Jojobaöl

Fettsäurespektren, Jodzahlen und Fettbegleitstoffe – hier wird jedes Öl und jede Butter en detail gewürdigt.

Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 29. September 2009, 12:54

Unglaublich aber wahr - den Thread gab es im Forum noch nicht :gruebel: Anyway!
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Jojoba, kein Oel, chemisch gesehen, sondern fluessiges Wachs - klar
Ich setzte es in den Rezepturen als dominante Lipid-Komponente ein, zur Zeit mit Squalan und Traubenkern.
Das Oel an sich finde ich ausgesprochen mild/neutral, fuer die Mischhaut besonders geeignet (aus meiner Sicht) da das Oel jeden Hauttyp pflegt und nicht aus der Fassung bringt.

Es gibt ein kleines Problem - ich habe endlich rausgefunden wonach ich lange gesucht habe. Zuerst waren meine Vermutungen, dass es am Lecithin bzw. an Lipodermin oder Sonstigem liegen koennte, aber jetzt habe ich 100% Klarheit.

Es geht um den "Wachs-Belag".
Dieser Belag, so meine Vermutung, entsteht durch "Aushaertung" des flussigen Waches, sprich der Belag kumuliert mit jedem Einsatz. Ich muss dazu sagen, dass dieser Effekt nur entstehen kann, wenn beispielsweise Gesichtshaut nur mit reinem Wasser gereinigt wird. Nach und nach bildet sich eine unsichtbare Wachsschicht, die auch nicht spuerbar ist, die Haut fuehlt sich nur schwerer mit der Zeit und fahler. Wie schon einige Male im Forum erwaehnt, konnte man den Belag nach dem Einweichen mit warmen Wasser unter der Dusche einfach mit Fingernaegel "abkratzen". Darunter sammelte sich dieser sog. Belag - opakweisses, klebriges Irgendwas (vermutlich Wachs+Talg). Jede Menge! Wie "ekelig" es auch klingen mag, aber ich schaetze 1TL. auf jeden Fall! Nach ca. 4 Tagen Anwendung (morgens und abends). Da ich ungerne Reinigungsmittel (egal wie mild die sind) im Gesicht anwende sehe ich es schon als Manko.

Ich will zuerst Alternativen wie Wiesenschaum ausprobieren und gucken, ob dieses Problem auftritt.

Anderes Unterthema: Qualitaet und Preise

Gerade beim Jojobaoel merke ich heftige Preisunterschiede. Vor allem im Segment "kbA/Bio" - die Preise variieren sehr stark. Wie kommt es dazu und wie kann ich mir sicher sein, dass die alle im Grunde genommen nicht gleich sind?

Dieser Punkt verwirrt mich total
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 29. September 2009, 14:03

So sieht das Ganze unter der Lupe aus :lupe:

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CMD: Jojoba Öl kbA ( 100 ml ) 14.85EUR
Gisela Manske: Jojoba Öl kaltgepreßt kbA / BIO 250g 8,00€ (100 ml ? evtl. 3-4€)
Behawe: Jojobaöl, kaltgepresst, kbA, 100 ml 4,90 EUR
RR: Jojoba - Öl extra 100 ml 8,90 €
aleXmo: Jojobaöl, kaltgepresst 1. Pressung (100ml) (kbA?) 5,60
SkinCare: Jojobaöl kbA, kaltgepresst 100 ml 3,45 EUR
baccararose: Jojoba BIO, kalt gepresst, 100 ml 3,45€
Cosmopura: Jojobaöl 1. Kaltpressung kbA 100 ml 4,60€
dragonspice: Jojobaöl kalt gepresst (kbA?) 100 ml 3,40€
Solling: Jojobaöl 0,1 l PET kbA : 6,50 €
Omikron: Jojobaöl, kaltgepreßt, erste Pressung, aus kontrolliert biologischem Anbau - 100 ml 4.40€
Contedis: Jojobaöl BIO Körperöl 100% naturrein 100ml 11,90 EUR
NP-D: Jojobaöl kbA 100ml EUR 7,40
Allerlei Praktisches: Jojobaöl Bio, Unraffiniert, kaltgepresst, 100 ml ca. 9.90 EUR (15CHF)
Bombastus: Jojobaöl kbA, kaltgeresst 100ml (PZN 4645461) ab 7.40€

