Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

In diesem Unterforum erörtern wir Themen rund um die Entwicklung, Herstellung und Optimierung von Hautpflegeprodukten (inklusive Fehlersuche).

Moderator: Helga

bienchen

Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

Ufff - es ist geschafft. Zumindest mein erster Groß- und Grundeinkauf. Bis zum entreffen der Ware würde ich euch gerne das Rezept - entstanden aus den Anregungen von Heike - vorstellen und euch bitten, einen Blick darauf zu werfen :lupe:
Heike hat geschrieben:Aus diesen Ingredienzien würde ich als Prinzip vor allem wenig aktivierende, beruhigende, »neutrale« Lipide als Anregung entnehmen; für uns bieten sich da Esteröle an (Neutralöl, also Capric/Caprylic Triglyceride), frische native Sheabutter aus seriöser Quelle (z. B. Shea WaLe, die aktuellen Buttern haben laut Analysen sehr gute Werte), Squalan, Jojobaöl, Mandel-oder Aprikosenkernöl. Sauber abgekochtes Wasser, 0,2 % Gelbildner, 30 % Fettphase, als Emulgatoren eventuell eine Mischung aus Sucrosestearat (2 %) und Emulprot® oder Phospholipon® 80 H (1 %). Auch normalerweise sehr sanft: Montanov® 68, wenn es eine echte Creme werden soll.
Gesichtscreme 50 g (30% Fettphase, 70% Wasserphase)

4 g Neutralöl
4 g Squalan
2 g Jojobaöl
5 g Sheabuttern
2,6 g Montanov® 68

35 g abgekochtes Wasser
0,1 g Xanthan transparent
0,5 g Konservierung (10 Tr. Biokons Plus)

Was meint ihr dazu? Unsicher bin ich bei der Lipid-Verteilung (zu viel Sheabuttern?). Ist es richtig, wenn ich das Xanthan direkt in die Öl/Wasser-Mischung gebe, oder soll ich es vorher in etwas Glyzerin auflösen?

Dann wollte ich euch noch fragen, ob ich etwas Hyaluronsäure dazugeben könnte? Bin ja nicht mehr 20 :klimper: und dahaben tu ich sie auch.

Vielen Dank und liebe Grüße
Bienchen

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 25406
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
19
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Helga »

ich habe es Dir in % umgerechnet: :)

Gesamtmenge: 53,20g
WP 33,08% / FP 66,92%
% von Gesamt

4 g Neutralöl =7,52%
4 g Squalan =7,52%
2 g Jojobaöl =3,76%
5 g Sheabuttern= 9,4%
2,6 g Montanov® 68 =4,89%

35 g abgekochtes Wasser =65,79%
0,1 g Xanthan transparent =0,19%
0,5 g Konservierung (10 Tr. Biokons Plus) = 0,94%
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 25406
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
19
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Helga »

Ist es richtig, wenn ich das Xanthan direkt in die Öl/Wasser-Mischung gebe, oder soll ich es vorher in etwas Glyzerin auflösen?
Um Xanthan zu lösen hast Du verschiedene Möglichkeiten:
Du kannst Xanthan direkt ins abgekochte Wasser geben, in Glycerin oder auch in Alkohol (über 70%)
Dann wollte ich euch noch fragen, ob ich etwas Hyaluronsäure dazugeben könnte? Bin ja nicht mehr 20 :klimper: und dahaben tu ich sie auch.
:wink: schaden kann es nicht, versuch mal 0,1%


Bei Ölmischungen bin ich etwas scheu im Rat geben, da es einige
Forumsmitglieder hier gibt, die das weit besser können :) und
das Wissen darüber sogar im Schlaf sozusagen aus dem Ärmel schütteln

:)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

silky

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von silky »

Hallo Bienchen,was hälst Du von ein paar Prozent Mandelöl
Es ist ein feines, mildes Öl, welches auch etwas tiefer einzieht.

Gut, Du musst wissen wie stark Du zur POD neigst, damit kenne ich mich Gott sei Dank nicht aus. :) Die Fettphase (30%) brauchst Du?

