Zusatzstoffe in der Seife

Traumseifen entwickeln, Rohstoffe testen, Siedegeheimnisse teilen, Fehlern auf die Spur kommen – hier ist der kreative Mittelpunkt für Seifensieder.

Moderator: Birgit Rita

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lavendelhexe
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Zusatzstoffe in der Seife

Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Ich weiß jetzt nicht wo ich diese Frage am besten stellen sollte, aber ich würde gerne wissen wie es mit Zusatzstoffen in der Seife aussieht! Man kann doch noch eine Menge Hilfsstoffe dazugeben wie: Zucker, Stearinsäure, Wachs, Honig, Alkohol, Glycerin,...

Ich gehe mal davon aus dass diese Stoffe einen gewissen Nutzen haben. Aber welchen? Kann man nicht noch einen Basisthread öffnen der solche Stoffe anführt und erklärt?
Ich hab jetzt einfach mal Christians Frage in einen neuen Thread kopiert, damit nichts untergeht -hoffe, das ist ok.
Bitte schreibt auch eure Erfahrungen und Meinungen dazu!

An dieser Zusammenstellung haben viele Siederinnen mitgearbeitet!

Zucker - soll die Schaumbildung unterstützen, in OHP das Fließverhalten verbessern. Zucker wird im kalten Wasser aufgelöst und mit diesem Zuckerwasser dann die Lauge angerührt. Empohlene Menge: bis 10% des Fettes - wir beziehen uns i.d.R. auf die Fettmenge, weil die unveränderlich ist. Wasser kann man reduzieren oder mehr nehmen, NaOH ist eh verschieden. Aber 500 g Fett/Öl sind 500 g Fett - egal ob ein Gemisch oder pure Kokos :wink:

Stearinsäure - festigt die Seife und sorgt für standfesten Schaum (z.B. in Rasierseifen) Menge muß ich nachschauen

Bienenwachs - sorgt für harte Seife, wird mit dem Fett geschmolzen, Einsatzmenge 1 - 3 % 5% Bienenwachs machen eine reine Olivenölseife schon sehr hart. Die Seifen dickt auch beim Rühren schneller an. Es heizt die Seife minimal schneller auf, das stimmt. Ich (Katharina) würde nicht unbedingt mehr als 5% verwenden, da die Seifen sonst zu hart werden, Bienenwachs hemmt die Schaumbildung auch immer etwas und dazu kommt, dass nicht jeder das Gefühl von Bienenwachs auf der Haut als positiv empfindet.

Lanolin ist sehr pflegend, wiel viel Unverseifbares enthalten ist. Lanolin macht einen sehr schönen Schaum, nicht nur bei Salzseifen. Es heizt die Seife nicht zusätzlich auf und empfielt sich besonders für Rasierseifen, da der Schaum schön stabil ist und die Klinge glatter über die Haut geht.

Honig - pflegend, einfach nett, wird entweder zu den Fetten oder in den Seifenleim gegeben. Einsatzmenge bis 5% evtl. auch mehr, dann bleibt die Seife länger weich. Achtung: heizt die Seife auf.

Alkohol - in erster Linie für Transparentseifen, soll bei CP (Kaltverseifung) den Leim zum schnellen andicken bringen.

Glycerin - in erster Linie für Transparentseifen, entsteht bei CP sowieso.

Seide - man kann ein kleines Stück Rohseide (von Seidenmaltuch) in der heissen Lauge auflösen, dann durchsieben, weil meist kleine Reste bleiben.
Oder Seidenproteine zum Leim geben. 1 Tl flüssige auf 500g Fett. Seidenproteine gibts flüssig oder als Pulver zu kaufen (nicht mit Seidenpuder verwechseln) - beides kann verwendet werden. Ich (Becsi) finde Seide genial. Sie macht meiner Meinung nach wirklich was her, die Seife fühlt sich irgendwie glatter an, der Schaum seidiger

Oder man gibt pro 500g Fett 1 Tl Seidenprotein in den Seifenpudding

Zum anrühren der Lauge kann man vieles verwenden: Tee, Saft, Milch - sinnvoll ist es immer, Flüssigkeiten in Eiswüfelbeuteln einzufrieren und mit diesen Eiswürfeln die Lauge anzurühren. Ich habe immer einen Vorrat an Ziegenmilch eingefroren, weil ich sehr gerne Milchseifen mache....