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die Differenz sieht man sehr deutlich :gruebel:
ich als Verbraucher muss einfach die Vergleiche ziehen - bevorzugt wird hier keiner denn es gibt keinen Grund momentan dazu, weil ich nicht weiss welches das beste ist bzw. die Unterschiede nur in Preisen sehe
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Rosamunde » 29. September 2009, 18:32

Ich hätte hier noch zwei Preise:

Bruno Zimmer: bio, kaltgepresst

5,50 250 ml -netto, zzgl. MWST
16,50 1000 ml -netto, zzgl. MWST

Sonnenelixier: bio
26,00 250 ml
45,00 1000 ml
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Monika » 30. September 2009, 21:48

Hallo Manuka-Bee!

Ja kann denn das sein? Ich fass' es nicht! Also nochmal langsam - für mich:

Von der Pflege mit Jojobaöl bleibt immer eine dünne wachsige Schicht auf der Haut - ich mag' ja gar nicht an die Langzeitfolgen denken. :nein:

Glaubst du geht das bei Reinigung mit einer milden Reinigungsmilch oder so runter? Oder einmal die Woche ordentlich schrubben oder splashen.

Wie bist du eigentlich da drauf gekommen - Selbstversuch nehme ich mal an :/

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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 30. September 2009, 22:08

Hallo Monika!

Ja, die Wachsschicht laesst sich nur mit Reinigern entfernen, entweder Tenside oder Milch (Emulgator+Oel). Alleine warmes Wasser schafft es nicht. Die Wachsschicht "schmilzt" bei den hoheren Temperaturen, deswegen kann man die auch abkratzen. Nach spaetestens 4 Tagen muss die Haut GRUENDLICH gereinigt werden, das sont die Schicht dicker wird. Ich reinige gerne das Gesicht mit lauwarmem Wasser, das ist das Problem. Gemerkt habe ich nur dadurch, dass ich vor Monaten, im Fruehling, die Oele komplett ausgetauscht habe, mit den alten Oelen gab es solche Problematik nicht, weil sie ja auch keine Wachse in dem Sinne sind.

Die Wachsschicht (die ist nicht zu vergleichen mit Bienenwachs oder sonstigen) ist weicher, auch nicht wachsig oder einhuellend, man sieht ja auch nicht an der Haut etc., und man kann die Schicht auch nicht im "trockenen" Zustand abziehen, nur wenn die Haut aufgewaemt wird.

Natuerlich spielt auch die Dosierung eine Rolle (im Thread "UMFRAGE - Pflege-Dosis") sieht man es deutlich wie die EK's der Pflege sich unterscheiden, ich mag gerne viel (bzw. industriell 1.5g), dafuer von der FP leichter.

Das ist das einzige "Negative" Trotzdem will ich auf Jojoba nicht verzichten. Alternativ will ich, wie schon erwaehnt, Wiesenschaumkrautoel (Meadowfoam) ausprobieren - das ist das Oel mit aehnlicher Zusammensetzung - aus der Reihe "Neutralchen" ;D
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Monika » 30. September 2009, 22:23

Danke Manuka-Bee für's nochmal erklären.
Da bin ich nun schon wieder halbwegs beruhigt. Auf Jojobaöl möchte ich nämlich auch nicht gerne verzichten - ist inzwischen so ein Fixpunkt in meinen Rezepten.

Nun - einmal die Woche gründlich reinigen (wie du empfiehlst) kann ja nicht schaden - zumindest mir nicht, wo ich nicht gar so empfindlich bin.

