einen Hilfsstoff, um die beiden miteinander zu verbinden? Bzw. woraus waren sie hergestellt? Ist es so wie die Parfumöle für Seifen oder waren es Aroma Duftstoffe, wie sie für Lebensmittel hergenommen werden?
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Rose » 11. März 2019, 14:37

Liebe Kathryn,

auch von meiner Seite, sozusagen von Rührküken zu Rührküken vielen Dank für den tollen Bericht!
Sehr inspirierend. Ich liebe es, mit Duftmischungen zu experimentieren, aber wusste bisher nicht, dass es solche Kurse gibt.
Liebe Grüße Rose 🌹

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lafeerique
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von lafeerique » 11. März 2019, 14:59

Das ist wirklich ein toller Bericht! 😍 Vielen Dank dafür.

Ich habe mich letztes Jahr auch damit beschäftigt, was dazu führte, dass ich nun unzählige ÄÖs zuhause habe für ziiiieeemlich viel Kohle 😅. Das Schlimme ist nur, ich habe es noch nicht ein einziges Mal geschafft etwas zu komponieren, dass mir gut riecht 🙈
Liebe Grüße, Fee


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Kathryn
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Kathryn » 11. März 2019, 18:46

Oh, vielen Dank für die schöne Resonanz!
Serafin hat geschrieben:
9. März 2019, 23:28
Interessant fand ich die Aussage zu Jil Sander Sun, ich backe und koche leidenschaftlich, aber dieser Duft geht bei mir gar nicht.
:-D :-D :D
Ich dachte mir schon, dass es da wahrscheinlich genau so viele Gegenbeispiele gibt, hihi!
dreibes hat geschrieben:
10. März 2019, 00:33
Wie habt Ihr es denn geschafft, bei so vielen verschiedenen Düften nicht irgendwann "nasenfaul" zu werden? :duft:
Ich glaube, das Geheimnis ist erst einmal die Düfte einzeln zu riechen. Und das war tatsächlich überhaupt kein Problem. Da trifft das mit den einzelnen Rezeptoren in der Nase wohl zu. Er sagte auch, dass der Zusatz von Alkohol das Problem wäre, warum man in der Parfümerie nach 4 Stäbchen nichts mehr riechen könnte. Als wir dann am Schluss unsere fertigen Parfums mit Alkohol gegenseitig getestet haben, war es dann auch genug.
Angi hat geschrieben:
10. März 2019, 08:15
Ich selbst habe mir vor kurzem erst einen Duft kreieren lassen von Uwe Herrich, einem Parfumeur aus Dresden. Das war auch sehr interssant.
Wir hatten ein langes Telefonat, er stellte -zig Fragen, z.B. : ob lieber Weißwein oder Rotwein, welche Lieblingsfarbe, ob Sommer-oder Winterurlaub usw.
Ja, das ist wirklich ein langer Prozess, ich fand es auch ganz schön ambitioniert, das in ein paar Stunden zu machen. Der Herr Kein erzählte auch, dass er, als er das Parfum von Armani gemacht hat, 80x nach Mailand geflogen ist, bis der Duft endlich fertig war.
Kessia hat geschrieben:
10. März 2019, 09:09
Sag mal, waren die Duftstoffe, wie Melone aus Alkohol oder Öl? Also ich meine, es waren ja keine echten ÄÖs. Konnten sie trotzdem mit echten ÄÖs gemischt werden? Oder benötigte man dazu einen Hilfsstoff, um die beiden miteinander zu verbinden? Bzw. woraus waren sie hergestellt? Ist es so wie die Parfumöle für Seifen oder waren es Aroma Duftstoffe, wie sie für Lebensmittel hergenommen werden?
Die synthetischen Düfte basierten auch auf Öl nicht auf Alkohol, deshalb war das Mischen gar kein Problem. Allerdings weiß ich leider nicht, ob es Seifen- oder Lebensmitteldüfte waren. Das ist eine gute Frage. Aber die ähnelten in allem den ÄÖs, bis auf in der Herstellung natürlich.
lafeerique hat geschrieben:
11. März 2019, 14:59