Tee - Kräutertee, Rotbusch, weißer, grüner, schwarzer Tee - Achtung, meistens wird die Seife braun

Saft - beliebt ist Möhrensaft, weil er die Seife orange färbt. Die Farbe ist allerdings nicht lichtecht und verblaßt mit der Zeit. Andere Säfte, wie Apfel, Orange etc. werden in der Seife meist braun. Da Säfte von Natur aus (Frucht)Zucker enthalten, heizen sie die Seife auf.

Milch - (auch Buttermilch) von Schaf, Ziege, Kuh etc., auch hier: einfacher ist es, wenn man sie einfriert. Diese Seifen nicht isolieren, eher kühlen, viele stellen sie in den Tiefkühler. Durch eine Gelphase entsteht Ammoniakgeruch, der aber nach einigen Wochen verfliegt. Ist die Milch nicht gefroren, sondern nur kühlschrankkalt, wird die Lauge beim anrühren orange - man kann sie trotzdem verwenden. Einfacher ist es, Milchpulver zu verarbeiten. Das kann man mit etwas Wasser angerührt in den Seifenleim geben.

Kokos- und Mandelmilch sind nicht aufheizend, dürfen gelen.

Wein, Bier, Sekt - müssen gekocht werden, bis der Alkohol verdampft ist. Je nach Menge ca. 15 min in einem offenen Topf köcheln lassen, abkühlen und am besten einfrieren. Alkohol enthält Zucker und heizt die Seife auf.

Pflanzengele z.B. Algengel aus Chondrus Crispus: Entweder man benutzt das Gel komplett als Wasserphase, oder fügt es nach dem Andicken hinzu. Der Effekt auf der Haut ist ein leicht kühlender. Die Konsistenz der Seifen ist schön glatt. Auch andere Pflanzengele, wie Leinsamen, Quitte, sind möglich.

Salz - einige Teelöffel Salz im Laugenwasser gelöst (erst das Salz, dann die Lauge) sorgen für eine feste Seife. Dann gibt es noch Salzseifen - dafür wird die ein- bis dreifache Fettmenge an Salz in den Seifenleim (das ist die angedickte Rohseife) gerührt. Man kann einfaches Kochsalz, Meersalz, Steinsalz und sog. "Himalayasalz" dafür verwenden. Was nicht geht, ist Totes-Meer-Salz, es enthält zuviel Magnesiumchlorid und zieht Wasser.

Sole - man fügt dem dest. Wasser solange Salz zu, bis es sich nicht mehr löst, also die Lösung gesättigt ist. Mit dieser Lösung rührt man die Lauge an.
Das Resultat ist eine sehr feste Seife, die - im Gegensatz zu einer reinen Salzseife - ohne weitere Zusatzstoffe, wie Lanolin oder Zucker - einen wunderbar seidigen Schaum entwickelt. Ich (Katharina) ziehe eine Soleseife einer Salzseife jederzeit vor.

Milchprodukte - wie Quark, Mascarpone, Joghurt von Schaf, Ziege, Kuh kann man unter den Seifenleim ziehen. Auch Sahne ist beliebt - allerdings klagen etliche Sieder über einen Geruch nach Erbrochenem, wenn Sahne in der Seife ist. Entweder haben einige sehr empfindliche Nasen oder der "Duft" entwickelt sich nicht bei jeder Haut. Oder so wie nicht jeder alles (wie hieß das Zeug, mit dem wir in der Schule den Geschmackstest machten? TCH?) schmecken kann, kann vielleicht auch nicht jeder diesen speziellen Geruch wahrnehmen? Ich (Lavendelhexe) mag Sahneseifen.