Auch grummelt mein Bauch etwas bei Deinen 10% Sheabutter. Wobei ich mir da aber nicht sicher bin :gruebel:
Auf jeden Fall, wäre mir das zu "schützend". Vor Allem falls der Frühling wieder zurück kommt :)

Ach und der Montanov hat ja Fettalkohole mit an Bord, da kommt auch nicht jeder mit klar. Hattest Du schonmal Cremes/Fluids mit Fettalkoholen im Gesicht?

kleines Huhn

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von kleines Huhn »

Hm, bin etwas unsicher...
mir fehlen die Hydratisierer - allerdings ist ja ein "Zuviel" an Hydratisierern auch ein Auslöser für POD...
Vielleicht ein bißchen Harnstoff mit hinein? 1-2%?
Bienchen, du hattest in einem anderen Thread angegeben, dass Du Mischhaut hast - da empfinde ich 30 % Fettphase doch als relativ hoch.
Heike hat dort schon die Inhaltsstoffe von Bienchens bisheriger Hautpflege ergoogelt:
INCI von Ultrasicc: Gereinigtes Wasser, Vaseline weiß (Petrolatum), dickflüssiges Paraffin (Cera Microcristallina), Stearylalkohol, Macrogolstearat 2000 (=PEG-40 Stearate), Polyacrylsäure (=Polyacrylic Acid), Natriumedetat (=Tetrasodium EDTA), Natriumhydroxid, Methyl-4-hydroxybenzoat (E218), Parfum(öl), Propyl-4-hydroxybenzoat (E216).
Da dort Stearylalkohol enthalten ist, denke ich, dass Dir der Fettalkohol in Deiner neuentwickelten Rezeptur bekommen könnte.

Benutzeravatar
Pialina
Moderator
Moderator
Beiträge: 7607
Registriert: Dienstag, 18. Januar 2011, 16:47
15
Wohnort: Berlin

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Pialina »

Liebe Biene,

ich bin keine Fachfrau für Dein spezifisches Hautproblem, aber die Barriere ist sicher nicht gut intakt bei all diesen "Spirenzchen" der Haut.
Also würde ich überlegen, welche Bestandteile ganz sanft die Barriere unterstützen können,
z.B. Avocadin, oder auch ein linolsäurereiches Öl in der Ölmischung.... ? Das sagt mir nur mein Gefühl- weil Linolsäure in Deiner Ölmischung bisher völlig fehlt. Vielleicht bekommst Du ja noch Rat von fachkundigeren Rührlingen.
Liebe Grüße,
Pialina

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

@Silky: Da ich rührtechnisch ahnungslos bin, habe ich mich an Heikes Vorschlag orientiert. Grundsätzlich mag ich leichte Cremes, die gut einziehen und möglichst wenig "fettgefühl" auf der Haut hinterlassen. So gesehen wäre es nicht schlecht, die Fettphase zu reduzieren. Wieviel würdest du vorschlagen? Ich könnte auch den Anteil an Sheabuttern reduzieren und durch das von dir vorgeschlagene Mandelöl ersetzen. Was meinst du zu Hyaluron?

@Kleines Huhn: Habe über Harnstoff nachgelesen - klingt vernünftig. Ich denke auch nicht, dass es schaden könnte. Meiner Haut gehts schon länger sehr gut. Ich möchte eine Creme, die meine "Ultrasicc" ersetzt, nur eben mit qualitativ hochwertigen Inhaltsstoffen und vielleicht noch a bissi Anti-Age (Hyaluron?). Auch du empfindest die Fettphase als zu hoch. Für mich ist jetzt schon klar, dass ich sie reduzieren werde. Wieviel würdest du nehmen?

@Pialina: Habe über Avocadin nachgelesen. Es schein doch eher für trockene Hautstellen zu sein. Ich habe aber Mischhaut - würde das nicht zu viel werden? Was bewirkt Linolsäure?

@chhelga: Danke für die Prozente. Ähäm - was mach ich damit? :argverlegen: Xanthan direkt ins Wasser klingt gut.