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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 1. Oktober 2009, 08:07

Ich glaube, wir müssen die Wirkung relativieren und auch die hauteigene Lipidproduktion berücksichtigen. Ich verwende Jojobaöl in recht hohen Anteilen und reinige mein Gesicht oft längere Zeit nur mit Wasser – ich habe keine Filme. Allerdings produziert meine Haut auch wenig Fett. Das passt einfach.

Die Fettalkohole und -wachse von Jojobaöl werden schon gespalten (ich muss meine Aussage etwas differenzieren), aber langsamer als reine Fettsäuren, so dass es eine ausgeprägtere Schutzwirkung hat. Wir haben in der Haut selbst Fett- und Wachsalskohole, Jojobaöl ist ein sehr hautphysiologisches Lipid. Allerdings sind die Spaltprodukte für akneauslösende Bakterien nicht verwertbar, daher ist Jojobaöl ein sehr feines Öl für unreine und fette Haut. :-)

Bei einigen Hautzuständen können diese Lipide kumulieren, und es bleibt ein Belag. Ich kenne das aus meinen frühen Jahren, als ich sehr fette Haut hatte – da musste ich regelmäßig mit einem Reinigungspräparat ran, sonst hatte ich wirklich einen unangenehmen Film auf der Haut: durch meine hauteigenen Wachse.
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 1. Oktober 2009, 12:14

Hm... also ich wuerde meine Haut nicht gerade fettig bezeichnen, eher andersrum, denn wenn ich nur Hydrogele verwenden wuerde waere meine Haut ausgetickt - die ist trocken. Mischhaut wuerde ich auch nicht so richtig nennen, da meine sog. T-Zone eher normal ist, die glaenzt im "trockenen" Zustand nicht mal dafuer sind die Wangen und Nase besonders anfaellig - die brauchen einfach Fett. Jojoba verursacht bei mir auch keinerlei Probleme (Unreinheiten, Uberpflegung) - die Haut sieht damit ganz normal aus, sobald ich aber das Gesicht mit warmen Wasser "erwaerme" kann ich den Belag abspachteln, nicht dass ich es muesste, er schmiert beispielsweise auch nicht (wie Fettalkohole+Shea) - das Problem kenne ich, nein, der Belag ist unsichbar und wird nur sichbar wenn man den mit etwas "scharfem", wie Fingernaegel, abzieht

Ich kann es nicht besser erklaeren :irre:
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Re: Jojobaöl

Beitrag von haselmaus » 1. Oktober 2009, 17:34

Ich finde das zwar ein bisschen eklig, das Thema :juggle: aber ich kenne das vom Baden. Dieser "Belag" ist bei mir aber am ganzen Körper und da creme ich eigentlich gar nicht... bei mir sind es also hauteigene Lipide sowie Hornhaut... Vielleicht verstärkt Jojoba den Effekt bei dir ja, Serge? Für eine jojobatypische Nebenwirkung halte ich es deswegen noch nicht.

Ich habe mich früher immer von Jojo ferngehalten, weil ich dachte, es würde schwer aufliegen (Wachs) und es wäre nicht für fettige oder unreine Haut geeignet. Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf diese Ideen gekommen bin - ich vertrage Jojoba wirklich gut und mag es nicht mehr missen.
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 1. Oktober 2009, 17:42

Tja, Jojoba ist toll, keine Frage - nicht falsch verstehen, ich beobachte und habe extra getestet, es liegt einfach an Jojoba, nicht an meiner Haut, denn andere Oele (Aprikose, Distel, Avocado) oder alleine Squalan und Traube ohne Jojoba verursachen den Belag nicht. Klingt vielleicht unglaubwuerdig... ist leider so. Ich kann nur zum Testen auffordern :popohauen: . Nur Wasser zum Waschen und nach ca. 4 Tagen hast du die "Plaque" :irre:
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 1. Oktober 2009, 17:55

Dieser kleine Kerl gefällt offenbar vielen :popohauen: – oder trifft ein momentanes Lebensgefühl. :kicher:
Manuka-Bee hat geschrieben:Klingt vielleicht unglaubwuerdig... ist leider so.