Blüten - von Rosen über Lavendel bis zur Kapuzinerkresse - auch hier: wird i.d.R. braun. Ringelblumenblüten bleiben orangegelb, werden mit der Zeit nur etwas blasser.

Kräuter - Basilikum, Minze, Brennessel, Petersilie u. v. m. - alles geht. Kräuter werden gerne einen Tag vor dem sieden in Öl eingelegt - dann kratzen sie nicht so, bzw. geben ihren Duft ab.Kräuter färben erst grün und werden dann bräunlicher im Laufe der Zeit (Ich weiß allerdings nicht, ob das bei jedem Kraut so ist.). Melisse bleibt schön grün, und auch Petersilie macht ein schönes rustikales Grün.

Obst und Gemüse - kann man auch verseifen. Avocado, Möhre, Banane, Aprikose.... die Auswahl ist groß. Mit pürierter Salatgurke kann man die Lauge anrühren. Ansonsten gibt man den Obst- oder Gemüsebrei in den Seifenleim. Meistens wird es braun, Ausnahme ist Gurke. Eventuell auch Banane unter Zugabe von etwas Zitronensäure

Peelingzusätze - für unterschiedlich intensive Schrubbeleffekte bieten sich an: Mohn, Heilerde, Kokosraspel, gemahlene Nüsse und Mandeln aller Art, gemahlene Orangen- oder Zitronenschale, gemahlene Kräuter, gem. Tee (Früchtetee z.B.), feiner Sand (Vogelsand, Ostseesand - sieben). Einfach unter den Seifenleim rühren. Oder Tapiokaperlen, die man in unterschiedlichen Farben bekommt.

Tonerde gibt es in vielen verschiedenen Farben. Mit ihr erreicht man meist eine dezente, natürliche Färbung der Seife. Ich schreibe "meist", da manche Farben nicht funtkionieren wie z.B. lila. Manche nehmen sie auch gerne bei Seifen für fettige Haut, aber eine wirkliche Wirkung habe ich (Junivera) in der Seife noch nicht bemerkt.

Salz kann man der Seife in zwei Formen zufügen: Man kann es in der Lauge auflösen, dies macht man meist wenn man erreichen möchte, dass die Seife dadurch härter wird. Man kann es aber auch einfach so dem Leim unterrühren, wenn man richtig viel nimmt erhält man eine sogenannte Salzseife, die sehr angenehm in der Benutzung ist. Salzseife schäumt meist wenig bis gar nicht, ist aber sehr mild und hilft vielen gegen Unreinheiten. Die Dosierung von Salz kann von 1 TL bis zur 3-fachen Fettmenge reichen, je nachdem ob es nur Zusatzstoff oder Hauptinhaltsstoff sein soll.

Kaffee gibt man flüssig oder als Pulver (oder beides) hinzu. Eine Kaffeeseife ist eine klassische Küchenseife, da sie sehr gut im Wegwaschen von Gerüchen ist.


Vieles kann man kombinieren, beliebt ist z.b. Buttermilch-Gurken-Seife.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


Katharina
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Re: Zusatzstoffe in der Seife

Ungelesener Beitrag von Katharina »

lavendelhexe hat geschrieben:Milch, Saft, Kräuter etc. kann ich auch noch erklären, wenn gewünscht....
Ja bitte, Lavendelhexe.
Und noch eine kleiner Hinweis hinterher: du könntest die Begriffe eventuell fett stellen, der Übersicht halber. :ja:
Wäre das eine Maßnahme?