Ich habe mich letztes Jahr auch damit beschäftigt, was dazu führte, dass ich nun unzählige ÄÖs zuhause habe für ziiiieeemlich viel Kohle 😅. Das Schlimme ist nur, ich habe es noch nicht ein einziges Mal geschafft etwas zu komponieren, dass mir gut riecht 🙈
:kichern:
Ja, das war auch zu Beginn unsere größte Befürchtung, dass wir mit einem Parfum nach Hause gehen, das wir gar nicht mögen. Es hat natürlich geholfen, dass da jemand war, der sich auskannte und Tipps gegeben hat. Und natürlich auch die selektive Vorgehensweise. Ich hab auch so 30 ÄÖs und dachte, das wäre viel, aber im Vergleich zu seiner Sammlung ist das ein natürlich Witz. Bisher habe ich auch meine Öle nach der Wirkung und nicht nach dem Duft ausgesucht. Aber das ändert sich jetzt. Meine To - Buy - Liste wird immer länger :sabber:
Liebe Grüße, Kathryn

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Andrea- » 11. März 2019, 18:52

Ein toller Bericht liebe Kathryn, herzlichen Dank, dass du dir so viel Mühe gemacht hast!
Liebe Grüße, Andrea-


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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Gloa » 11. März 2019, 20:26

Kathryn, danke für den ausführlichen Bericht.
Man merkt, der Samstag hat Dir viel Spass gemacht und das Parfum gefällt auch. Voller Erfolg also !! :)
Wie hoch sind die Kosten, wenn ich fragen darf ? So ein Kurs wäre auch ein ganz persönliches Geschenk für
einen lieben Menschen.

Herzlichst Gloa


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Kathryn
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Kathryn » 11. März 2019, 21:53

Wir haben 99 Euro für einen 5 stündigen Workshop bezahlt, aber das war eine einmalige von der Galerie geplante Situation.
Man kann aber auch für weniger dort in der Parfum Akademie Bremen etwas buchen und auch Gutscheine verschenken. Das ist wirklich ein schönes Geschenk.
Wenn du das bei Google eingibst, kommst du auf die Seite. Ich habe leider noch nicht gelernt, wie man einen link verschickt :argstverlegen:
Liebe Grüße, Kathryn

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Helga
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Helga » 11. März 2019, 22:13

Das muesste die Seite sein: klick
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Gloa » 11. März 2019, 22:50

Danke Euch für die Info. und die Verlinkung, Kathryn und Helga.

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Helga » 20. März 2019, 17:35

Kathry hat geschrieben: .....
Kathryn eine Frage bitte :): Habt Ihr mit solchen Duftbasen, Akkorde, gearbeitet? Ich habe diese früher verwendet, es gab ein Buch dazu noch zu Zeiten der Hobbythek :wink:

Parfüm-Baukasten und den
Zusatznoten
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga


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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Kathryn » 20. März 2019, 18:07

Liebe Helga,
ich freue mich, dir auch einmal eine Frage beantworten zu können :) Wir haben nicht mit einem Baukasten und nicht mit Akkorden gearbeitet, sondern mit einer großen Sammlung ätherischer Öle, die es wahrscheinlich auch überall einzeln zu kaufen gibt. Es waren über 100 verschiedene hauptsächlich blumige und fruchtige Düfte. Kräuter gab es auch und natürlich die Basisdüfte. Aber die kleinen Flaschen waren alle mit einer Pipette und nicht mit einem Tropfverschluss. Wahrscheinlich hat der Kursleiter die selbst umgefüllt. Parfumöle gab es dazwischen auch, aber ich konnte den Unterschied nicht erkennen. Da muss man mehr Übung haben.
Ich habe mir auch das Buch jetzt durchgesehen, von dem Kessia geschrieben hat, "Vom Zauber des Duftes". Die Autorin geht genau anders herum vor. Sie fängt mit den Basisnoten an und setzt die anderen Kopf und Herznoten dann dazu. Wir haben die Basisnoten zum Schluss dazu genommen. Ich frage mich, was nun leichter oder sinnvoller ist.
Momentan komme ich nicht richtig dazu, das auszuprobieren, weil ich noch nicht so viele Öle habe.
Liebe Grüße, Kathryn

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GartenEden
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von GartenEden » 20. März 2019, 19:43