Ich vertraue Dir. :-) Mein Beitrag oben sollte relativierend wirken, weil sich bei LeserInnen eventuell schnell ein Bild festsetzt, das unreflektiert weiter transportiert wird, zumal das Wort »Wachs« bestimmte Assoziationen beinhaltet – vermutlich wissen doch recht wenige, dass wir hauteigene Wachsester produzieren. Ich wollte in keinem Fall Deinen persönlichen Eindruck leugnen. :-)
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 1. Oktober 2009, 18:13

habe ich auch nicht in die Richtung gedacht :)
tja.. dann stehe ich wohl mit meiner Empfindung/Beobachtung alleine da :fahne:
macht aber nichts... ich teste bald neue "Neutralchen" und erhoffe mir davon mehr, Jojoba wird aber trotzdem in der Rezeptur als Ergaenzung verbleiben
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 1. Oktober 2009, 18:16

Manuka-Bee hat geschrieben:... ich teste bald neue "Neutralchen" und erhoffe mir davon mehr, Jojoba wird aber trotzdem in der Rezeptur als Ergaenzung verbleiben

Ich würde gerne das schnellspreitende Tricaprylin testen, ein ecozertifiziertes MTC-Lipid (Dermofeel® MTC), Spreitwert 1600 (Squalan 600) … mal sehen, ob ich ein Muster erhalte. Hättest Du Interesse – falls ich es erhalte?
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 1. Oktober 2009, 18:36

Testen wuerde ich es schon - falls...

OT :blahblah:
Die Frage ist natuerlich ob mir das zusagen wird, denn das Neutraloel ist zwar tatsaechlich neutral (Geruch igit), war mir schon viel zu leicht, Tricaprylin, so denke ich, geht etwa in die Richtung. Zu leichte Lipide, Squalan beispielsweise, verursacht bei mir "Durst", die Haut verdurstet foermlich, erstickt schon fast... Ich kann mich noch gut dran erinnern, ich hatte ein Praeparat (nur 7 Ingredienzien, an sich fast neutrale Komposition, wenig Chemie) von la roche posay, Hauptlipid war Squalan - ich konnte nicht lange ertragen, die Haut, paradoxerweise, glaenzte und wurde rot, es was nicht anders, als ich Squalan 50% bei FP 15% hatte- die selbe Reaktion, ob die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wurde. Sehr seltsam.

Beim Neutraloel war noch ein Problem weswegen ich auch nicht mehr benutzt habe - komedogen. Bei mir ging es sehr schnell. Ich denke, es liegt an seiner Leichtigkeit. Je leichter das Lipid desto schneller (Schnellspreiter) kriecht das in die Poren. Theoretisch gesprochen. Auf jeden Fall war das so, allerdings ohne "Spreit-Stopper", nur Triglyceride und Distel hatte ich.
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 1. Oktober 2009, 19:19

Manuka-Bee hat geschrieben:… denn das Neutraloel ist zwar tatsaechlich neutral (Geruch igit), war mir schon viel zu leicht, Tricaprylin, so denke ich, geht etwa in die Richtung. Zu leichte Lipide, Squalan beispielsweise, verursacht bei mir "Durst", die Haut verdurstet foermlich, erstickt schon fast...

Sie haben auch keine regenerative, reparative Wirkung, Deine Beobachtung hat Hand und Fuß. Je höher der Spreitwert, desto kürzer eine glättende Wirkung, die kurzkettigen gesättigten Fettsäuren halten nicht lange vor. Mich interessiert per se die Haptik in Kombination mit unseren hautphysiologisch wirksamen Lipiden; es könnte in einer gut geplanten Mischung das Klebrige nehmen, das manchen Kombinationen eigen ist. Neutralöl hat mich bisher nicht gereizt, weil es in seinem Spreitwert Squalan vergleichbar ist, und IPM mochte ich nie. Tricaprylin (auch Glycerinöl genannt) wird auch von unseren Naturkosmeten eingesetzt, Hauschka und Co … ich würde es gerne einmal selbst spüren, vergleichen, lernen.
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Lilia » 2. Oktober 2009, 08:56

Manuka-Bee hat geschrieben:Anderes Unterthema: Qualitaet und Preise

Gerade beim Jojobaoel merke ich heftige Preisunterschiede. Vor allem im Segment "kbA/Bio" - die Preise variieren sehr stark. Wie kommt es dazu und wie kann ich mir sicher sein, dass die alle im Grunde genommen nicht gleich sind?