Danke ihr Süßen!
Bienchen

kleines Huhn

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von kleines Huhn »

Die Ultrasicc enthält gar keine Hydratisierer, würde daher nicht viel Harnstoff (2-3%) einsetzen. Die Fettphase lässt sich nur schwer mit unseren üblichen Fetten vergleichen, die Höhe der Fettphase ist eher Geschmackssache. Ich habe Mischhaut und empfinde zur Zeit 15% etwas zuviel, mein Mann hat Neurodermitis und "saugt" auch 30-35% Fettphase auf. Die Zusammensetzung der Fettphase spielt natürlich auch immer eine Rolle.
Die Umstellung von der Ultrasicc auf eine selbstgerührte Creme ist schon ein großer Sprung - den ich Dir ja auch durchaus raten würde, allerdings solltest Du keinen Schreck bekommen, wenn Deine Haut sich erstmal umgewöhnen muss.
Letztendlich kannst Du zwar viel planen (solltest Du auch), aber erst der Praxistest wird zeigen, was Deiner Haut wirklich gut tut. Also, probiers aus!
Tja, und Hyaluronsäure kannst Du natürlich reinnehmen, kenn mich da nicht mit aus. Sie wirkt ja auch hydratisierend.
Ich würde Dir allerdings vorerst von der Planung der eierlegenden Wollmilchsau abraten und lieber Stück für Stück alles zusammenbauen, also die Antiaging-Wirkung erstmal vernachlässigen und den Schwerpunkt auf eine verträgliche Basispflege legen - (die auch Deine Rührkünste nicht überfordert). Eine gut gepflegte, gesunde Haut ist sowieso zeitlos schön :D

kleines Huhn

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von kleines Huhn »

bienchen hat geschrieben:@Pialina: Habe über Avocadin nachgelesen. Es schein doch eher für trockene Hautstellen zu sein. Ich habe aber Mischhaut - würde das nicht zu viel werden? Was bewirkt Linolsäure?

@chhelga: Danke für die Prozente. Ähäm - was mach ich damit? :argverlegen: Xanthan direkt ins Wasser klingt gut.

Danke ihr Süßen!
Bienchen
Linolsäure ist auf Olionatura erklärt.
Avocadin ist nicht nur für trockene Hautstellen, ich habs auch in meiner Pflege drin.
Achso, Fettphase dann vielleicht eher auf 20 % setzen? Heike hat allerdings 30% empfohlen... :gruebel:
So, das Bettchen ruft :gaga:

Benutzeravatar
Helga
Moderator
Moderator
Beiträge: 25406
Registriert: Samstag, 25. August 2007, 22:37
19
Wohnort: Traun/Oberösterreich

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Helga »

Bienchen schrieb: @chhelga: Danke für die Prozente. Ähäm - was mach ich damit? :argverlegen:
mit %-Angabe von Gesamt ist ein Rezept leichter zu beurteilen
ansonsten läuft man Gefahr, dass kein Kommentar geschrieben wird :-)
weil es zu mühsam ist, im Kopf umzurechnen.

Steht auch hier

:)
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :-)

Helga

Benutzeravatar
Pialina
Moderator
Moderator
Beiträge: 7607
Registriert: Dienstag, 18. Januar 2011, 16:47
15
Wohnort: Berlin

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Pialina »

An Linolsäure dachte ich, weil z.B. meine Haut manchmal zu vereinzelten mini-kleinen Pickelchen neigt, wenn zu wenig Linolsäure darin ist. Jedenfalls hat sich meine Haut -sogar bei den (ehemals!) 1 x monatlich auftretenden Unreinheiten- deutlich gebessert, seitdem ich mehr Linolsäure einbaue.
Linolsäure stärkt die Barriere und ist entzündungshemmend - periorale Dermatitis, das scheint soweit ich das ergooglen konnte, eine Neigung zu Pickelchen rund um die Mundpartie zu sein, richtig? Da wäre etwas entzündungshemmendes ja nicht schlecht.
Avocadin ist heilend u. barrierestärkend- aber Du hast recht, wenn du keine trockene Haut hast, lässt du es vielleicht lieber weg.
Liebe Grüße,
Pialina

kleines Huhn

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von kleines Huhn »