Liebe Kathryn,
Kathryn hat geschrieben:
20. März 2019, 18:07
Die Autorin geht genau anders herum vor. Sie fängt mit den Basisnoten an und setzt die anderen Kopf und Herznoten dann dazu. Wir haben die Basisnoten zum Schluss dazu genommen. Ich frage mich, was nun leichter oder sinnvoller ist.
die große Parfümeurin Mandy Aftel schreibt in ihrem Buch: " Die Kunst der Alchemisten", dass man besser mit der/n Basisnote(n) anfängt, da man eine Mischung sonst eventuell erschlägt. Auf S. 81 sagt sie, dass viele Parfümeure auch anders herum vorgehen, weil das so wäre, wie der Parfümbenutzer es erriecht. Man riecht zuerst die Kopfnoten, dann die Herznote und die Basis bleibt. Für mich ist es andersrum, wie bei Aftel, auch leichter, weil sie (die Basisnoten) so kraftvoll lange duften, möchte ich wissen, wie das riecht, bevor ich nach oben gehen kann. Die meisten Menschen empfinden aber die Basisnoten als zu heftig, als dass man sie pur erträgt. Ich denke, mit ein bisschen Übung kann man, grundsätzlich beide Wege gehen....
Viele Grüße, Daniela
"Wer nicht weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt." - Mark Twain

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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Helga » 20. März 2019, 21:43

Kathryn vielen Dank :) ich fragte vor allem deswegen, weil dort auch ein Baukasten verkauft wird, der aber leider nicht näher beschrieben wird.

Ich kenne auch das Buch von Mandy Aftel und schließe mich dem Rat von GartenEden an, mach wie es Dir angenehm ist :) vor allem hast Du es von einem Profi gelernt :wink:

In den letzten Tagen beschäftige ich mich wieder mehr mit der Herstellung von Parfüms und habe eine interessante Seite gefunden:

Sehr interessante Themen: Duftnoten
unter anderem:Aldehyde
aber es gibt noch so viel mehr :wink:
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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Fragolinchen
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung

Ungelesener Beitrag von Fragolinchen » 26. März 2019, 20:34

Vielen, vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht :knutscher: !
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
(Weisheit aus Finnland)


(Hat den Thread eröffnet)
Kathryn
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung (Kurs Herstellung Parfüm)

Ungelesener Beitrag von Kathryn » 31. März 2019, 13:50

Ich freue mich, dass dir der Bericht gefällt, Fragolinchen. Danke für die Rückmeldung :knuddel:

Liebe Helga,
ich habe versucht, mit Herrn Kein Kontakt aufzunehmen, um mehr Informationen über den Baukasten zu bekommen, aber er ist gerade so viel unterwegs, dass er nicht dazu kommt. Er hat nur ganz kurz zurück geschrieben und will sich darum kümmern, wenn er mehr Zeit hat.
Ich bewundere immer, wie fleißig hier alle sind und sich so viel Wissen aneignen. Du hast mir einfach jahrelanges Studieren voraus und weißt schon so viel über alles Mögliche. Da bin ich ein wenig neidisch. Hast du dir denn auch schon deinen Lieblingsduft kreiert?
Ich benutze mein Parfum tatsächlich jeden Tag und sprühe es sogar auf die Haare, weil mein Shampoo duftlos ist. Weil es so leicht riecht und so günstig in der Herstellung ist, bin ich da etwas verschwenderisch :D

Seitdem ich hier im Forum bin, habe ich schon einen Haufen Bücher gekauft. Das von Mandy Aftel wird dann wohl meine nächste Anschaffung. Danke für den Tipp :bluemchen:
Liebe Grüße, Kathryn


Mimiq
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung (Kurs Herstellung Parfüm)

Ungelesener Beitrag von Mimiq » 31. März 2019, 17:43

Also für mich hat sich dein Bericht spannender und vor allem viel interessanter als Zeitung gelesen ;)
Vielen Dank dafür!
Immer wieder hat mich Parfüm herstellen interessiert, einmal auch ausprobiert und da bin ich darauf gekommen, dass es ein wunderschönes aber auch kostspieliges Erlebnis ist.
Wobei so ein Kurs würde mich auch sehr reizen :duft:
Liebe Grüße
Sabine

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Helga
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Re: Bericht Parfum-Entwicklung (Kurs Herstellung Parfüm)

Ungelesener Beitrag von Helga » 31. März 2019, 19:01

Mimiq hat geschrieben:
31. März 2019, 17:43
Wobei so ein Kurs würde mich auch sehr reizen :duft:
Mich auch, gibt es einen in AT?
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

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