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Aaaalso, sicher verrate ich kein Händlergeheimnis, wenn ich dir sage, daß eben manche Händler günstige Einkaufskonditionen an die Kunden weitergeben und manche eben nicht. :wink:
Die guten Einkaufspreise werden meistens dadurch möglich, weil sie beim Großhändler oft und viel einkaufen.
(Es gibt natürlich auch solche Shops, die Riesengebindegrößen einkaufen und das dann ewig bei sich herumstehen haben...)

Wenn kbA draufsteht oder 1.Kaltpressung, muß auch kbA oder 1.Kaltpressung drinsein.
Und wenn es ein guter Händler ist, dann hat er auch Zertifikate dafür. ;D
Viele Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 2. Oktober 2009, 11:41

Serge, das Müsterken ist unterwegs, habe ich eben erfahren – und ein Muster von Dermofeel® sensolv, ecozertifiziert und BDIH-konform, das sich ausgezeichnet zur Dispergierung von Pigmenten (UV-Schutz und Dekorative Kosmetik) eignen soll, hüpft mit ins Päckchen. Schön, dann können wir unsere Schnellspreiter wirklich mal haptisch mit diesen Superspreitern vergleichen.
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 2. Oktober 2009, 13:17

Hallo Lilia! :)
Danke fuer die Info - ich hatte mir das schon so gedacht, ich kann 2-3 Euro Differenz pro 100ml noch nachvollziehen, aber doch nicht 6-11... das ist schon sehr heftig

@Heike: Schoen! Dann solltest Du vielleicht zuerst alleine testen... :) denn ich werde nicht so viel Zeit demnaechst haben, Projekte... Aber ich freue mich schon auf die Berichte :ja:
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 2. Oktober 2009, 14:13

Manuka-Bee hat geschrieben:@Heike: Schoen! Dann solltest Du vielleicht zuerst alleine testen... :) denn ich werde nicht so viel Zeit demnaechst haben, Projekte... Aber ich freue mich schon auf die Berichte :ja:

Kein Problem. :) Ich liebe unsere nativen Öle, bitte nicht fasch verstehen. Es ist nur so, dass mir einfach der praktische Vergleich fehlt, was ein so hoch spreitendes Lipid mit einer Emulsion macht, wie sich das Auftragsverhalten verändert, die Haptik. Neutralöl spreitet wie unser Squalan, und Tricaprylin spreitet doppelt so schnell – ich will das nicht nur in Zahlen sehen, sondern spüren. :-)
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Mia » 17. Oktober 2009, 15:43

Liebe Heike, hilfst Du mir bitte, etwas in Zusammenhang mit Jojobaöl zu verstehen? Ich bin verwirrt...

Also bei Jojobaöl im Portrait steht, das Öl hat 37-39% Anteile an unverseifbaren Bestandteilen. Bei keinem anderen Öl oder Fett steht ein so grosser Zahl. Im Beitrag selbst finde ich keine Info darüber. Woraus steht dieser grosse Teil an unverseifbarem? Ist es deswegen so hoch, weil Jojoba ein Wachs ist? Ist dieser Teil so wertvoll, wie Unverseifbares in anderen Ölen oder es geht hier um etwas anderes?