Avocadin wirkt doch aber auch barrierestärkend?
Ich habe wirklich keine fettarme Haut und komme damit gut zurecht.
Ich habe 0,5% drin - das ist nun natürlich nicht besonders viel.

silky

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von silky »

Bienchen schreibt:
@Silky: Da ich rührtechnisch ahnungslos bin, habe ich mich an Heikes Vorschlag orientiert. Grundsätzlich mag ich leichte Cremes, die gut einziehen und möglichst wenig "fettgefühl" auf der Haut hinterlassen. So gesehen wäre es nicht schlecht, die Fettphase zu reduzieren. Wieviel würdest du vorschlagen? Ich könnte auch den Anteil an Sheabuttern reduzieren und durch das von dir vorgeschlagene Mandelöl ersetzen. Was meinst du zu Hyaluron?
Erst einmal: Bienchen diesen vorherigen Thread (finde ihn auf die Schnelle nicht) war mir nicht bekannt.
Doch suchte ich nach ihm, dort hat Dir doch Heike wunderbare Angaben gemacht. Sozusagen das Gerüst gegeben :ja:

Nur noch, weil ich schon mitmischte gestern. Bleibe simpel, also vorsichtshalber Hyaluronsr. rauslassen. Bei einer Mischhaut würde ich lieber zur 25%igen Fettphase raten.

An Wirkstoffen sparen, vielleicht etwas Panthenol, Glycerin.

Es gibt doch die Basisrezepturen auf Olionatura. Hier würde ich mich als Anfänger entlang hangeln.

Und dann erst einmal entspannt ein paar Wochen dieses Produkt testen. :)

Wenn dann Deine Haut wieder entspannt ist, kannst Du Wirkstoffe testen. Übrigens ist UdA einer Zaubermittel für alle Häute :happy:

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

Danke für eure Tipps! :love:

Die Fettphase werde ich auf 20% reduzieren.

Habe über Linolsäure nachgelesen. Scheint wirklich ein Stöffchen für meine Haut zu sein. Dabei ist mir das Johannisbeersamenöl ins Auge gesprungen. Es ließe sich auch gut mit Jojobaöl und Sheabutter kombinieren. Was meint ihr?

Das sähe dann jetzt so aus:

Gesichtscreme 50 g
20% Fettphase (60% Basisöle, 20% Wirkstofföle, 20% Buttern), 80% Wasserphase

2 g Neutralöl
2 g Squalan
2 g Jojobaöl
2 g Johannisbeersamenöl
2 g Sheabutter
1,9 g Montanov® 68

40 g abgekochtes Wasser
0,1 g Xanthan transparent
0,5 g Konservierung (10 Tr. Biokons Plus)

Wirkstoffe lass ich beim Erstversuch weg. Ihr habt recht - erst mal kleine Brötchen backen ... :klimper:

Wäre das von euch so "genehmigt", hab ich keinen Kardinalsfehler drin?

Liebe Grüße
Bienchen

Benutzeravatar
Schwesterchen
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1159
Registriert: Montag, 19. Juli 2010, 21:44
16
Wohnort: Oberbayern

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Schwesterchen »

Hallo Bienchen,
Dein Anteil an Wirkstoffölen ist zu hoch.
Du hast 20 % , ideal wären bis 10 %.

Sorry , laut Emulsionsrechner sind es 20 % und zuviel,
aber laut Heikes neuem Buch ist es in Ordnung, mehrere Rezepte sind
mit 2g Wirkstoffölen auf 50g Gesamtmenge!?
Ich bin verwirrt!
Liebe Grüße
Anita


Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.
chin. Sprichwort

Mariönsche

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Mariönsche »

Schwesterchen hat geschrieben:Sorry , laut Emulsionsrechner sind es 20 % und zuviel, aber laut Heikes neuem Buch ist es in Ordnung, mehrere Rezepte sind mit 2g Wirkstoffölen auf 50g Gesamtmenge!?
Ich bin verwirrt!
Nun ja, ich denke, dass die Angaben eher eine Richtung angeben (eben die der Niedrigdosierung) und nicht als Dogma verstanden werden sollten. Niemanden wird die Haut abfallen, nur weil statt 1g Wirkstofföl nun 2g enthalten sind :wink:. In erster Linie geht es bei der EK um die oxidative Stabilität; Bienchen hat in ihrer Mischung - bis auf das Johannisbeersamenöl - komplett stabile "Öle" eingesetzt. Ob sich ihre Haut von dem Wirkstofföl überfordert fühlt oder es wohlig aufsaugt, ist sowieso individuell und kann nur von ihr getestet werden :).