Dann könntest du noch was zu
Tonerden
Salz
Kaffee
schreiben. 8)


Noch eine Ergänzung zu Alkohol:
Falls sich der geneigte Sieder entschließt, nach einer gelungenen Party die Reste von Wein, Sekt, Bier oder ähnlichen alkoholischen Genussmitteln in einer kaltgerührten Seife zu verwenden, MUSS der Alkohol vorher gründlich abgekocht werden. Danach sollte die Flüssigkeit gut abkühlen - am besten im Kühschrank. Es empfhielt sich, ein größeres Gefäß als üblich zur Herstellung der Lauge zu nutzen, da die Lauge sehr heiß werden kann und häufig anfängt zu brodeln.

lieben Gruß
Katharina
Freundlich grüßt
Katharina

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Christian

Ungelesener Beitrag von Christian »

Tja jetzt haben wir 2 Threads! :D

Aber trotzdem Danke Lavendelhexe dass du so umgehend auf meine Bedürfnisse eingehst! :ja:

Wer auch immer die Rechte dazu hat, kann man das ändern?


Katharina
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Ungelesener Beitrag von Katharina »

Christian hat geschrieben:Wer auch immer die Rechte dazu hat, kann man das ändern?
Was? Nicht mehr auf deine Befürfnisse eingehen? Niemals!

lG
Katharina
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lavendelhexe
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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

:mrgreen:

Ja, fett ist eine gute Idee, Katharina. Womit man die Lauge anrührt und dass man dafür alles am besten einfriert kommt also noch dazu. :)
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


Katharina
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Ungelesener Beitrag von Katharina »

:gut: supi!
Freundlich grüßt
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Christian

Ungelesener Beitrag von Christian »

Katharina hat geschrieben:
Christian hat geschrieben:Wer auch immer die Rechte dazu hat, kann man das ändern?
Was? Nicht mehr auf deine Befürfnisse eingehen? Niemals!
:lach: Nein, ich meine natürlich das mit den 2 gleichen Threads! Ich hätte aber eh gerne einen als Basisthread (Lexikon) und einen um darüber zu diskuttieren. Wie bei "Die Rührküchenmitgleider lassen grüßen".

Was mich gleich zum nächsten Thema bringt, Katharina! :nawarte:


Anonymous

Ungelesener Beitrag von Anonymous »

Ich mach mal weiter mit den Sachen, die Katharina vorgeschlagen hat.

Tonerde gibt es in vielen verschiedenen Farben. Mit ihr erreicht man meist eine dezente, natürliche Färbung der Seife. Ich schreibe "meist", da manche Farben nicht funtkionieren wie z.B. lila.
Manche nehmen sie auch gerne bei Seifen für fettige Haut, aber eine wirkliche Wirkung habe ich in der Seife noch nicht bemerkt.

Salz kann man der Seife in zwei Formen zufügen: Man kann es in der Lauge auflösen, dies macht man meist wenn man erreichen möchte, dass die Seife dadurch härter wird. Man kann es aber auch einfach so dem Leim unterrühren, wenn man richtig viel nimmt erhält man eine sogenannte Salzseife, die sehr angenehm in der Benutzung ist. Salzseife schäumt meist wenig bis gar nicht, ist aber sehr mild und hilft vielen gegen Unreinheiten. Die Dosierung von Salz kann von 1 TL bis zur 3-fachen Fettmenge reichen, je nachdem ob es nur Zusatzstoff oder Hauptinhaltsstoff sein soll.

Kaffee gibt man flüssig oder als Pulver (oder beides) hinzu. Eine Kaffeeseife ist eine klassische Küchenseife, da sie sehr gut im Wegwaschen von Gerüchen ist.


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Ungelesener Beitrag von Katharina »

Junivera hat geschrieben:Ich mach mal weiter mit den Sachen, die Katharina vorgeschlagen hat.
Wie praktisch. Ich schlage vor und Lavendelhexe und Junivera schreiben fleissig. :lach:

@christian
Ich habe verstanden :gehen:
Freundlich grüßt
Katharina

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Anemone

Ungelesener Beitrag von Anemone »

Blüten - von Rosen über Lavendel bis zur Kapuzinerkresse - auch hier: wird i.d.R. braun. Ringelblumenblüten bleiben orangegelb, werden mit der Zeit nur etwas blasser.