Danke :)
Liebe Grüße
Mia - die Ungarin

"Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel." Goethe
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 17. Oktober 2009, 16:49

Ja, es ist seine spezifische Struktur, deren Komponenten zu einem großen Teil nicht verseift werden können. Zu unverseifbaren Substanzen allgemein gehören Lipide wie Sterole, Wachse, Tocopherole (gehört auch weitgehend zu den Lipiden), Squalene usw., d. h. die Zusammensetzung des unverseifbaren Anteils eines Öls kann sehr unterschiedlich sein, und daraus ergibt sich seine spezifische kosmetische Wirkung. Welche das bei Jojoba ist, hast Du ja gelesen. :-) Was da im Einzelnen wertvoller ist, kann man pauschal nicht beantworten. Ist Tocopherol wertvoller als ein Phytosterol oder Squalen? Sie haben alle ihre Eigenschaften, die wir nutzen.
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Lotta » 17. Oktober 2009, 19:20

Manuka, wenn Du Jojoba gerne verwendest, jedoch die Wachsigkeit nicht magst, wäre vielleicht das Herunterkühlen des Öls eine Möglichkeit. Die "Wachsfraktion" welche aushärtet könnte man abtrennen vom flüssigen Teil. Der dürfte dann eigentlich nicht mehr solche Probleme verursachen.
Gruß Lotta
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 17. Oktober 2009, 20:03

Lotta hat geschrieben:Manuka, wenn Du Jojoba gerne verwendest, jedoch die Wachsigkeit nicht magst, wäre vielleicht das Herunterkühlen des Öls eine Möglichkeit. Die "Wachsfraktion" welche aushärtet könnte man abtrennen vom flüssigen Teil. Der dürfte dann eigentlich nicht mehr solche Probleme verursachen.
Gruß Lotta


Hallo Lotta!

Hm...daran habe gar nicht gedacht... klingt aber schon logisch, man koennte versuchen, die Frage ist wo und wie sammelt sich das Wachs? Bei Macadamia oder aehnlichen Oelen sieht man deutlich die Auskristallisierung der harten Fette, bei Jojoba habe ich das noch nie beobachtet, zumindest nie in den Kuehlschrank gestellt...

Danke fuer die Idee :)
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 18. Oktober 2009, 14:27

Lotta, ich habe versucht das Jojobaoel vom Wachs zu trennen - das wird nicht funktionieren, da Oel kein Oel ist sondern Wachs, hat nicht die selben Eigenschaften bzw. Bestandteile wie Macadamia etc. Das Oel/Wachs kristallisiert komplett, kein mg bleibt fluessig. Verstaendlich... Schade, was nicht geht geht eben nicht :K
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 18. Oktober 2009, 15:28

Manuka-Bee hat geschrieben:Lotta, ich habe versucht das Jojobaoel vom Wachs zu trennen - das wird nicht funktionieren, da Oel kein Oel ist sondern Wachs, hat nicht die selben Eigenschaften bzw. Bestandteile wie Macadamia etc. Das Oel/Wachs kristallisiert komplett, kein mg bleibt fluessig. Verstaendlich... Schade, was nicht geht geht eben nicht :K

Man kann es fraktionieren, indem man es kühler stellt und den jeweils noch flüssigen Teil abgießt. Du trennst dann langkettigere Wachsester von den kürzeren, nehme ich an. Aber ob das Deine neue Meadowfoam-Liebe berühren wird – ich zweifle. :-D
Liebe Grüße
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 18. Oktober 2009, 15:54

ich habe es versucht (kaltes Wasser, Kuehlschrank), es ging nicht :nein: das Oel kristallisiert gleichmaeesig aus, nicht so wie ich das von den anderen Oelen kenne wo Kristalle oben schwimmen und der Rest flussig bleibt, es wird komplett starr... :nixweiss:

Das Oel muss ja komplett gekuehlt werden, wenn ich den Prozess unterbreche und der Rest flussig bleiben liesse bedeutet es ja nicht, dass das Oel fraktioniert wurde sondern eher das Oel ist nicht gleichmaessig kuehl (in der Mitte ist das Oel waermer als aussen). Ich weiss nicht...Jojoba verhaelt sich irgendwie anders :gruebel:
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Manuka-Bee » 11. Januar 2010, 13:57

noch was zum Thema... keine Ahnung wieso, aber oft liest man, dass die EK max. 40% betragen soll, die Frage ist auf Gesamt oder FP? Und welchen Grund hat es, dass die EK "limitiert" ist - wird es evtl. indirekt darauf hingewiesen, dass sich Jojoba ablagert, durch hohen Anteil an Unverseifbarem/Estern?
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Heike » 11. Januar 2010, 14:31

Manuka-Bee hat geschrieben:noch was zum Thema... keine Ahnung wieso, aber oft liest man, dass die EK max. 40% betragen soll, die Frage ist auf Gesamt oder FP? Und welchen Grund hat es, dass die EK "limitiert" ist - wird es evtl. indirekt darauf hingewiesen, dass sich Jojoba ablagert, durch hohen Anteil an Unverseifbarem/Estern?

Davon habe ich noch nie gelesen. Es gibt Leute, die nehmen es als Pflege pur und sind sehr glücklich. :-) Es wird völlig normal durch Lipasen in der Haut verstoffwechselt, nur Bakterien können es nicht verarbeiten – das macht dieses Öl u. a. so klasse für Akne-Betroffene.
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Re: Jojobaöl

Beitrag von Creamy » 11. Januar 2010, 21:25

Heike hat geschrieben:Sie haben auch keine regenerative, reparative Wirkung, Deine Beobachtung hat Hand und Fuß. Je höher der Spreitwert, desto kürzer eine glättende Wirkung, die kurzkettigen gesättigten Fettsäuren halten nicht lange vor


mal eine Verständnisfrage an dieser Stelle: man liest ja immer dass die schnellspreitenden Öle sich schön schnell verteilen und dadurch nicht so fettig wirken und ein glattes hautgefühl verursachen, das alles jedoch sehr schnell wieder aufs alte Niveau zurückfällt und deswegen quasi ne Nullnummer ist - das ist jedenfalls der Eindruck den man beim Mitlesen bekommen kann. Nun ist meine Frage: Warum hält die Wirkung nicht lange an? Was genau passiert mit den Schnellspreitern ? Ziehen sie "zu gut" ein? werden aufgesaugt von der Haut, werden sie ganz schnell von Enzymen abgebaut (weil die Fettsäuren so kurz sind..) oder werden sie gar von Außerirdischen entführt ? :wink:
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Re: Jojobaöl

Beitrag von laggiu » 12. Januar 2010, 00:01

@Manuka-Bee

ich kann deine Ausage bestätigen.
Ich verwende normalerweise nur ein hydrodispersionsgel (5% FP Trauberkernöl, Holundersamen und Maccadamia), doch jetzt im Winter bemerkte ich dass meine Haut doch etwas trocken wurde (nur an den Wangen). Da du mir das Jojobaöl (bei Akne) empfohlen hast hab ich dann angefangen einfach etwas Jojobaäl pur unter dem Gel aufzutragen. Ich muss sagen dass ich es super vertrage, fühlt sich gut an usw. Allerdings reinige ich die Gesichtshaut täglich (mit Tensiden).
Als ich den Thread jetzt gelesen habe hab ich den Versuch gemacht. Ich konnte es bereits nach 3 Tagen abkratzen... :ugly: Ich muss dazu sagen dass ich wirklich eine sehr fettige Haut habe (komme meistens mit 5% FP aus), von daher ist es bei mir wahrscheinlich so wie Heike es beschrieben hat. Allerdings hab ich es jetzt mit Trauberkernöl pur unterm Gel versucht, 5 Tage nur mit Wasser gereinigt - kein Film.
Wie auch immer, der Versuch war für dich ;). Da ich ne Reinigungscreme verwende kann ich es weiter benutzen. Danke übrigens für den Tipp, ich bin sehr zufrieden damit. Hatte keine Ahnung dass Jojobaöl für fettige Haut gut ist.
lg,
Anna
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laggiu
 
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