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35465
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Heike »

Mariönsche hat geschrieben:Nun ja, ich denke, dass die Angaben eher eine Richtung angeben (eben die der Niedrigdosierung) und nicht als Dogma verstanden werden sollten.
Genau so ist es, Danke, Mariönsche. :-) Ich achte auf eine sehr stabile Grundlage, andere tun dies nicht zwingend. In den Ölgruppen der Kategorie B sind sehr stabile und andere, die weniger stabil sind – und so ist es eine gute Orientierung, Wirkstofföle nicht höher einzusetzen als mit den angebenen 10 %, die der Rechner im Blick hat. Wer weiß, was er tut, muss sich davon nicht beirren lassen.
Liebe Grüße
Heike

kleines Huhn

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von kleines Huhn »

bienchen hat geschrieben:Danke für eure Tipps! :love:

Die Fettphase werde ich auf 20% reduzieren.

Habe über Linolsäure nachgelesen. Scheint wirklich ein Stöffchen für meine Haut zu sein. Dabei ist mir das Johannisbeersamenöl ins Auge gesprungen. Es ließe sich auch gut mit Jojobaöl und Sheabutter kombinieren. Was meint ihr?

Das sähe dann jetzt so aus:

Gesichtscreme 50 g
20% Fettphase (60% Basisöle, 20% Wirkstofföle, 20% Buttern), 80% Wasserphase

2 g Neutralöl
2 g Squalan
2 g Jojobaöl
2 g Johannisbeersamenöl
2 g Sheabutter
1,9 g Montanov® 68

40 g abgekochtes Wasser
0,1 g Xanthan transparent
0,5 g Konservierung (10 Tr. Biokons Plus)

Wirkstoffe lass ich beim Erstversuch weg. Ihr habt recht - erst mal kleine Brötchen backen ... :klimper:

Wäre das von euch so "genehmigt", hab ich keinen Kardinalsfehler drin?

Liebe Grüße
Bienchen
Mir wäre es zuviel Shea, aber das ist Geschmackssache.
Bitte unbedingt den pH-Wert auf 5-5,4 einstellen - der Konservierer würde es eventuell auch höher vertragen, hat aber in diesem Bereich die höchste Wirksamkeit. Deiner Haut zuliebe solltest Du ebenfalls diesen Bereich anstreben.
Falls Dir doch nach Hydratisierern sein sollte, könntest Du zusätzlich (ohne großen Aufwand) ein minimalistisches Gesichtswasser herstellen, mit etwas Glycerin, Harnstoff und eventuell Panthenol, konserviert mit Alkohol, pH mit Milchsäure optimalerweise auf 6,2 oder etwas darunter (damit der Harnstoff nicht zerfällt). Damit könntest Du feuchtigkeitsbedürftige Stellen betupfen, die POD-gefährdeten Stellen bei Bedarf aussparen.
Ich habe das Gefühl, dass ein Creme mit Hydratisierern bei mir besser einzieht als ohne Hydratisierer.

Benutzeravatar
Pialina
Moderator
Moderator
Beiträge: 7607
Registriert: Dienstag, 18. Januar 2011, 16:47
15
Wohnort: Berlin

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Pialina »

bienchen hat geschrieben: Habe über Linolsäure nachgelesen. Scheint wirklich ein Stöffchen für meine Haut zu sein. Dabei ist mir das Johannisbeersamenöl ins Auge gesprungen. Es ließe sich auch gut mit Jojobaöl und Sheabutter kombinieren. Was meint ihr?
Die fehlende Sonnenstabilität des Johannisbeersamenöls ist Dir sicher nicht entgangen. Für ein Sonnenbad würde ich die Creme nicht einsetzen, stabiler wäre Preiselbeersamenöl, wenn es ein Wirkstofföl sein soll- falls Du dann später für den Sommer noch etwas stabileres möchtest, weil Du viel draußen bist z.B.(?)...
Dann gibt es ja auch noch ein paar Basisöle mit höherem Linolsäureanteil, die man ins Auge fassen könnte, wenn man kein Wirkstofföl möchte, aber trotzdem etwas Linolsäure (siehe Ölgruppe B3 oder auch B2).