Kräuter - Basilikum, Minze, Brennessel, Petersilie u. v. m. - alles geht. Kräuter werden gerne einen Tag vor dem sieden in Öl eingelegt - dann kratzen sie nicht so (wirklich?), bzw. geben ihren Duft ab. Kräuter färben erst grün und werden dann bräunlicher im Laufe der Zeit (Ich weiß allerdings nicht, ob das bei jedem Kraut so ist.).

Obst und Gemüse - kann man auch verseifen. Avocado, Möhre, Banane, Aprikose.... die Auswahl ist groß. Mit pürierter Salatgurke kann man die Lauge anrühren. Ansonsten gibt man den Obst- oder Gemüsebrei in den Seifenleim. Meistens wird es braun, Ausnahme ist Gurke. Eventuell auch Banane unter Zugabe von etwas Zitronensäure - s. Siedebeispiel
Den Thread über die Zusatzstoffe finde ich prima. Hier sind meine Ergänzungsvorschläge, Lavendelhexe. In Indigo.

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lavendelhexe
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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Junivera, Anemone - ich hab eure Anmerkungen in den ersten Post hineinkopiert, ist ja nicht "meine" Sammlung, sondern ein Gemeinschaftswerk von allen für alle :)
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


Schokonase

Ungelesener Beitrag von Schokonase »

Zu Kräutern:

Melisse bleibt schön grün, und auch Petersilie macht ein schönes rustikales Grün.
Als Peelingzusatz und Füllstoff sind auch Tapiokaperlen sehr nett, die man in verschiedenen Farben bekommt.


Christian

Ungelesener Beitrag von Christian »

Super Lavendelhexe!

Da hat sich ja viel getan! :ja:

Ein paar Anmerkungen noch. Die Abkürzungen wie OHP und CP sollten von Heike in das Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden.

Dann las ich noch heruas dass Fruchtzucker und Honig die Seife aufheizen. Gilt das auch für weißen Zucker? Ich nehme an das bezieht sich auf die Gelphase, oder? Hat das auch eine Wirkung auf die Seife? Ich meine wenn die Seife heißer wird dauert doch auch die Gelphase länger und das hat doch einen Effekt. Köntnest du das vielleicht bitte noch oben ergänzen?! :flehan:

Generell: Könnte jemand bitte was zur Gelphase schreiben? Am besten in einen Eigenen Thread, oder so!

Gibt es auch Erfahrungen mit Säuren (Zitronensäure etc.), Kolophonium, Cetylakohol und Lecihtin?


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Ungelesener Beitrag von Katharina »

Christian hat geschrieben: Generell: Könnte jemand bitte was zur Gelphase schreiben? Am besten in einen Eigenen Thread, oder so!
Hm, ich verlinke es jetzt mal:
Gelphase
Da steht alles wichtige über die Gelphase drin.

lieben Gruß
Katharina
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Schokonase

Ungelesener Beitrag von Schokonase »

Die aufheizende Wirkung gilt für jede Art von Zucker und für alles, was Zucker enthält. Zucker sorgt für schönen Schaum. Eine längere und heißere Gelphase bewirkt eine festere Seife, die früher reif ist als ungegelte. Allerdings besteht auch immer die Gefahr, dass die Seife sich trennt, wenn sie zu heiß wird.

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Christian hat geschrieben:
Generell: Könnte jemand bitte was zur Gelphase schreiben? Am besten in einen Eigenen Thread, oder so!

Gibt es auch Erfahrungen mit Säuren (Zitronensäure etc.), Kolophonium, Cetylakohol und Lecihtin?
Thread zur Gelphase eröffnet, bitte schreibt dort fleißig :D

Cetylalkohol in der Seife? Nie dran gedacht.
Zitronensäure hatte ich in einer Shampooseife. Aber da wir sehr hartes Wasser haben, hat es nix gebracht. Lecithin - ich nehm lecithinreiche Öle ;D Protein in Seife - das ist nett. Egal ob Seiden- oder Weizenprotein. Einfach das Pulver in den Leim rühren.