Aber ich will Dich nicht verwirren, wenn du nicht viel in der Sonne bist, oder die Creme Nachts verwendest, probiere es einfach so. Und berichte doch mal, ob du sie gut verträgst. :)
Liebe Grüße,
Pialina

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

Danke allerseits!

Dass das Johannisbeersamenöl an der Sonne nicht stabil ist, ist mir leider entgangen :augenwisch: und ja, ich bin viel draußen. Das Öl ist doch eher was für die Nacht, bzw. zum schlucken :undprost:

Also werde ich wirklich erst ohne Wirkstoff arbeiten und weiter die Öle studieren ...

Liebe Grüße
Bienchen

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

Hallo ihr Lieben!

Es meldet sich eine glückliche Erstrührerin. Soeben habe ich meine erste O/W-Creme gerührt :yeah: und sie ist gelungen! Das realisierte Rezept sieht so aus:

O/W-Creme als Ultrasicc-Ersatz 50 g
20% Fettphase, 80% Wasserphase

3 g Neutralöl
3 g Squalan
1,1 g Jojobaöl
1 g Sheabuttern
1,9 g Montanov68

39 g abgekochtes Wasser
1 g Glyzerin
0,1 g Xanthan transparent

0,5 g Konservierung (ca. 10 Tr. Biokons)
pH-Wert 5 – 5,5

Ich muß zugeben, es war nicht einfach. Vor allem das abwiegen der Zutaten hat - bei den Minimengen - Schwierigkeiten bereitet. Größtenteils sind die Öffnungen der Fläschchen ohne Tropfaufsatz. Entweder es kam zu viel raus, oder es rann der Flasche entlang runter und neben das Gefäß. :uh: Dann mußte ich feststellen, dass sich die OP viel schneller erhitzt als die WP. Bis beide auf gleicher Temperatur waren, das hat gedauert ...

Aber das Rühren - das hat Spaß gemacht! Ich hab kurzerhand den Bohrer meines Mannes zweckentfremdet. Im Baumarkt fand ich einen Aufsatz, der zum rühren und mischen von Farbe dient. Hat wunderbar funktioniert!

Tja, und das Ergebnis sieht doch wirklich wie eine Creme aus. Die Hälfte der Menge hab ich mit 0,5 g Johannisbeersamenöl versehen - als Nachtcreme. Natürlich mußte ich gleich testen und ich bin echt begeistert! Es fühlt sich toll an, ganz weich und lässt sich super auftragen. Das Hautgefühl ist samtig und kein bisschen fett. Eher wachsig - es könnte sich etwas hydratisierender anfühlen. Der einzige Minuspunkt ist der Geruch, wobei der nach dem Auftragen rasch verfliegt.

Jetzt bin ich gespannt, wie meine Haut auf die Dauer reagiert. Ihr werdet von mir hören :klimper:

Liebe Grüße
Bienchen

Benutzeravatar
fortunella
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1958
Registriert: Montag, 27. Februar 2012, 16:23
14
Wohnort: Magdeburger Börde
Kontaktdaten:

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von fortunella »