Aber vielleicht hat ja jemand anders schon etwas davon ausprobiert?

Schokonase, deine Anmerkungen zu den Kräutern und Tapioka hab ich auch oben eingefügt.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


Katharina
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Ungelesener Beitrag von Katharina »

Ich wollte doch noch kurz erwähnen, dass man von bestimmten Zusätzen absehen sollte.
So ist z.B. der Zugabe von Urea dringend abzuraten. Hierbei besteht die Gefahr, dass es in Verbindung mit der Lauge schlicht zu Ammoniak zerfällt.

Auch Hyaloron, Lipodermin und andere Wirkstoffe, die wir Cremes zufügen, sollten auch Cremes vorbehalten sein. Sie machen eine Seife nicht unbedingt besser. :ja:

Wirklich empfehlenswert sind die schon aufgeführten Zusatze, wie Honig, Milch, Kräuter, Salz, Tees, Frischpflanzensäfte wie AloeVera, auch das Gel macht sich schön in der Seife, Tonerden jeglicher Coleur und Pflanzenmazerate etc.

Hydrolate zu verwenden anstelle von Wasser ist pure Geldverschwendung. Der Duft kommt nicht durch. Man kann aber eine Seife pillieren und das Hydrolat nachträglich als Beduftung einarbeiten.

Noch eine kurze Anmerkung zu Salz:
"Himalayasalz" und Totes Meersalz eigenen sich nicht zur Herstellung von Seife. Es macht die Seife klumpig und matschig, da sie die Eigenschaft haben, Feuchtigkeit anzuziehen. Dadurch bildet sich um die einzelnen Kristalle eine Hydrathülle. Diese wiederum hindert das Salz daran sich mit der Seife zu verbinden.

Am besten eigenet sich einfaches Meersalz oder Steinsalz - ohne Rieselhilfen oder Jod.

Anders wiederum bei einer Seife auf Solebasis:
man fügt dem dest. Wasser solange Salz zu, bis es sich nicht mehr löst, also die Lösung gesättigt ist.
Mit dieser Lösung rührt man die Lauge an.
Das Resultat ist eine sehr feste Seife, die - im Gegensatz zu einer reinen Salzseife - ohne weitere Zusatzstoffe, wie Lanolin oder Zucker - einen wunderbar seidigen Schaum entwickelt.

Ich persönlich ziehe eine Soleseife einer Salzseife jederzeit vor. Aber das ist subjektives Empfinden. :ja:

lieben Gruß
Katharina
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cosmee
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Ungelesener Beitrag von cosmee »

Birkenblätter sollen die grüne farbe schön halten. (zumindest eine bestimmte zeit lang, wie auch andere pflanzen) habs noch nicht ausprobiert. aber vielleicht von euch jemand?
ansonsten probier ichs gleich, sobald die ersten blaetterchen spriessen.

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Katharina, Himalayasalz ist Steinsalz, nur aus einer anderen Weltgegend. :wink:
Sole - fein, das trag ich noch nach. :)

Birkenblätter hab ich noch nicht probiert. Bin gespannt, ob die grün bleiben, Cosmee.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


becsi

Ungelesener Beitrag von becsi »

Ich werfe noch Seide in den Topf!

Ich finde Seide genial. Sie macht meiner Meinung nach wirklich was her, die Seife fühlt sich irgendwie glatter an, der Schaum seidiger.

Man kann ein kleines Stück Rohseide (von Siedenmaltuch oder o) in der heissen Lauge auflösen, dann durchsieben, weil meist kleine Reste bleiben.

Oder man gibt pro 500g Fett 1 Tl Seidenprotein in den Seifenpudding.