Bienchen, das ist ja toll, ich freu mich mit Dir! :hase: Als ich meine erste Creme fertig hatte, war ich auch stolz wie Oskar.
bienchen hat geschrieben:Vor allem das abwiegen der Zutaten hat - bei den Minimengen - Schwierigkeiten bereitet. Größtenteils sind die Öffnungen der Fläschchen ohne Tropfaufsatz. Entweder es kam zu viel raus, oder es rann der Flasche entlang runter und neben das Gefäß.
Ich habe da einen Kniff: vor dem Rühren desinfiziere ich mir eine großzügige Menge an Teelöffeln mit Melissengeist und lege sie auf mein "Arbeits-Küchenkrepp". Dann gibst Du die Mini-Mengen einfach drauf und läßt entspannt über den Löffel tropfen. O.k., das ist zwar wieder zusätzlicher Materialkontakt, aber wenn Du schön desinfizierst und für jeden Rohstoff einen frischen Löffel nimmst, sollte es zu tolerieren sein und ist schon eine enorme Arbeitserleichterung, wie ich finde.
bienchen hat geschrieben:Der einzige Minuspunkt ist der Geruch, wobei der nach dem Auftragen rasch verfliegt.
Wenn Du Deine jetzige Creme getestet und für verträglich befunden hast, könntest Du Dich ja nächstes Mal an eine ganz dezente Beduftung in Form eines (!) kleinen (!) Tröpfchens ätherischen Öls wagen- vielleicht Rosengeranie? Oder Lavendel? :)
Liebe Grüße, fortunella

"Do what you can, with what you've got, where you are." - Theodore Roosevelt.

Mariönsche

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Mariönsche »

bienchen hat geschrieben:Hallo ihr Lieben!
Es meldet sich eine glückliche Erstrührerin. Soeben habe ich meine erste O/W-Creme gerührt :yeah: und sie ist gelungen!
:fred: Herzlichen glücklichen Glückwunsch!
Jetzt bin ich gespannt, wie meine Haut auf die Dauer reagiert. Ihr werdet von mir hören :klimper:
:popcorn: Ja, bitte berichten!

silky

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von silky »

Toll Bienchen :bingo:

Sei stolz auf Dich.

Warte mal ab, womöglich wirst Du sie in wenigen Tagen noch besser einschätzen können. Neue Produkte benötigen ein paar Tage zur Vollendung ihrer Reife :wink:
Wegen der Feuchte,ansonsten beim nächsten Rühren einfach noch Hydratisierer hochschrauben :ja:

Zum diesem Emulgator im Gesicht kann ich mich nicht äußern.

Aber Du wirst uns sicher auf dem Laufenden halten :)

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

Danke! Geteilte Freude ist doppelte Freude :mods:

@Fortunella: Gibst du die Minimengen in den Löffel, oder lässt du sie über die Rückseite des Löffels ins Gefäß "rinnen" :gruebel: Ich denke nämlich dauernd, dass wenn ich z.B. 0,5 g im Löffel wiege und das dann ins Rührglas gebe, mind. 0,25 g am Löffel hängen bleiben und somit die Mengen nicht mehr stimmen ...

@Silky: Hättest du einen Vorschlag für einen gut verträglichen Hydratisierer, oder meintest du das Glyzerin?

Nach dem Duschen gestern hab ich übrigens die Cremereste aus dem Rührglas als Bodylotion benutzt - ich komm aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Es fühlt sich einfach toll an! Auch als Handcreme :love:

Liebe Grüße
Bienchen

silky

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von silky »

@Silky: Hättest du einen Vorschlag für einen gut verträglichen Hydratisierer, oder meintest du das Glyzerin?
:ja: Glycerin ist der potenteste Hydratisierer.
Wunderbar ist er auch in Kombination mit z.B Urea (beide 3%) oder Natriumlaktat/Milchsäure. Letzteres wende ich oft in der Heizungsperiode zusätzlich zu Glycerin an (dann Nala mit 2% und MS mit 0,5%) Wirkt Wunder :yeah:

Nochmals Bienchen, ich bewundere Deine puristische Umsetzung. Genau das ist oft der Haken beim jungfräulichen Enthusiasmus :kicher:

Benutzeravatar
fortunella
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1958
Registriert: Montag, 27. Februar 2012, 16:23
14
Wohnort: Magdeburger Börde
Kontaktdaten:

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von fortunella »

bienchen hat geschrieben:@Fortunella: Gibst du die Minimengen in den Löffel, oder lässt du sie über die Rückseite des Löffels ins Gefäß "rinnen" Ich denke nämlich dauernd, dass wenn ich z.B. 0,5 g im Löffel wiege und das dann ins Rührglas gebe, mind. 0,25 g am Löffel hängen bleiben und somit die Mengen nicht mehr stimmen ...
Nein, ich nehme eine kleine Menge auf den Löffel und lasse es sachte und langsam vom Löffel in das auf der Waage stehende Becherglas tropfen. Dann landet mit größtmöglicher Sicherheit die richtige Menge im Becherglas und Du hast nicht so viel "Schwund". Grundsätzlich macht es aber durchaus Sinn, Mengen separat vorzuwiegen und erst dann mit den anderen Zutaten zusammen zu geben- andernfalls kann man mitunter nicht mehr gut korrigieren.
Liebe Grüße, fortunella

"Do what you can, with what you've got, where you are." - Theodore Roosevelt.

bienchen

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von bienchen »

1. Testphase ist erfolgreich beendet :klimper: Meiner Haut gefällt die Creme sehr gut und sie hat keinerlei POD-Anstalten gemacht!

Zwischenzeitlich habe ich mir Heikes neues Buch angeschafft - und was soll ich sagen - ich werde mutig und möchte das Ceramide-Protect-Fluid versuchen. Die Barriereschutzbasis habe ich schon gemacht. Nun bereitet mir aber das Johannisbeersamenöl Sorgen, da ich mich sehr viel draußen aufhalte. Was haltet ihr davon, wenn ich es einfach weglasse und die Öle der Phase A entsprechend erhöhe? Für nachts könnte ich mir immer noch was dazumischen. Was mir noch aufgefallen ist, ist dass in der Beschreibung des Fluids von Aloe-Vera-Gel die Rede ist, jedoch bei den Ingredienzien nicht auftaucht :lupe:

Da meine erste Creme bereits alle ist, muss ich momentan meine "alte" Ultrasicc verwenden :uh: Das gefällt mir gar nicht - der Unterschied zur selbst gerührten ist riesig! Jetzt schmiere ich meine Haut nur ein. Mit der selbstgerührten Creme wird sie verwöhnt ...

Ich freue mich schon darauf :hase:

Liebe Grüße
Bienchen

Benutzeravatar
fortunella
Bachelor of Creams
Bachelor of Creams
Beiträge: 1958
Registriert: Montag, 27. Februar 2012, 16:23
14
Wohnort: Magdeburger Börde
Kontaktdaten:

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von fortunella »

bienchen hat geschrieben:Nun bereitet mir aber das Johannisbeersamenöl Sorgen, da ich mich sehr viel draußen aufhalte. Was haltet ihr davon, wenn ich es einfach weglasse und die Öle der Phase A entsprechend erhöhe? Für nachts könnte ich mir immer noch was dazumischen.
:ja: Ich würde einfach das Jojobaöl und Squalan um je ein Gramm erhöhen.
Liebe Grüße, fortunella

"Do what you can, with what you've got, where you are." - Theodore Roosevelt.

Benutzeravatar
Heike
Administrator
Administrator
Beiträge: 35465
Registriert: Sonntag, 10. Juni 2007, 20:37
19
Wohnort: Leverkusen
Kontaktdaten:

Re: Gesichtscreme bei Neigung zu perioraler Dermatitis

Ungelesener Beitrag von Heike »

bienchen hat geschrieben:Nun bereitet mir aber das Johannisbeersamenöl Sorgen, da ich mich sehr viel draußen aufhalte. Was haltet ihr davon, wenn ich es einfach weglasse und die Öle der Phase A entsprechend erhöhe?
Kannst Du. :-) Du bist der Boss – und stabiler wird sie in jedem Fall.
Was mir noch aufgefallen ist, ist dass in der Beschreibung des Fluids von Aloe-Vera-Gel die Rede ist, jedoch bei den Ingredienzien nicht auftaucht :lupe:
Das ist die Folge einer Rezeptentwicklung über mehrere Wochen. :pfeifen: Ursprünglich war diese Formulierung mit Aloe-Gel gelant, ich habe es dann jedoch herausgenommen. Dabei sind in der Beschreibung (und nur dort) die veraltete Information enthalten. Das Rezepte selbst ist aber in sich korrekt notiert, versprochen.
Liebe Grüße
Heike

Antworten