Wobei mir die Methode mit dem Seidentuch irgendwie besser - wenn auch nicht bequemer - erscheint, weiss auch nicht?!


Christian

Ungelesener Beitrag von Christian »

Ein echtes Seidenmaltuch? Das ist ja hochinteresasnt! So hat vermutlich bei der Firma Kanebo alles begonnen. Dass sich Seide einfach so auflöst! :eek:

Was nimmst du ansonsten für Seide. Silkprotein? Öfter hab ich hier schon gelesen: Seidenfasern! Ist das was anderes?

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Huhu Becsi,

natürlich - Seide! Ich mach doch auch gerne Seide (allerdings die pulvrigen Proteine) in die Seife.

Christian, es soll halt unbehandelte, ungefärbte Seide sein. Ob rohe Seidenfasern oder gesponnen und verwebt als Tuch ist dabei egal. Lauge mit Wasser anrühren und dann die (kleingeschnittene) Seide rein. Die heiße Lauge löst langsam die Seide auf. Sehr beeindruckend!
Seidenproteine gibts flüssig oder als Pulver zu kaufen (nicht mit Seidenpuder verwechseln) - beides kann zum Leim gegeben werden.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


nanellsa

Ungelesener Beitrag von nanellsa »

Hallo!

Ich färbe meine Seife erst beim Überfetten mit Kräuterpulver. Das Pulver wird so fein gemahlen, so dass es beim Waschen überhaupt nicht stört.
Brennessel wird wunderbar grün,
Alkannawurzel wird blau/grün (obwohl es ein rotes Pulver ist),
Annattosamen gelb.
Hier ist es dann aber empfehlenswert, die Seife in die Gelphase kommen zu lassen.

Ein natürlicher roter Farbstoffe ist aufgrund des ph-Wertes nicht möglich, oder besser gesagt, ich habs schon einiges Probiert (rote Holunderbeeren, HeidelbeerenI aber noch nicht geschafft. Hat schon wer mit Farbpigmenten Erfahrung?

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Hallo Nanellsa,

gemahlene Alkannawurzel? Das werde ich mal ausprobieren. Ich habe bis jetzt Alkannawurzel in Rizinusöl eingelegt und damit gefärbt. Allerdings wohl immer zuwenig genommen, es wurde nur grau.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


Christian

Ungelesener Beitrag von Christian »

Wo gibt es denn solche Seidenfasern oder Seidenproteinpulver?


becsi

Ungelesener Beitrag von becsi »

ICh kenn nur das flüssige SP, das gibt es bei Petzi. Und Fasern ... weiss ich auch nicht, nur zerschnippelte Seidentücher. Oder Rohseide von Komolka auf der Mariahilferstraße.


nanellsa

Ungelesener Beitrag von nanellsa »

Hallo Lavendelhexe!

Aber wie ich bereits geschrieben habe, das fein gemahlene Alkannawurzel-Pulver erst beim Überfetten direkt in die Seife geben.

LG
nanellsa

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Hallo Nanellsa,

machst du Heißverseifung im Ofen? Ich stelle meist kaltgesiedete Seifen her, da ist ja kein nachträgliches Überfetten möglich.
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe


nanellsa

Ungelesener Beitrag von nanellsa »

Hallo Lavendelhexe!

Ich mache hauptsächlich das Kaltsiedeverfahren. Gefällt mir irgendwie besser. Überfetten tue ich auch immer, weil es eben so in den Rezepten steht.

LG
nanellsa

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Ungelesener Beitrag von lavendelhexe »

Hallo Nanellsa,

achso. Naja, beim kaltsieden ist es im Grunde ja nicht möglich gezielt mit einem Öl zu überfetten, das geht ja nur beim heißverseifen. Aber egal - also erst in den angedickten Leim geben, darum ging es ja. Ich werd das mal ausprobieren. :)
Liebe Grüßlis,
Lavendelhexe

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